Wo eine Park-Alternative zum Stadtplatz bauen? *Mit Voting*

"Frechheit!": Ärger im Stadtrat wegen Zukunft der Parkplätze

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Wie kann der Tittmoninger Stadtplatz von den vielen parkenden Autos entlastet werden? Eine Vorentscheidung, ob ein Parkdeck in der Wasservorstadt oder eine Tiefgarage die Lösung bringen soll, wurde vom Stadtrat am Dienstag vertagt. 

Tittmoning - Es geht um viele Millionen Euro: Soll eine Tiefgarage oder ein Parkdeck gebaut werden, um den Stadtplatz von Autos zu entlasten? Doch einige Stadträte fühlten sich viel zu schlecht informiert.

Eine Grobuntersuchung mit Kostenschätzungen von einem Planungsbüro gibt es schon: Dort werden Varianten für eine Tiefgarage unter dem Stadtplatz oder für Parkdecks in der Wasservorstadt vorgestellt - aber nur ein Teil der Stadträte bekam die Untersuchung bisher auch genauer vorgestellt. Als Bürgermeister Konrad Schupfner am Dienstag dann über eine Machbarkeitsstudie für ein Parkdeck in der Wasservorstadt Nord abstimmen lassen wollte, ging das einigen zu weit.


Zu wenige Infos: Für Sesselmann eine "Frechheit"

"Es ist eine Frechheit, dass wir ein Zehn-Millionen-Euro-Projekt nicht im Stadtrat vorgestellt bekommen", entfuhr es Ute Sesselmann. "Sowas müssen wir gut präsentiert bekommen, sonst können wir nur abnicken. So geht's nicht", stellte sich auch Barbara Danninger hinter Sesselmann. Bürgermeister Schupfner ruderte schließlich zurück: "Ich nehm's auf mich. Es wäre besser gewesen, das Planungsbüro für eine Vorstellung im Stadtrat nochmal einzuladen." 

Ute Sesselmann fand die deutlichsten Worte dafür, dass die Varianten nicht dem ganzen Stadtrat ausführlich vorgestellt wurden.

Ob man eine Machbarkeitsstudie für ein Parkdeck in der Wasservorstadt Nord in Auftrag gibt - und damit quasi eine Vorentscheidung zum Standort trifft - wurde am Dienstag von der Tagesordnung gestrichen. Die Untersuchung des Planungsbüros wurde bisher nur in der "Lenkungsgruppe Altstadt" vorgestellt. Alle Fraktionen, aber nicht alle Stadträte sind dort vertreten. Außerdem tagt die Lenkungsgruppe nicht-öffentlich. Auch Dirk Reichenau wurde dann laut: "Ziel ist, den Stadtplatz vom Blech zu befreien. Jetzt wieder nicht abzustimmen ist ein Schwanz-Einziehen"

Tiefgarage oder Parkdecks mit Aufzug?

Zur Debatte stehen verschiedenste Varianten für eine Tiefgarage unter dem Stadtplatz oder für Parkdecks in der Wasservorstadt. Eine Tiefgarage mit 120 Stellplätzen unter dem Stadtplatz würde nach der groben Schätzung des Planungsbüros mindestens sechs Millionen Euro kosten. Auch eine Variante mit 325 Tiefgaragen-Stellplätzen wurde untersucht, hier wurden knapp 23 Millionen Euro veranschlagt. Probleme könnten hier Kanalverlegungen oder der Denkmalschutz bereiten.

Parkdecks in der südlichen oder nördlichen Wasservorstadt würden mit 100 bis 190 Stellplätzen bei fünf bis zehn Millionen Euro liegen. Die Parkdecks würden in den Hang hineingebaut werden - Unsicherheiten mit dem Fels oder dem Wasserabfluss vom Hang müssten dabei berücksichtigt werden. 

Das Parkdeck in der nördlichen Wasservorstadt könnte auf Höhe der Lutzengasse gebaut werden, das Parkdeck in der südlichen Wasservorstadt etwa hinter dem Bistro Merlin. Hier hatte die Lenkungsgruppe einen Schrägaufzug hinauf zum Stadtplatz ins Spiel gebracht, der geschätzt nochmal eine bis zwei Millionen Euro kosten könnte. 

Tiefgarage unter Stadtplatz eine "Schnapsidee"?

Diskussionen gab es im Stadtrat darüber hinaus, ob die Variante der Tiefgarage überhaupt noch genauer untersucht werden sollte - in den Augen von Hans Glück und Robert Lex sei das nämlich ohnehin eine "Schnapsidee". Bürgermeister Konrad Schupfner hielt dagegen: "Das ist keine Schnapsidee, sondern wird seit den 1980er-Jahren immer wieder diskutiert. Auch andere Städte haben solche Tiefgaragen, also sollten wir das zumindest als mögliche Alternative präsentieren." 

In der Stadtratssitzung am 24. März soll das Planungsbüro "Plankreis" dem Stadtrat sämtliche Varianten nochmal genauer vorstellen. Im Anschluss will der Stadtrat dann eine Machbarkeitsstudie für eine der Varianten in Auftrag geben. Die Machbarkeitsstudie ist eine Voraussetzung für eine spätere Planersuche. Laut Schupfner ist das Auftragsvolumen bei diesem Projekt so groß, dass es eine solche Studie für das Vergabeverfahren braucht. 

xe

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