IG Stadtumfahrung Tittmoning sagt „Danke“

Ein Erfolg der Parität, der Vernunft und der Geschlossenheit

Tonnagebeschränkung in Tittmoning auch für den Grenzverkehr
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Tonnagebeschränkung in Tittmoning auch für den Grenzverkehr

Tittmoning - Mitglieder der IG Stadtumfahrung Tittmoning, der IG Anwohner LKW Umfahrung, des SPD Ortsvereins Tittmoning und Anwohner haben sich am Kirchweihsonntag am Zollhäusel auf der Grenzbrücke getroffen, um die auch für den österreichischen Grenzverkehr nunmehr ausnahmslos geltende 7,5t LKW Tonnagebeschränkung nördlich von Tittmoning zu feiern - und sich, v.a. bei Landrat Siegfried Walch, für die Anordnung der Sperre zu bedanken.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Thomas Brauner, auch Mitglied der IG Stadtumfahrung, und Dirk Reichenau, 3. Bürgermeister der Stadt Tittmoning, haben für die SPD Fraktion im Mai den Antrag auf ausnahmslose Tonnagebeschränkung als „Gebot der Vernunft“ in den Stadtrat Tittmoning eingebracht und diesem Antrag hatte sich der Stadtrat fraktionsübergreifend und einstimmig angeschlossen. Nichtgeeignetheit der 1930 errichteten Grenzbrücke, des Gerberbergs und des Stadtbergs für den Schwerlastverkehr, Mehrbelastung durch die Sperre österreichischer Bundesstraßen, unzumutbare Belastung für die Anwohner und Tonnagebeschränkung der Brücke auch in der Vergangenheit waren die wesentlichen Argumente hierfür.

Die Interessengemeinschaft (IG) Stadtumfahrung-Tittmoning und die IG Anwohner Umfahrung haben sich bereits im Februar diesen Jahres mit einem „Hilfeschrei“ an Bund, Land, Bezirk, betroffene Landkreise und Kommunen gewandt und gefordert, die B-20 Anwohner vor dem rechtswidrigen und nachbarschaftsfeindlichen Akt Salzburgs der damals geplanten LKW Sperre der B-156 - und der damit verbundenen Flut von dort verdrängter LKWs auf der B20- zu schützen.

Nachdem seitens Österreichs dann nicht nur die B-156 tatsächlich gesperrt wurde, sondern darüber hinaus auch gleich noch die weiteren Parallelstraßen B-147/B1 und L101/L505, wandten sich die beiden IGs erneut mit einem zweiten „Hilfeschrei“ an alle Ebenen und forderten, neben juristischen Verfahren auch auf bayrischer Seite Gegenmaßnahmen einzuleiten: in Tittmoning konkret die sofortige Rücknahme der Ausnahmegenehmigung für den Grenzverkehr der im Übrigen vorhandenen LKW 7,5t Sperre nördlich der Altstadt.

Und schließlich, nachdem sich der Salzburgs Landesrat Schnöll damit gebrüstet hatte, dass nunmehr auf den vorgenannten gesperrten österreichischen Fernstraßen insgesamt 440 Schwerlast-LKWs täglich (!) weniger fahren, sprich nunmehr überwiegend auf der deutschen B-20, wandten sich die IGs Anfang Oktober mit einem dritten Hilfeschrei an u.a. das Staatsministerium und das Landratsamt Traunstein, um erneut auf die unerträgliche tägliche Belastung in Tittmoning entlang der LKW Umfahrung und im Bereich Stadtberg, Gerberberg und Brücke aufmerksam zu machen und darzulegen, warum die besonderen örtlichen Verhältnisse, auch gemäß der einschlägigen Gesetze, eine entsprechende Sperre gebieten (im Einzelnen hierzu www.stadtumfahrung-tittmoning.de/presse).

Und diese Gesuche fanden Gehör: Mit Pressemitteilung vom 09.10.2020 erklärte das Landratsamt Traunstein, dass das einseitige Vorgehen auf österreichischer Seite allein zulasten der bayerischen Nachbarschaft so nicht stehen bleiben könne und, da alle Bemühungen, eine für beide Seiten verträgliche Lösung zu finden, vom Land Salzburg abgewehrt wurden, das Landratsamt Traunstein nun handeln müsse. Die Situation in Tittmoning sei dramatisch und das Landratsamt sehe keinen anderen Weg, die Bürger im Stadtbereich Tittmoning zu schützen, als ein Verbot für LKW ab 7,5 t für den Stadtkern von Tittmoning und die Zufahrt von Norden her zur Grenzbrücke anzuordnen, womit sich auch der Antrag der Stadt erledigt habe.

Luise Wittmann, SPD Mitglied und „Hausherrin“ des Zollhäusls, meinte dazu, auch wenn die Feier angesichts der derzeitigen Situation nur in kleinem privatem Rahmen und unter Beachtung aller Auflagen stattfinden könne, es müsse gefeiert werden, dass sich, nach jahrelangem Ruf, diese unerträgliche Situation vor den Toren der Stadt Tittmoning nunmehr endlich ändere. 

Rosa-Maria Multerer, eine der Sprecher/innen der IG Stadtumfahrung Tittmoning, ergänzte: „Dies ist ein Erfolg der Parität gegenüber Österreich, es ist ein Erfolg der Vernunft und es ist ein Erfolg der Geschlossenheit: der IG Stadtumfahrung gemeinsam mit der IG Anwohner Umfahrung, der IGs gemeinsam mit der Stadtverwaltung, der Stadträte geschlossen und fraktionsübergreifend, der Stadt Tittmoning gemeinsam mit dem Landratsamt Traunstein. Und das feiern wir und dafür sagen wir DANKE, allen voran an Landrat Siegfried Walch.“

IG Stadtumfahrung Tittmoning sagt „Danke“

Die IG Stadtumfahrung hofft, dass den Worten nun auch Taten folgen und die angeordnete Sperre umgehend umgesetzt und auch sanktioniert wird; dies sei den leidgeplagten Anwohnern im Stadtbereich Tittmoning geschuldet. Und all den im Übrigen weiter schutzlos dem einseitigen Akt aus Österreich ausgesetzten Anwohnern an der B-20 in Freilassing, Laufen, Burghausen und Tittmoning entlang der LKW Umfahrung sei geschuldet, dass sich die zuständigen Stellen auf Stadt-, Landkreis-, Staats- und Bundesebene, ebenso geschlossen und vehement, für eine Rücknahme der rechtswidrigen und rücksichtslosen Sperren der Fernstraßen auf österreichischer Seite einsetzen.

Pressemitteilung der IG Stadtumfahrung Tittmoning

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