Wasserversorgung sieht Standort kritisch

Achengruppe zur geplanten Geothermie Törring - Haus

Tittmoning - Der Zweckverband Wasserversorgung Achengruppe steht für höchste Qualität im Bereich der Wasserversorgung für alle Abnehmer im Versorgungsgebiet.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Der Zweckverband Wasserversorgung Achengruppe steht für höchste Qualität im Bereich der Wasserversorgung für alle Abnehmer im Versorgungsgebiet. An diesem Ziel orientiert sich unser Handeln. Seit vielen Jahrzehnten gehen wir daher sorgsam mit unseren Wassergewinnungsanlagen, mit den Wasserschutzgebieten und unseren Verteilungsanlagen um. Geprägt von generationenübergreifendem Denken und Handeln für die Trinkwasserversorgung werden alle möglichen Einwirkungen auf unser Trinkwasser ständig unserer kritisch-konstruktiven Überprüfung unterzogen. Die Achengruppe arbeitet seit Jahren nach den Prinzipien einer branchenbezogenen Gefährdungsbeurteilung und dem globalanerkannten "water safety plan".


Dies gilt insbesondere für Eingriffe in und um die Wasserschutzgebiete unserer Gewinnungsanlagen. Somit wurden auch die geplanten geothermischen Tiefenbohrungen am Standort Haus/Tengling von der Achengruppe von Anfang an intensiv beobachtet.

Bereits frühzeitig wurde mit dem Antragsteller, den Fachstellen Wasserwirtschaft, Landratsamt und dem Bergamt Kontakt aufgenommen. Auch wenn die Wasserversorgung in diesem Verfahren kein Träger öffentlicher Belange ist - dieser Belang wird im Verfahren nur durch das Landesamt für Umwelt (LfU) behandelt - haben wir dennoch im Februar 2020 eine eigene Stellungnahme zum Hauptbetriebsplan abgegeben. Dazu wurde bei unserem langjährigen und bestens mit dem Brunnen Tengling vertrauten Hydrogeologen eine Beurteilung in Auftrag gegeben.lm Rahmen dieser sachverständigen Bewertung wurden für uns als Wasserversorger nicht nachvollziehbare Ausführungen zur Hydrogeologie im beantragten Hauptbetriebsplan erkennbar. Des Weiteren ist eine direkte Beeinflussung des Brunnen Tengling nicht vollends auszuschließen.


Um diese Unsicherheiten aufzuklären, wurden von uns als Wasserversorgung vorgeschlagen auf Kosten des Antragstellers weitere unabhängige Untersuchungen vorzunehmen, um mögliche Zusammenhänge und Wechselwirkungen besser erkennen zu können.

Dieser, in unseren Augen in Bezug auf den Trinkwasserschutz nicht hinreichend fundierte Antrag für den Hauptbetriebsplan mit seinen Widersprüchen und offenen Punkten veranlasste uns, diesen Standort auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen als wenig geeignet für eine geothermale Tiefenbohrung zu beurteilen. Zumal es aus unserer Sicht durchaus alternative Standorte geben könnte, die die Trinkwasservorkommen gesichert nicht beeinflussen.

Wir stellen ausdrücklich klar, dass diese negative Stellungnahme ausschließlich für den aktuell geplanten Standort in Haus/Tengling gilt. Grundsätzlich erkennen wir die großen Chancen der tiefen Geothermie für eine Energiewende, vor allem im Bereich der Wärmeenergie, in der Region. Wir sind überzeugt, dass die Vielzahl von Bohrzielen für geothermale Bohrungen in der Region eine geothermale Nutzung ohne Konflikte mit den Trinkwasservorkommen in der Region ermöglicht.

Diese Grundhaltung zur Geothermie und die konkreten Aussagen zum Standort Haus/Tengling wurde nun auch vom neuen Verbandsausschuss nochmals bestätigt, nachdem sich dieser nach den Kommunalwahlen neu konstituiert hat.

Eine Brauchwasserentnahme über Brunnen am Geothermiestandort lehnt die Achengruppe grundsätzlich ab

und geht davon aus, dass dafür wie üblich ein Wasserrechtsverfahren durchzuführen ist.

Auch die Haftungsfrage wurde in den letzten Wochen immer wieder an uns als Wasserversorger herangetragen. Dazu wurde uns auf Anfrage vom Bergamt mitgeteilt, dass die Gesellschaften eine Umwelthaftpflichtversicherung abschließen, die solche Schäden einschließen und die Betreiber die Policen vor Beginn der Arbeiten dem Bergamt vorlegen müssen. Darüber hinaus werde vom Betreiber vor Aufnahme der Arbeiten die Vorlage einer Sicherheitsleistung gemäß g 56 Absatz 2 Bundesberggesetz gefordert. Mit diesen beiden Instrumenten seien Schäden abgesichert, ohne dass die Allgemeinheit dafür aufkommen muss.

Pressemitteilung Wasserversorgung Achengruppe

Rubriklistenbild: © picture alliance / Ronal d Wittek

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