Tittmoninger Jäger sauer

Ärger um gerissene Rehe: Was tun mit wildernden Hunden?

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Tittmoning - Zwei tote Rehe in der Salzachau bei Tittmoning allein im Dezember: Sollten Hundehalter ihre Vierbeiner verlässlicher anleinen und ist der Jäger "dann wieder der böse", falls er schießt?

Die Aufregung bei Stadtrat Norbert Huber war groß: "Mitte Dezember wurden in der Au zwei Rehe von Hunden gerissen. Die laufen dort frei herum, obwohl eine Anleinpflicht gilt. Die Kadaver wurden dann einfach ins Holz geworfen. Es wäre ein besserer Naturschutz, wenn die Hundehalter mehr aufpassen." Huber forderte in der Stadtratssitzung am Dienstag schließlich, die Anleinpflicht besser zu überwachen.

Jäger dürfen schießen, wenn...

Wie also sollten Hundehalter und Jäger mit solchen Fällen umgehen? Schon oft sorgten Jäger für Aufregung, die wildernde Hunde erschossen. "Wenn der Jäger dann einfach handelt wird wieder über ihn geschimpft, dann ist er wieder der Böse", so Stadtrat Huber. 

Bürgermeister Konrad Schupfner erinnerte daran, dass die Anleinpflicht für Hundehalter genau genommen nur auf öffentlichem Grund besteht und nicht auf Privatgrund. Doch ein wildernder Hund müsse von Jägern erschossen werden. Damit traf Schupfner auch die Rechtslage: Im Bayerischen Jagdgesetz ist geregelt, dass Jäger eine "Tötungsbefugnis" haben, wenn ein Hund erkennbar einem Wild "nachstellt" und wenn aufgrund von Rasse und Größe des Hundes auch eine konkrete Gefährdung gegeben ist.

Gerissenes Reh auch in Nußdorf am Inn gefunden

Die Anleinpflicht gilt in Tittmoning aber nur für Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern. Gestraft wurden Hundehalter in solchen Fällen bisher meist nur dann, "wenn die öffentliche Ordnung gefährdet war", wie Konrad Schupfner betonte: Also beispielsweise dann, wenn Kinder angegangen wurden. "In den anderen Fällen müssen wir genau wissen, wo und wann ein Hund gewildert hat und wer der Hundehalter ist", so der Bürgermeister.

Zumindest auf eines konnte man sich einigen: Schupfner versprach, in der Salzachau künftig wieder Schilder aufstellen zu lassen, dass Hundehalter ihre Vierbeiner anleinen sollten. 

Erst am Mittwoch machte ein ähnlicher Fall aus Nußdorf am Inn Schlagzeilen: Dort fand eine Spaziergängerin ein blutendes, gerissenes Reh - es musste von einem Jäger schließlich erlegt werden, da jede Hilfe zu spät kam.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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