Manche Stadträte fühlen sich schlicht übergangen

„Grenzwertig“: Ist der Ärger um die neue Lagerfläche bei Tittmoning nun ausgeräumt?

Etwa 1750 Quadratmeter ist die asphaltierte Fläche im Hintergrund des Bildes groß. Zu sehen ist der neue Einschleifer, der die Staatsstraßen St2105 und St2106 bei Tittmoning-Grassach verbindet.
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Etwa 1750 Quadratmeter ist die asphaltierte Fläche im Hintergrund des Bildes groß. Zu sehen ist der neue Einschleifer, der die Staatsstraßen St2105 und St2106 bei Tittmoning-Grassach verbindet.

Tittmoning - Sie war mit der Stadt nicht abgesprochen und drohte, als Platz für möglicherweise kontaminiertes Material zu dienen: Erneut war die Lagerfläche beim neuen Einschleifer bei Grassach Thema im Stadtrat.

Die asphaltierte Lagerfläche beim neuen Einschleifer Grassach sei unzulässig und müsse zurückgebaut werden - das forderte die Ökologische Bürgerliste am Dienstag, 6. Oktober, im Tittmoninger Stadtrat, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Bis auf ihre vier Stadträte sprachen sich alle für den Erhalt aus. Zum einen sei man vom Staatlichen Bauamt nicht informiert worden, dass dort eine solche Fläche errichtet wird, zum anderen sei „verschwiegen“ worden, dass sie als Lagerplatz für kontaminierte Stoffe in Frage käme, argumentierte die Fraktion von Stadtrat Hans Glück.


Lagerfläche bei Tittmoning-Grassach wird nicht mehr für potenziell kontaminiertes Material verwendet

Doch dann kam es ohnehin anders als gedacht: „Das Landratsamt neigt inzwischen dazu, die Fläche als Zwischenlager für kontaminiertes Material auszuschließen“, stellte Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt klar. Und: Wenn Asphaltreste, die möglicherweise Teer enthalten haben könnten, bei Grassach zwischengelagert wurde, seien sie immer abgedeckt worden - darüber hinaus gäbe es Auffangbehälter, die das abfließende Oberflächenwasser vom Lagerplatz aufsammeln, damit es nicht ins Grundwasser gelangt.


„Trotzdem, uns wurde anfangs erzählt, das wird einfach eine Grünfläche“, so Hans Glück. Er nannte das Vorgehen des Staatlichen Bauamts nach wie vor „grenzwertig“. Auch Bürgermeister Andreas Bratzdrum (CSU) drückte noch einmal seine Unzufriedenheit aus: „Diese Form der Abwicklung eines Bauprojekts sind wir nicht gewohnt.“ Trotzdem sei man um den Einschleifer an den Staatsstraßen St2105 und St2106 froh, außerdem könne die Lagerfläche künftig auch von der Stadt genutzt werden.

„Versiegelt ist versiegelt, das wird so bleiben“

Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt versprach, die Fläche möglichst einzugrünen, momentan schaue sie noch „grauslich“ aus, gab auch er zu: „Aber versiegelt ist versiegelt, das wird so bleiben.“ Dass es besser ist, Lagerflächen an Baustellen zu asphaltieren, habe auch das Beispiel Teisendorf bewiesen. Als dort im vorigen Jahr der Kreisverkehr an der B304 gebaut wurde, sei der Lagerplatz nicht asphaltiert und „dementsprechend schnell von den Fahrzeugen zerfahren“ worden, so Bambach.

Der Einschleifer zwischen der St2105 und St2106 bei Grassach wurde am 23. September für den Verkehr freigegeben. Vier Monate wurde daran gebaut. Der Einschleifer soll belastenden Schleichverkehr beenden, die Verkehrssicherheit erhöhen und den Durchgangsverkehr in Kay und Tittmoning reduzieren. Die Kosten für die neue Verbindung der beiden Staatsstraßen in Höhe von 750.000 Euro trug der Freistaat Bayern.

xe

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