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„Es hätte den Stromertrag von einem Windrad“

Aus für Wasserkraftwerk an der Salzach? Warum sich die Gegner jetzt im Aufwind sehen

Aktion des Bund Naturschutz in Tittmoning gegen ein mögliches Wasserkraftwerk an der Salzach.
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Aktion des Bund Naturschutz in Tittmoning gegen ein mögliches Wasserkraftwerk an der Salzach.

Erst vor kurzem sprach sich Ministerpräsident Söder wieder dafür aus: Ein Wasserkraftwerk an der Salzach - seit Jahrzehnten ist es umkämpft. Doch ausgerechnet jetzt sehen sich die Projektgegner rund um den Bund Naturschutz wieder im Aufwind.

Tittmoning - Fünf Wasserkraftwerke seien ursprünglich an der Salzach mal angedacht gewesen, „jetzt sind die Pläne auf nur noch eins zusammengeschrumpft“, ging Beate Rutkowski beim Ortstermin in Tittmoning am Donnerstag (9. Juni) auf die Vorgeschichte ein - und die Kreisvorsitzende des Traunsteiner Bund Naturschutz (BN) glaubt, dass auch die Pläne für jenes letzte, übriggebliebene Kraftwerk passé sind. Der Hintergrund: Ein Gutachten der Staatsregierung, dessen Ergebnis seit anderthalb Monaten unter Verschluss gehalten wird.

Wasserkraftwerk an der Salzach vor dem Aus?

Worum geht‘s dabei? Die Salzach gräbt sich immer tiefer in ihr Flussbett - auch, weil natürliches Geschiebe aus Kies oder Schotter fehlen könnte. Eine Möglichkeit dem entgegenzuwirken: Querbauwerke, um den Fluss zu bremsen. Und geht es nach der Staatsregierung, könnte ein solches Querbauwerk auch für die Wasserkraft genutzt werden. Doch Rutkowski ist sich sicher: Die Salzach bringt auch so genügend Geschiebe mit sich, das Flussbett sei stabil. Das wurde auch in jenem Gutachten untersucht.

„Wir gehen davon aus, dass auch das Geschiebegutachten der Staatsregierung zum Ergebnis kommt, dass kein Querbauwerk nötig ist“, so Rutkowski im Gespräch mit chiemgau24.de. Andernfalls hätte die Regierung das Ergebnis bereits groß verkündet. Auch der Süddeutschen Zeitung liegen nach einem Bericht vom Donnerstag gleichlautende Informationen vor. „Die Regierung hat immer gesagt: Führt die Salzach genügend Geschiebe mit sich, braucht es kein neues Bauwerk“, so Rutkowski. „Wir sind zuversichtlich, dass auch das letzte Kraftwerk verhindert werden kann“, so Hannes Augustin vom Salzburger Naturschutzbund.

Zu wenig Wasser in der Salzach für rentables Kraftwerk

Eine andere Möglichkeit, das Eingraben der Salzach zu verhindern, wird nördlich von Tittmoning gerade umgesetzt: Auf rund vier Kilometern wird das Ufer vom Wasserwirtschaftsamt rückgebaut. Der Fluss bekommt damit doppelt so viel Platz in der Breite, die Sohle wird dadurch gestützt, Fische können besser Laichen, neue Naturlebensräume entstehen. Laut Rutkowski würden solche Renaturierungspläne auch schon für weitere Salzach-Abschnitte in der Schublade liegen. Österreich hat auf seiner Flussseite schon vor Längerem mit den Maßnahmen begonnen.

Foto von den Arbeiten zum Uferrückbau an der Salzach - den Bund Naturschutz freut‘s: Schon jetzt bessere sich die Strukturvielfalt der Natur.

Mehr Unabhängigkeit von russischer Energie - das war ausschlaggebend, dass sich auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) oder die CSU-Parteispitze jüngst wieder für mehr heimische Wasserkraft aussprachen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte explizit die Salzach. BN-Landesbeauftragter Martin Geilhufe sprach in Tittmoning aber von „Wasserkraft-Luftschlössern“ der Staatsregierung: Gegenüber Sonne oder Wind sei das Potenzial der Wasserkraft „irrelevant“. Beispiel Salzach: Nur in vier oder fünf Monaten im Jahr führe sie so viel Wasser, dass ein Kraftwerk überhaupt Strom liefern könnte. „Es hätte den Stromertrag von einem Windrad“, meint Beate Rutkowski.

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