Bürgermeisterkandidaten für Tittmoning

Tittmoning: Kandidaten stellen sich vor

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl in Tittmoning: Konrad Schupfner (links), Dirk Reichenau (rechts), Maria Kellner (links) und Sabine Papadopoulos.

Tittmoning - Vier Politiker treten am 16. März bei der Bürgermeister-Wahl in Tittmoning gegeneinander an. Wir haben sie nach ihren Zielen für die Stadt gefragt. Ihre Antworten:

Die Kandidaten:

Konrad Schupfner, CSU (amtierend): 60 Jahre, verheiratet, 2 Söhne, 1. Bürgermeister seit 2008

Dirk Reichenau, SPD: 51 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Vorsitzender der SPD im Landkreis Traunstein

Maria Kellner, Freie Wähler Tittmoning -Unabhängige Liste e.V.: 48 Jahre, verheiratet, 5 Kinder, Stadträtin seit 2002

Sabine Papadopoulos, Ökologische Bürgerliste Tittmoning: 49 Jahre, 2 Kinder, politisch engagiert seit 1984

Was läuft gut in Tittmoning?

Konrad Schupfner: Dem Stadtkern und der Burg wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Mit einem Stadtentwicklungsprozess, an dem sich Bürger und Anwohner bereits beteiligen konnten, wird der Stadtplatz stärker belebt und attraktiver werden. Mit Sanierungsmaßnahmen wurden die Nutzungsmöglichkeiten der Burg erweitert, ein umfangreiches Kulturprogramm wird angeboten und das Heimatmuseum wird für Besucher optimiert. Mit der Sanierung des Gebäudes wurde der Stellenwert der Schule unterstrichen. Mit dem Schulverband mit den Gemeinden Fridolfing und Kirchanschöring wurde der Mittelschulstandort gesichert. Mit dem Haus für Kinder stehen geeignete Räume für die Mittagsbetreuung und zwei Gruppen für die Betreuung der Kleinkinder zur Verfügung. Mit Beteiligung der Bürger wird das älteste Tittmoninger Siedlungsgebiet aufgewertet. In den Ortsteilen konnten Investitionen für die jeweilige Dorfgemeinschaft gemacht werden: in Asten mit der Dorfwirtschaft, in Kay mit der Dorfsanierung, in Kirchheim mit dem Feuerwehr- und Vereinshaus und in Törring mit der Erweiterung des Feuerwehrhauses. Das stärkt das Dorf- und Vereinsleben. Die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden wurde auf verschiedenen Ebenen intensiviert.

Dirk Reichenau:Der Wille zur konstruktiven Zusammenarbeit und die Kompromissbereitschaft haben sich in der Tittmoninger Kommunalpolitik wesentlich verbessert, seitdem die CSU ihre jahrzehntelange absolute Mehrheit im Stadtrat 2008 verloren hatte. Die CSU und ihr Bürgermeister sind der SPD bei der Ausgestaltung der Stadtratsarbeit (interfraktionelle Gespräche, Einberufung eines Haupt- und Finanzausschusses, Stadtratsklausur, zeitnahe Veröffentlichung von Beschlüssen) entgegen gekommen, der Umgang miteinander ist heute kollegial. Der Ausbau der Kinderbetreuung, neue Ideen zur Innenstadtgestaltung und zur Ausgestaltung von Kultur ist jetzt möglich. Die Art und Weise von Bürgerbeteiligung und Bürgerinformation laufen dahingehend richtig, dass jeder, der sich informieren will, Information über Diskussionen und die entsprechenden Beschlüsse auch bekommt. Große Übereinstimmung herrscht beispielsweise bei der Kanalherstellung in den Außenbereichen, den erfolgreichen Dorfkernsanierungen, der Rettung der Dorfwirtschaft Asten oder dem Neubau des Feuerwehr- und Vereinsheims in Kirchheim. Diese Kraftanstrengungen sehe ich als ehrliches Anliegen aller im Stadtrat vertretende Räte und Bürgermeister, verbunden mit der Hoffnung, dass dieser Fortschritt im Sinne von politischer Kultur auch von allen so dargestellt wird. Bemerkenswert für Tittmoning sind der Zusammenhalt und die Aktivitäten der verschiedenen Vereine, Freiwilligen Feuerwehren, Verbände und Kirchen im Wissen um Heimat und Brauchtum. Der "Kitt" unseres Gemeinwesens, also die vielen Ehrenamtlichen in Tittmoning und den ehemals selbständigen Gemeindeteilen, funktioniert. Wer es mit Kommunalpolitik ernst meint, darf sich einer umfassenden Unterstützung des Ehrenamtes nicht verschließen.

Maria Kellner:Familien in Tittmoning haben eine große Wahlmöglichkeit das richtige Betreuungsangebot für Ihr Kind zu finden. Im Stadtrat herrscht ein gutes Klima der Zusammenarbeit, meistens stehen die Sachthemen im Vordergrund. Die Stadt Tittmoning hat mit den Kanalbauten in Kay und Wiesmühl , der Schulhaussanierung, der Errichtung des Haus für Kinder und den Dorferneuerungsmaßnahmen in Kay und in Asten viele zukunftsorientierte Maßnahmen umgesetzt.

Sabine Papadopoulos:Es gibt mittlerweile keine absoluten Mehrheitsverhältnisse mehr im Stadtrat, das tut Tittmoning gut. Ich werde von Freunden aus größeren Städten beneidet, dass wir im Umkreis genügend Biobauern haben, mit deren Produkten wir uns komplett ernähren können. Man kann von Tittmoning aus mit dem ÖPNV jede weiterführende Schule erreichen. Hervorzuheben sind in unserer Gemeinde die zahlreichen Vereine. Diese sind wichtig für das soziale Miteinander und den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde. Auch das Sportangebot ist breit gefächert und lobend anzuerkennen. In Tittmoning gibt es zahlreiche Feste, Theater- und Musikaufführungen, die sehr gut angenommen werden. Die vielen ehrenamtlichen Helfer zeigen, dass den Bürgern ihre Stadt am Herzen liegt.

Was läuft falsch in Tittmoning?

Konrad Schupfner:Eine wichtige Aufgabe bleibt die Entwicklung des Stadtplatzes. Da sind viele Fragen zu klären: Wie kann die Zahl der parkenden Fahrzeuge reduziert werden? Wie können Flächen für den Aufenthalt und Veranstaltungen freigehalten werden? Wie können wir den Stadtplatz stärker beleben? Wie kommen neue Nutzungen in die alten Gebäude? Und wie bringen wir den Denkmalschutz und neue Nutzungen in ein vernünftiges Verhältnis? Dafür braucht es aber auuch die Mitarbeiter der Stadtplatzanlieger. Ein ganz wichtiges aktuelles Anliegen ist es, für die Firma Brückner einen neuen und ausreichend großen Standort zu entwickeln. Mit dem Bauleitplanverfahren für das Sonderbaugebiet bei Abtenham soll dies möglich werden. Dafür gibt es glücklicherweise bereits einen sehr breiten Konsens im Stadtrat. Allerdings ist der Ökologischen Bürgerliste der Standort in einer Nachbargemeinde lieber als der Verbrauch von landwirtschaftlicher Fläche in Tittmoning. Auch in den Gemeindeteilen stehen Aufgaben an, die den Stadtrat in der kommenden Periode befassen werden: In Tittmoning soll eine Lösung für die vom Hochwasser geschädigten Sporteinrichtungen gefunden werden, in Asten ist der Neubau eines Feuerwehrhauses notwendig, in Kay geht es um die Standortsuche für einen Turnhallenersatz, in Törring um eine Nachnutzung des Schulgebäudes für die Vereine bzw. einen Ersatzbau dafür. Das sind aber nur einige Schwerpunkte für den kommenden Stadtrat. In diese Entscheidungsprozesse werden die Bürger einbezogen.

Dirk Reichenau:Oft entsteht der Eindruck, dass bei einigen Kollegen der CSU und den beiden Bürgerlisten ein Mangel an politischen Leitsätzen und richtungsweisenden Überzeugungen fehlt, dass man Dinge nur anpackt, wenn sich Widerstand und Unmut in der Bevölkerung regt. Diese abwartende Haltung schadet: Wir brauchen

  • mehr Bodenbevorratung und Werbung für Gewerbeansiedlungen
  • bessere finanzielle Ausstattung und umfassendere Beratung der Hausbesitzer für den denkmalpflegerischen Mehraufwand
  • eine Ausgestaltung des Nutzungskonzeptes für die Burg Tittmoning
  • eine Sanierung der Siedlungsgebiete (wie dem Unteren Burgfeld)
  • weniger Blech und mehr Freiräume für Menschen am Stadtplatz, d.h. die Anpassung der über zwanzig Jahre alten Stadtplatzsanierung an die heutigen Bedürfnisse
  • den Ausbau der Schwerlastumfahrung zur Umgehungsstraße
  • ein Schulsystem, welches den Erhalt unseres Schulstandortes beinhaltet
  • gleichwertige Internetanbindungen in der gesamten Kommune
  • Darüber hinaus besteht Handlungsbedarf bei den Dauerthemen öffentlicher Personennahverkehr zwischen den Ortsteilen und den Bahnhöfen, Radwegenetzausbau und Wiederherstellung des Ponlachparks.

Mit Blick auf eine solide Haushaltsführung bedeutet dieses „Arbeitsprogramm“ für den nächsten Stadtrat und Bürgermeister Mut und Ausdauer bei den anstehenden Entscheidungen. Was heute falsch oder gar nicht läuft, kann nach den Kommunalwahlen am 16. März 2014 angepackt werden. Es obliegt den Bürgerinnen und Bürgern, die Kräfteverhältnisse entsprechend der oben dargelegten Inhalte neu zu bewerten.

Maria Kellner:Ich will mit dem Stadtrat Leitlinien für konstruktive und nachhaltige Beteiligung der Bürger erarbeiten. Dazu gehört auch die Verbesserung der Transparenz zum Haushalt und zur Entscheidungsfindung. Die Strategie im Umgang mit Förderungen will ich ändern. Nicht ein möglicher Zuschuss soll der Beginn einer Planung sein. An erster Stelle muss die Wichtigkeit eines Vorhabens stehen. Die Pro-Kopf Verschuldung ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, hier muss aber wieder eine Kehrtwende vollzogen werden.

Sabine Papadopoulos:Wenn ich sehe, wie sich meine Stadt und die umliegenden Dörfer entwickeln, wird mir schwer ums Herz. Früher war die Landschaft offen und weit und die Kühe standen noch auf der Weide. Wenn man in die Stadt selbst kam, gab's ein Stadtleben. Das war etwas Besonderes. Heute rücken Gewerbe- und Industriebauten immer mehr in den Vordergrund. Der Blick zur Tittmoninger Burg ist inzwischen durch Neubauten massiv gestört. Der denkmalgeschützte Stadtplatz ist fast ständig komplett zugeparkt, die neuen großen Einkaufsmärkte vor den Stadttoren zerstören den Einzelhandel am Stadtplatz. Es fehlen Initiativen zur Stadtplatzbelebung. Außerdem fehlt immer noch eine Tonnagebeschränkung auf der Tittmoninger Brücke. Weder die Brücke noch der Gerberberg ist für die Befahrung von großen und schweren Lkw geeignet, die aktuelle Situation ist für die Anwohner völlig unzumutbar. Ganz gewaltig stört mich, dass die Stadtpolitik über die Köpfe der Bürger hinweg betrieben wird und sie gerade bei wichtigen Entscheidungen nicht frühzeitig genug eingebunden werden.

Zurück zur Übersicht: Tittmoning

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser