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Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Tittmoning

18 Fragen an Dirk Reichenau (SPD)

Bürgermeisterkandidat in Tittmoning: Dirk Reichenau (SPD).
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Bürgermeisterkandidat in Tittmoning: Dirk Reichenau (SPD).

Tittmoning - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Tittmoning wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Dirk Reichenau (SPD).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Dirk Reichenau


2. Partei

05 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

3. Alter

57

4. Wohnort

seit 1999 in Tittmoning

5. Geburtsort

Helmstedt/Niedersachsen

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

2 erwachsene Kinder

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • in der Vergangenheit 10 Jahre Juso-Kreisvorsitzender in Traunstein, Vorstandsmitglied (Öffentlichkeitsarbeit) beim Kreisverband des Bund Naturschutz (Vorsitzender Fritz Lindenberg) 
  • 10 Jahre politische Pause (beruflich in München) 
  • seit 2000 Vorsitzender der Tittmoninger SPD (bis heute)
  • 12 Jahre SPD-Kreisvorsitzender, zwei Landtagskandidaturen
  • 12 Jahre Kreisrat (seit 2008), Verbandsrat des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Südostoberbayern 
  • 16 Jahre Stadtrat in Tittmoning (seit 2004), Verbandsrat der Mittelschule Salzachtal und des kommunalen Wasserversorgers Achengruppe 
  • In Tittmoning 3. Bürgermeister (seit 2014)

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

In der großen Politik natürlich Ausnahmeerscheinungen wie Bundeskanzler Willy Brandt oder Bundespräsident Johannes Rau, kommunalpolitisch verbunden bin ich meinem

Kreistagskollegen Fritz Stahl seit seiner Wahl 1990 zum Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Traunstein.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Die Herzlichkeit, wie wir Feste feiern (letztes Jahr der Frauenbund, die Feuerwehren Kirchheim und Tittmoning), wie wir vorbildlich und ohne falsche Töne die uns zugeteilten Geflüchteten aufgenommen haben, unser stetiges Bemühen um kulturelle Vielfalt. Und natürlich die Tatsache, daß ich hier oft auf Menschen treffe, die am gesellschaftlichen Miteinander interessiert sind und sich dementsprechend auch einbringen.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Weil ich die nötige Kompetenz und Erfahrung für dieses verantwortungsvolle Amt mit seinen vielen unterschiedlichen Amtsbereichen habe und mutig genug bin, auch schwierige, aber notwendige Projekte entschieden anzupacken. Ich möchte dafür sorgen, daß Entscheidungen in meiner Heimatstadt daran gemessen werden, ob sie nachhaltig, gerecht und sozial sind. Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern ist mir wichtig. Als Kommunalpolitiker muß man den Leuten zuhören, ihre Sorgen ernst nehmen und bemüht sein, jeweils die richtige Lösung zu finden.

12.  Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Es ist mir vorab wichtig festzuhalten, daß der Stadtrat, der amtierende Bürgermeister Konrad Schupfner, die Vereine und Dorfgemeinschaften sowie Verwaltung im Zusammenspiel in den letzten Jahren vieles richtig gemacht haben. Einige entscheidende Projekte aber werden leider schon seit mehreren Amtszeiten verpasst oder sind viel zu zögerlich und zu spät in Angriff genommen worden: Ortsumfahrung, ÖPNV, komm. Wohnungsbau, große Lösung fürs Burgcafé, sinnvoller KiGa-Neubau, Stadtplatzgestaltung, Parkplatzproblematik… In der vergangenen Amtszeit ist manches an mangelnden Mehrheiten und oft auch an mangelnder Courage gescheitert, wie etwa die Lösung der Parkplatzproblematik durch Planung einer großen Tiefgarage am Brücknergelände, der Bau von zwei Wohnhöfen im Hüttenthaler Feld, eine filigrane Lösung für ein neues Vereinsheim für Schützen und Sportverein, Geschoßwohnungsbau im BG Pillerfeld oder Folgemaßnahmen zur Ertüchtigung von Kanalisation und Straßen im Unteren Burgfeld, weil wir nach dem Ausbau der Gaisbergstraße im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Stadt“ einfach die Bautätigkeit haben schleifen lassen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die größte Herausforderung besteht wohl darin, die Menschen (auch die nächsten Generationen und die neu Hinzugezogenen) weiterhin dafür zu entflammen, etwas für ihr Gemeinwesen in Asten, Kirchheim, Törring, Kay und Tittmoning selbst zu tun. Dafür müssen die Rahmenbedingungen passen: Wohnen und Arbeiten am Ort, Schulen und Kindergärten in der Nähe, eine selbstbewußte Landwirtschaft, agile Industrie- und Handwerksbetriebe. Der Fernverkehr muß raus aus der historischen Altstadt Tittmonings. Eine ordentliche Vereins- und Kulturförderung sowie ein stetes Gesprächsangebot der politisch Verantwortlichen für eine echte Bürgerbeteiligung.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Wir müssen an der Aufwertung der Wohngebiete arbeiten, wir brauchen eine zentrale Koordinierungs- und Förderstelle für Kultur und Vereinsarbeit, wir müssen den historischen Stadtplatz in seiner Schönheit vom Blech befreien und für die Menschen, die in der Altstadt wieder verstärkt leben wollen, attraktiv und barrierefrei umgestalten. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es der Schaffung von Ersatzparkplätzen im Nahbereich des Stadtplatzes.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Die derzeitige Situation ist in Tittmoning für Familien gar nicht schlecht, es fehlen aber – so die Statistik – kleinere Wohnungen für junge Menschen/Singles und passende Wohnmodelle für Senioren. Wir müssen daher im Rahmen eines städteplanerischen Wettbewerbs zügig das ehemalige Brücknergelände in ein attraktives und städtisches Wohngebiet verwanden, und dabei vor allem Rücksicht auf das vorhandene historische Altstadtensemble nehmen. Darüber hinaus muß die Stadt zukünftig selbst Wohnraum in eigener Zuständigkeit schaffen. Die Förderbedingungen hierfür sind derzeit hervorragend; der Stadtratsmehrheit und dem 1. Bürgermeister fehlte bislang der Mut dazu.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Es ist richtig, heute dafür zu sorgen, daß unsere Kinder auch noch morgen eine Welt vorfinden, auf der sich gut leben läßt. Abgesehen von den vielen kleinen Dingen, die ich wie jede/r einzelne von uns persönlich jeden Tag dazu beitragen kann, müssen wir auch als Kommune Verantwortung in den Bereichen übernehmen, die wir selbst mitgestalten können, d.h. wir brauchen einen Stadtbus, der die Ortsteile verbindet und den Öffentlichen Personennahverkehr wie den Bahnhof in Wiesmühl oder die Salzburger Lokalbahn in Ostermiething verbindet. Wir sollten das Regionalwerk des Kirchanschöringer Bürgermeisters Hans-Jörg Birner unterstützen, um im Ergebnis die Energieversorgung wieder zu kommunalisieren. Wir sollten anhand des seit Jahren vorliegenden „Windatlas“ Plätze für Windkrafträder suchen, weil die CSU-Staatsregierung ihre 2,5 km-Abstandsregel nicht dauerhaft aufrechterhalten kann. Wir sollten Geothermie-Projekte nicht ablehnen, bevor wir die Ausführungspläne dazu wirklich kennen und mehr Vertrauen in die behördlichen Genehmigungsverfahren (Berg-, Wasser-, Emissions- u. Baurecht) haben. Und wir sollten die Energieeinsparpotentiale an den gemeindeeigenen Gebäuden ständig im Blick haben.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Durch meine langjährige Arbeit im Kreisvorstand des Landschaftspflegeverbandes Traunstein habe ich viele aktive Landwirte kennengelernt, die sich ihrer Heimat und der Natur, in der sie „wirtschaften“, eng verbunden fühlen. Viele Naturschutzprojekte wie der Schutz des Kiebitzes oder der Erhalt von Moorflächen sind nur mit der Landwirtschaft möglich, nicht gegen sie. Bei der jährlich stattfindenden Abschlußfeier der Traunsteiner

Landwirtschaftsschule erlebe ich motivierte und kompetente junge Landwirtschaftsmeister, die sich und ihre Arbeit sicher nicht verstecken brauchen. Leider sind die Nitratwerte im Trinkwasser meist zu hoch, jeder, der für einen kommunalen Trinkwasserversorger arbeitet, weiß dies. Für die Trinkwasserschutzgebiete, die meist in den landwirtschaftlichen Nutzflächen liegen, können Verträge für eine schonendere Landbewirtschaftung mit den Landwirten ausgehandelt werden, welche Nutzungsausfälle dort ausgleichen, die der Wasserverbraucher über die Wassergebühren wieder bezahlen muß. Alles auf freiwilliger Basis, politische Rückendeckung für die Wasserversorger gibt es nur wenig. Das Dilemma zwischen mehr Boden- und Grundwasserschutz (wie die neue Düngeverordnung) und wirtschaftlichem Druck auf jeden einzelnen Landwirt kann die Kommunalpolitik nicht ausgleichen; aber wir können beispielsweise über die Ökomodellregion das Bewußtsein beim Verbraucher dafür fördern, daß regionale und ökologische landwirtschaftliche Produkte mehr kosten müssen, um hohe Umweltstandards einzuhalten.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Wählen gehen! Keine Parteien wählen, die unsere Verfassung, unsere offene Gesellschaft, unsere Demokratie in Frage stellen. Schauen, ob die veröffentlichten Wahlprogramme konkrete Antworten geben und ob sie auch zu den jeweiligen sich bewerbenden Personen wirklich passen könnten.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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