Schulkinder sollen Freude am Lernen haben

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Rektor Reinhard Gull stellt den Anwesenden das Montessori-Material vor.

Freilassing - Auf der Montessori-Schule bestimmen die Schüler selbst, wie sie den Lehrstoff am besten aufnehmen. Der Erfolg zeigt sich in den Entwicklungen der Schule.

Eine Stunde Deutsch und dann eine Stunde Mathematik, nach der Pause Heimatkunde und anschließend Englisch. Macht diese Art des Unterrichts den Schulkindern eigentlich Spaß? Aber ohne Freude lernen führt kaum zum erwünschten Erfolg. „An der Montessori-Schule wird ganzheitliches Lernen in jahrgangsübergreifenden Klassen praktiziert.“, berichtete Rektor Reinhard Gull im Informationsabend der FWG Heimatliste , der kürzlich im Gasthaus Rieschen in Freilassing stattfand. „Die Kinder bestimmen selbst unter Anleitung zwanglos, wie sie den Lehrstoff für sich am besten aufnehmen und verarbeiten. Und das funktioniert bestens.“

Die Mitglieder der FWG Heimatliste sind hoch erfreut, dass sich in diesem Jahr im Bereich der Schulen in Freilassing viel zu Gunsten der Stadt bewegt hat. „Wir danken allen Aktiven, die sich mit Kraft und Energie eingesetzt haben, dass sich so etwas in unserem Ort entwickeln konnte.“, betonte Dietmar Eder als Fachreferent bei seiner Begrüßung. Gegen viele Widerstände gelang es den Verantwortlichen, eine eigene Wirtschaftsschule anzusiedeln, die eine berufsspezifische Ausbildung ermöglicht. Durch den Verbund der Hauptschulen in Freilassing und Mitterfelden konnte eine Mittelschule geschaffen werden, die vor allem den Grundschulbereich aufwertet. An der Berufsschule wurde eine Fachschule für Hotel- und Tourismusmanagement eröffnet, die eine echte Alternative zu den Ausbildungszweigen im benachbarten Bad Reichenhall darstellt. Der Bereich „Rechts- und Sozialwesen“ aus der Fachoberschule fand eine Niederlassung an der Mädchenrealschule „Franz von Assisi“ und wird dort heuer erstmals unterrichtet. Und nicht zuletzt verlegte die Montessori-Schule ihren Standort von Bad Reichenhall nach Freilassing und bietet nunmehr dort den Kindern ihre Philosophie an. Neben Grund- und Hauptschule beheimatet die Grenzstadt noch Realschulen und eine Berufschule, deren Lehrkräfte für die Wissensvermittlung ortsübergreifend Sorge tragen.

Grundlagen zum Lernen und Bilden zu schaffen und zu erweitern, sei eine Pflichtaufgabe, die die Gesellschaft gegenüber ihren Kindern und Jugendlichen zu erfüllen hat. Unser Nachwuchs hat einen natürlichen Drang, zu lernen und Erfahrung zu sammeln. Jeder benötige dazu aber eine individuelle Betreuung, die nicht mit einem standardisierten Ablauf zu erreichen ist. „Die FWG Heimatliste hat sich deshalb für den heutigen Abend die Montessorischule als Schwerpunkt ausgewählt und Rektor Reinhard Gull gebeten, seine Bildungsstätte vorzustellen.“, erläuterte Dietmar Eder und übergab das Wort an den Schulleiter.

Der jugendlich wirkende Reinhard Gull ist studierter Grundschullehrer aus Österreich und seit nunmehr fünf Jahren an der Montessori-Schule. Neben seiner Tätigkeit als Rektor betreue er selbst noch eine Gruppe als Lehrkraft. Bezeichnend für seine Arbeit sei der Wahlspruch der Gründerin Maria Montessori: Hilf mir, es selbst zu tun. Das Kind müsse als Baumeister seiner selbst angesehen werden, was sich später im Alter auswirkt. Grundlagen sind die Lernziele der Grund- und Hauptschule mit den Klassen 1-10, wobei auch der qualifizierte Abschluss und der Übertritt in weiterführende Schulzweige möglich ist. Durch die Jahrgangsmischung würden die Kleinen von den Großen lernen können. Es gibt ein individuelles Lerntempo und eine gezielte Förderung eines jeden Kindes. Eigenes Gestalten der Arbeit und Verwendung von Montessori-Material würden das Begreifen der Lerninhalte ermöglichen. Zusätzlich werden auch die Künstlerischen Fächer der Waldorfpädagogik vermittelt. Kleine Klassen mit jeweils einem Klassenlehrer und einer Zweitlehrkraft kennzeichnen die Organisation des Schulbetriebes. Es würde eine Ganztagsbetreuung mit Vollverpflegung erfolgen. Jeder Kind arbeite nach einem individuellen Plan und habe während der Woche im Rahmen der „Freiarbeit“ genügend Zeit, in der Schule all seine Aufgaben zu erledigen. Die Kinder haben dort die Möglichkeit, sich geistig, menschlich und fachlich zu entwickeln. Diese ganzheitliche Ausbildung kennzeichnet die Philosophie von Maria Montessori, stellte Rektor Gull heraus. Nachdem die Schule von einem Förderverein getragen wird und seitens des Staates nicht alle Kosten abgedeckt werden, müsse ein individuell abgestimmtes Schulgeld erhoben werden. Es gäbe nicht nur einen gewählten Elternbeirat, sondern alle Eltern würden einzeln in das Gefüge der Schule eingebunden, was ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen lasse.

Reinhard Gull ließ es sich nicht nehmen, Montessori-Material – wie den roten Turm – den Anwesenden zu zeigen und dessen Einsatz anschaulich darzustellen.

Wolfgang Hartmann erinnerte an den Waldorfkindergarten in Freilassing, der durch viel Elternarbeit entstanden sei und nunmehr seit vielen Jahren erfolgreich existiere. Dieser sei ebenso wie nunmehr die Montessori-Schule in einem Gebäude untergebracht, das im Eigentum der Max-Aicher-Unternehmensgruppe stehe. Bettina Oestreich stellte klar, dass der Firmeninhaber sowohl der Waldorf-, als auch der Montessori-Philosophie eng verbunden sei und zum Betrieb dieser Einrichtungen nicht unerhebliche Kosten auf sich genommen habe. Gudrun Sturm als Vorsitzende des Fördervereins gab zu verstehen, dass eine Elternarbeitszeit vertraglich verpflichtend vorgesehen sei und sich dies als starkes Bindeglied entpuppt habe.

FWG-Vorsitzender Bert Enzinger bedankte sich zum Schluss bei Reinhard Gull für seine aufgeweckte Darstellung der Montessori-Inhalte und bei den Interessierten für ihr Kommen. Er erwähnte noch, dass eines der nächsten Themen der FWG-Info-Abende das anstehende Konzept zur Stadtentwicklung in Freilassing sein werde.

Pressemeldung FWG Heimatliste

Quelle: BGland24.de

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