„Tittmoninger Stadtplatz soll nicht als Parkplatz wahrgenommen werden“

Bis zu 100 Parkplätze sollen am Stadtplatz wegfallen - kommt dafür ein neues Parkdeck?

Am Stadtplatz in Tittmoning sollen Parkplätze gestrichen werden
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Am Stadtplatz in Tittmoning sollen Parkplätze gestrichen werden. Als Ersatz kommt die Wasservorstadt in Frage.

Der Tittmoninger Stadtplatz soll attraktiver werden - und dazu sollen viele Autos verschwinden. Doch wo kann Ersatz dafür geschaffen werden? Im Stadtrat wurden nun die nächsten Schritte festgelegt.

Tittmoning - „Unser Stadtplatz soll nicht mehr als Parkplatz, sondern als Marktplatz wahrgenommen werden“, so Bürgermeister Andreas Bratzdrum in der Stadtratssitzung am Dienstag, 2. März. Das Ziel: Mehr Attraktivität und Platz für Veranstaltungen. Konkret ist geplant, 80 bis 100 Parkplätze auf der südlichen Mittelachse des Stadtplatzes zu streichen. Im Gegenzug werden neue Stellplätze in der Wasservorstadt errichtet - nur: wo und wie viele?

Neue Parkplätze in der Wasservorstadt als Ersatz

Einstimmig beschloss der Stadtrat, dass die Planungen für rund 40 neue Parkplätze in der südlichen Wasservorstadt fortgesetzt werden. Zwischen den Stadtplatz-Häusern mit den Hausnummern 13 und 14 soll ein Gang geschaffen werden, um zu Fuß schnell vom neuen Parkplatz auf den Stadtplatz zu kommen. Erst wenn der neue Parkplatz fix ist, sollen Stellplätze am Stadtplatz verschwinden. „Wir müssen aber unbedingt die Anwohnerrechte wahren und dagegen bei Leuten ansetzen, die zu faul sind, fünf Minuten zu Fuß zu gehen“, so Dirk Reichenau.

Bratzdrum sei der erste Bürgermeister, der bei dem Thema nicht bremse, lobte Reichenau. In seinen Augen sei der Stadtplatz derzeit „ungepflegt und nicht barrierefrei“. Auch Hans Glück freute sich, dass jetzt „wohl endlich was passiert“. Er forderte außerdem, die Drei-Stunden-Parkregelung am Stadtplatz nur noch auf eine Stunde zu begrenzen. „Wir müssen den Geschäftsleuten klarmachen, dass wir das alles für sie machen und nicht gegen sie“, so Glück.

Soll auch ein Parkdeck in Tittmoning gebaut werden?

In einem zweiten Schritt könnten dann neue Parkplätze in der Wasservorstand-Nord auf Höhe der Lutzengasse entstehen. Fachbüros werden in einem Ideenwettbewerb Pläne für ein Parkdeck und andere Parkmöglichkeiten ausarbeiten, entschied der Stadtrat. Gegenstimmen kamen von Maria Kellner, Albert Schauer und den vier Stadträten der Ökoliste. „Wir sollten erstmal schauen, ob nach den neuen Parkplätzen in der Wasservorstadt-Süd überhaupt noch Bedarf für ein Parkdeck ist“, so Maria Kellner. Ute Sesselmann und Hans Glück warnten vor möglichen hohen Kosten.

Nach einer ersten Schätzung aus dem Jahr 2019 könnte ein Parkdeck mit 100 Stellplätzen 5,5 Millionen Euro kosten. Die Überlegungen, eine Tiefgarage unter den Stadtplatz zu bauen, scheinen in der Stadtverwaltung inzwischen keine Rolle mehr zu spielen. Auch am alten Brückner-Gelände soll keine Tiefgarage gebaut werden, wie der Stadtrat schon vor knapp zwei Jahren entschied.

xe

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