Auch kleine Wohnungen fehlen in der Stadt

„Wir decken den Bedarf nicht“: So will Tittmoning zu günstigen Wohnungen kommen

Tittmoning - Vor allem kleinere, günstigere Wohnungen fehlen in der Stadt - das Problem ist bekannt. Der Stadtrat hat nun einen ersten Schritt gemacht, um sich dem Thema anzunehmen.

„Die Nachfrage vor allem nach kleineren Wohnungen ist groß. Das belegen tägliche Anfragen bei uns und die Sozialraumanalyse“, so Bürgermeister Andreas Bratzdrum in der Stadtratssitzung am Dienstagabend, 3. November. In einem ersten Schritt soll die Stadt Tittmoning dem „Zweckverband Heimat.Chiemgau“ beitreten. Der Verband wurde vom Landkreis Traunstein gegründet. Das Ziel: Mit Hilfe staatlicher Fördermittel Wohnraum zu schaffen, der vergleichsweise günstig ist. Auch die Kommunen sollen dort jetzt Mitglied werden.

Tittmoning will „Zweckverband Heimat.Chiemgau“ beitreten

Allen voran das alte Brückner-Gelände könnte sich laut Bratzdrum dafür anbieten, aber auch weitere Liegenschaften in der Stadt. „Die Stadt müsste dann keine eigene Wohnbaugesellschaft gründen, um Fördermittel zu bekommen. Wir sollten das Angebot des Landkreises also annehmen“, so der Bürgermeister. Um klassische gebundene Sozialwohnungen würde es sich nicht handeln, aber Lothar Wagner vom Landratsamt rechnet mit einer Kaltmiete von neun Euro pro Quadratmeter. „Bei Neubauten ist das relativ günstig. Auf dem freien Markt zahlt man sonst elf bis 13 Euro im Landkreis für den Quadratmeter an Kaltmiete“, so Wagner.

Mit wenig Einsatz könnten wir sozialen Wohnraum bekommen und hätten mit dem Landkreis einen öffentlichen Träger, der günstige Mieten anbieten kann - anders als bei einem Investor“, fasste es Barbara Danninger zusammen. Rund 300 Euro müsste die Stadt als „Beitritt“ zum Zweckverband zahlen, danach jährlich rund 600 Euro, bis sich der Verband durch die Mieteinnahmen selbst trägt. Die Anteile Tittmonings am „Zweckverband Heimat.Chiemgau“ betrügen aber nur 0,5 Prozent. Der größte Teil bleibt beim Landkreis.

Wer bekommt die Wohnungen? Stadt hat Vorschlagsrecht

Wer würde die geförderten Wohnungen in Tittmoning bekommen? Auch das würde letztlich der Landkreis entscheiden, doch laut Wagner will man sich an das Vorschlagsrecht der Stadt halten. Natürlich wäre es auch für die Stadt Tittmoning selbst möglich, eigenständig geförderten Wohnungsbau zu betreiben. Die Zuschüsse des Freistaats in Höhe von 30 Prozent wären gleich hoch wie über den Zweckverband - „aber wir haben schon die Expertise und die Logistik“, so Zweckverband-Geschäftsführer Lothar Wagner.

Der Tenor im Stadtrat, ob man beitreten will, war durch die Bank positiv. Endgültig abgestimmt wird aber erst in der Sitzung am 1. Dezember. Zum Hintergrund: Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person ist mit 52 Quadratmetern in Tittmoning sehr hoch im Vergleich mit der Region. Nur 5,6 Prozent sind Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen. Die Stadt droht laut Sozialraumanalyse deshalb vor allem Singles oder Geschiedene zu verlieren.

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage xe/CSU Tittmoning

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