Wie viel Geld über die Gratis-Gutschein-Aktionen geflossen ist

„Konjunkturprogramme“ für Gastro und Handel: Traunstein und Tittmoning ziehen Bilanz

Pieperhoff Hümmer Traunstein
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Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (rechts) und Stadtmarketing-Geschäftsführer Jürgen Pieperhoff präsentieren eine vergrößerte Version des „TraunsteinGutscheins“.

Traunstein/Tittmoning - Über 200.000 Euro nahmen beide Städte heuer in die Hand, um mit Gratis-Gutscheinen an die Bürger die heimische Wirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen. Nun wurde Bilanz gezogen.

„Die Aktion hat sich signifikant auf die Umsätze ausgewirkt und hat echt geholfen. Das war ein ganz starkes Zeichen“, zog Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer jüngst Bilanz zur Gutschein-Aktion. Auch sein Amtskollege Andreas Bratzdrum aus Tittmoning sprach für seine Stadt von einem „großen Erfolg“. Alle Bürger der beiden Städte erhielten im Sommer Zehn-Euro-Gutscheine, Kinder wurden mit fünf Euro bedacht. In Traunstein galt das „Konjunkturprogramm“ nur für die Gastronomie, in Tittmoning konnten die Gutscheine in nahezu allen Geschäften eingelöst werden.

Fazit der Gutschein-Aktionen in Traunstein und Tittmoning

Gut 70 Prozent aller Gutscheine wurden in Traunstein eingelöst - also knapp 16.000 der rund 22.000 Gutscheine. 500 wurden an die Traunsteiner Tafel gespendet. Inklusive Druck und Verteilung nahm die Stadt dafür 167.000 Euro in die Hand. „Traunstein ist damit für andere Gemeinden Vorbild gewesen“, so Hümmer in der jüngsten Stadtratssitzung stolz. Auch Tittmoning folgte dem Traunsteiner Beispiel. Hier wurden die Gutscheine noch besser genutzt: Über 86 Prozent seien in Tittmoning eingelöst worden, berichtete Bürgermeister Bratzdrum in der Stadtratssitzung am Dienstag, 1. Dezember.

Für Tittmoning liegen genaue Zahlen vor: Knapp die Hälfte der Gutscheine wurde in der Gastronomie eingelöst. 22.740 Euro flossen über diesen Weg an die Wirte. Mit knapp 9.000 Euro folgt auf Platz 2 der Bereich „Lebensmittel, Bäcker, Metzger“, auf Platz 3 mit gut 7.000 Euro der Einzelhandel. Die drei in Tittmoning ansässigen Ketten Edeka, Rossmann und Lidl beteiligten sich aber freiwillig nicht, um die Umsätze dem kleinen Einzelhandel zukommen zu lassen. Im Gegensatz zu Traunstein entschied sich der Tittmoninger Stadtrat im Juni nach längerer Diskussion, die Gutscheine nicht nur der Gastronomie zukommen zu lassen.

Ergbebnis der Tittmoninger Gutschein-Aktion

„Diese Solidarität ist wichtig“

„Unterstützen Sie die heimische Gastronomie und den Handel auch jetzt bei den Weihnachtseinkäufen. Diese Solidarität ist wichtig“, so Christian Hümmers Appell vorige Woche im Stadtrat. Und Bratzdrum betonte: „Auch wenn wir als Stadt nicht mit großen Finanzen gesegnet sind, zeugt das von unserer guten Verbindung zur heimischen Wirtschaft und dass wir der Bevölkerung zeigen konnten, was eine örtliche Versorgung ausmacht.“

xe

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