Wilderer in Tittmoning und Trostberg unterwegs

"Keine Gaudi mehr": Reh schleppte sich verletzt wochenlang durch Wald 

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Dieses Reh wurde von Wilderern angeschossen und von Jäger Hans Fellner nach Wochen von seinem Leid erlöst. 
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Tittmoning - Angeschossene Tiere, die sich über Wochen hinweg verletzt durch den Wald schleppen, bis sie vom reviereigenen Jäger erlöst werden - dieses Szenario mit einem jungen Reh musste Jäger Hans Fellner erleben. Er warnt: Wilderer treiben schon länger ihr Unwesen in den Wäldern der Umgebung. 

Hans Fellner ist einer der Jagdpächter in Tittmoning/Kirchheim. In der Salzachau stellt der Jäger nun einen Fall von Jagdwilderei fest: Ein Reh wurde wohl von einem Wilderer vor rund vier bis sechs Wochen angeschossen. Die zweijährige Rehgeiß wies einen Streifschuss auf und schleppte sich anscheinend verletzt durch den Wald. Vergangenen Freitag konnte Fellner es entdecken und von seinem, wie er betont, "unsäglichem Leid" erlösen

Der Jäger hegt bereits seit mehreren Monaten den Verdacht, dass Jagdwilderei in dem Revier bestehe. Bei der Polizeiinspektion Laufen hat Fellner nach dem Fund des Rehs gleich am Montag Anzeige beim Jagdsachbearbeiter erstattet.

 

Die Wunde, die das Tier durch den Streifschuss erlitten hat. 

Und das war mitnichten der einzige Fall von Wilderei in der Region: In Palling beispielsweise seien bereits tote Tiere gefunden worden, die mit Kleinkalibern angeschossen worden seien. Der Wunde am zweijährigen Reh in Tittmoning nach zu urteilen habe es sich bei der Waffe nach Einschätzung des Jagdpächters wohl um ein schwereres Kaliber von etwa sieben Millimetern gehandelt. 

In Trostberg im Jagdrevier Heiligkreuz Nord fand eine Spaziergängerin erst kürzlich die Überreste von insgesamt fünf Rehen im Gebüsch in der Nähe von Purkering. Lediglich Köpfe und Innereien waren den Tieren entnommen. Der oder die Täter hatten sich anscheinend wenig Mühe gemacht hatte, die Kadaver zu verstecken. 

Wie der in dem Revier zuständige Jäger vermutet auch Hans Fellner, dass es sich bei diesen Fällen wohl um Jagdwilderei handele. "In den letzten Wochen und Monaten habe ich mehrfach Schüsse im Wald vernommen - vor allem nachts."

Ein eindeutiges Zeichen, dass Wilderer ihr Unwesen treiben? Das ist dennoch nicht ganz sicher, wie Fellner weiter erklärt: "Man möchte ja niemanden zu Unrecht beschuldigen, aber das hier ist wirklich keine Gaudi mehr. Wenn man sieht, wie sich das Tier mit offenen Wunden wochenlang durch den Wald schleppt, das ist einfach Wahnsinn!" 

Und dabei ist Wilderei definitiv kein Kavaliersdelikt. Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren und Geldstrafen im vierstelligen Bereich drohen den Tätern. 

Hinweise an die Polizei erbeten

Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung - insbesondere was die Mitteilung auffälliger Fahrzeuge anbelangt. Möglicherweise kann ein dunkler BMW X1 mit TS-Kennzeichen der Schlüssel zum Fahndungserfolg sein. 

Fellner - wie auch seinen Jagdgenossen - liege sehr viel daran, die jagdlichen Übergriffe so schnell wie möglich zu stoppen. Hinweise nimmt jede Polizeidienstelle in der Nähe entgegen, wie die Trostberger Inspektion unter der Telefonnummer 08621/98420 oder auch die Inspektion Laufen unter der Telefonnummer 08682/89880

mb

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