Fernverkehr soll nicht am Tittmoninger Stadtplatz landen

Stadtrat fordert neuen Kreisverkehr auf der B20 - doch ist das realistisch?

Um diese Kreuzung der B20 mit der St2105 nördlich von Tittmoning geht‘s: Der Stadtrat fordert vom Staatlichen Bauamt einen Kreisverkehr. Er soll dabei helfen, den Tittmoninger Stadtplatz vom Verkehr zu entlasten.
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Um diese Kreuzung der B20 mit der St2105 nördlich von Tittmoning geht‘s: Der Stadtrat fordert vom Staatlichen Bauamt einen Kreisverkehr. Er soll dabei helfen, den Tittmoninger Stadtplatz vom Verkehr zu entlasten.

Tittmoning - Der Durchgangsverkehr über den Stadtplatz soll weniger werden - mit einem Kreisverkehr auf der B20 könnten Autos und Lkw am Stadtkern besser vorbeigelotst werden, meint der Stadtrat. Aber ist die Umsetzung realistisch?

Es geht um die Kreuzung auf der B20 nördlich von Tittmoning, auf Höhe des Seewirts - hier entscheidet es sich, ob der Verkehr schließlich am Stadtplatz landet oder über die Lkw-Umfahrung über Kay gelotst wird. „Diese Lenkung kann aus unserer Sicht effektiver, flächensparender und am sinnvollsten mit einem Kreisverkehr und zusätzlichen Beschilderungen gewährleistet werden“, heißt es im Antrag der Freien Wähler.


Stadtrat fordert Kreisverkehr an B20 nördlich von Tittmoning

Mit 17:2 Stimmen stellte sich der Stadtrat am Dienstag, 6. Oktober, klar hinter die Forderung, die sich ans Staatliche Bauamt richtet. Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt, der in der Stadtratssitzung gleich Rede und Antwort stand, drückte aber auf die Euphoriebremse: „Ja, ein Kreisverkehr wäre charmant. Aber in Berlin gibt es klare Richtlinien. An dieser Stelle käme ein Kreisverkehr momentan eher nicht in Frage, weil die Kreuzung weder Leistungsfähigkeitsdefizite hat, noch gibt es dort eine Unfallhäufung.“


Nördlich von Tittmoning ist ohnehin ein Ausbau der B20 geplant. Rund zehn Millionen Euro will der Bund dafür in die Hand nehmen. Der Ausbauabschnitt betrifft aber nur das B20-Teilstück vom Seewirt bis zum Abzweiger Asten, kurz vor Nonnreit - ein Umbau der besagten Kreuzung war vom Staatlichen Bauamt bisher eigentlich nicht geplant. „Das sollte natürlich zeitgleich mit dem Ausbau gemacht werden“, unterstrich Maria Kellner (Freie Wähler). Unabhängig vom beantragen Kreisverkehr sollen die Ausbaupläne für die B20 nördlich von Tittmoning im November vorgestellt werden.

Und die Belange der Anwohner an der Umfahrung?

Wäre ein Kreisverkehr dort die einzige Lösung, um mehr Verkehr an Tittmoning vorbeizuführen? Dirk Reichenau (SPD) meinte Nein. Auch eine veränderte Linienführung der Straße wäre in seinen Augen sinnvoll. In Richtung Tittmoninger Stadtplatz müsste man dann bewusst links abbiegen, wer auf der Hauptstraße weiterfährt, würde automatisch auf der St2105 in Richtung Kay bleiben. Auch diesen Vorschlag offiziell ans Staatliche Bauamt zu richten wurde vom Stadtrat aber mit 7:12 Stimmen abgelehnt.

Die Vertreter der Ökologischen Bürgerliste rückten auch die Belange der Anwohner der Umfahrung in den Mittelpunkt. „Sie haben nichts davon. In den nächsten 15 Jahren wird eine Verkehrszunahme von 23 Prozent prognostiziert. Das ist das Problem“, so Michael Schörgnhofer. Und für Hans Glück ist der Verkehr über den Stadtplatz zwar „oft ein Wahnsinn“, aber auch die Anwohner entlang der Umfahrung seien „schon ziemlich am Limit“.

xe

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