"Wenn was schiefläuft, haben wir ein Problem"

Geothermie Gefahr fürs Trinkwasser? Angst auch in Tittmoning

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Hans Glück, Stadtratsabgeordneter der Ökologischen Bürgerliste, und seine Fraktion kritisieren die Pläne für das Geothermie-Kraftwerk in Haus bei Tengling. 

Tittmoning/Tengling - Schon eine Bürgerinitiative gründete sich gegen die Geothermie-Pläne bei Tengling, jetzt meldet auch ein Stadtrat aus Tittmoning Bedenken an.

"Wenn irgendetwas schiefläuft bei den Bohrungen, dann haben wir ein Problem“, so die Befürchtung von Ökolisten-Stadtrat Hans Glück sowie der Vorsitzenden Ilse Englmaier. Es sind nur gute fünf Kilometer südlich von Tittmoning, in Haus bei Tengling, wo die Geoenergie Bayern GmbH ein Geothermie-Kraftwerk bauen will. Glück treibt vor allem die Sorge ums Trinkwasser um.


80 Prozent des Tittmoninger Trinkwassers kommen aus dem Tenglinger Brunnen, der in direkter Nähe des geplantes Kraftwerks liege. "Für die Ökoliste hat die Trinkwasserversorgung oberste Priorität", so Glück, auch wenn er weiß, dass der geplante Bohrplatz außerhalb des Grundwasser-Einzugsgebietes liegt. Grundsätzlich spreche nichts gegen Geothermie, aber eine sichere Trinkwasserversorgung habe Vorrang.

Geothermie Tengling: Bedenken wegen Trinkwasser und "Energieverschwendung"

Damit befindet sich Stadtrat Glück und seine Ökoliste auf einer Linie mit der Bürgerinitiative "BIENE", die sich im Herbst gründete und nun ein eingetragener Verein ist. Sie will nicht nur gegen das geplante Geothermie-Kraftwerk bei Tengling mobil machen, sondern auch ähnliche geplante Anlagen bei Laufen, Kirchanschöring, Kay oder Nußdorf verhindern. Auch in Nußdorf ist eines der größten Bedenken der Kritiker die nähe eines Bohrplatzes zu einem Wasserschutzgebiet. Die Bürgerinitiative hält Infoveranstaltungen ab, halt Protestplakate angebracht und überlegt auch, eine Demonstration zu organisieren


Was die "BIENE" weiter kritisiert ist eine angebliche Energieverschwendung jener Geothermie-Anlagen. Auch hier ist die Tittmoninger Ökoliste der selben Meinung: "An der geplanten Bohrstelle gibt es keinerlei Möglichkeit für die Verwendung der riesigen Mengen thermischer Energie, die nach der Stromerzeugung übrig bleiben. Nur maximal zehn Prozent der Gesamtenergie können elektrisch genutzt werden", so Hans Glück. Für ihn ist klar: Der Standort bei Haus wurde nur ausgewählt, weil die "Geoenergie Bayern GmbH" dort den Grund erwerben konnte. 

xe

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