„Angriffstrupp zur Personenrettung vor!“

So übt die Freiwillige Feuerwehr Waging für den Ernstfall

Waging am See - Die freiwillige Feuerwehr durfte ein sich im Umbau befindendes Gebäude für Übungszwecke verwenden, was das Proben unter realitätsnahen Bedingungen ermöglicht hat. Auf was alles geachtet werden muss und wie der genaue Ablauf eines solchen „Standarteinsatzregel Brand“ funktioniert, dass konnte alles bei dieser Übung getestet werden.

Die Meldung im Wortlaut:


„Zimmerbrand im 3. Obergeschoss, eine Person vermisst“, lautete die Meldung bei einer Einsatzübung der Waginger Feuerwehr. Ort des Geschehens war ein derzeit im Umbau befindliches Gebäude, welches dankenswerter Weise von den Eigentümern für Übungszwecke der Feuerwehr zur Verfügung gestellt wird. Dies ermöglicht eine Übung und ein Vorgehen unter realitätsnahen Bedingungen.

Im Mittelpunkt der Einsatzlage stand das Vorgehen der Einsatzkräfte mit der sogenannten „Standarteinsatzregel Brand“. Dies ist eine organisatorische Handlungsanweisung, die ein bestimmtes standardisiertes Verhalten der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle etablieren soll.
In der Praxis sieht dies so aus, dass während der „Erkundung der Einsatzstelle“ durch den Einsatzleiter die Mannschaft bereits unter anderem die Wasserversorgung herstellt und benötigte Geräte an einen Bereitstellungsplatz bringt. Dadurch entsteht ein enormer zeitlichen Vorteil bei der anschließenden Brandbekämpfung. Der Einsatzleiter kann sich währenddessen ein umfangreicheres Bild von der Unglücksstelle machen und somit das weitere Vorgehen planen.

Lageerkundung von großer Bedeutung
Nach einer Erkundung der Einsatzstelle durch die beiden Gruppenführer konnten die Aufgaben an die Einstzkräfte verteilt werden. Wichtig ist hierbei die sogenannte „Lage auf Sicht“ , also bereits der erste Eindruck während der Anfahrt der Feuerwehrfahrzeuge. Sollte sich hierbei eine Einsatzlage anders ergeben als gemeldet wurde, können bei Bedarf frühzeitig weitere benötigte Kräfte nachalarmiert werden.


Anleiterbereitschaft der Drehleiter zur Personenrettung

Die weitere Erkundung fand durch Befragung anwesender Passanten und Hausbewohner statt. Diese wurden von Mitgliedern der Feuerwehr Waging fiktiv dargestellt. Auch das Gebäudeinnere bis zur Rauchgrenze und die Umgebung des Schadensortes wurde von den Führungskräften auf Gefahren sondiert. Oftmals ist hier auch ein Blick von einiger Entfernung Abstand hilfreich um sich einen Überblick über eine Brand- oder Rauchausbreitung zu verschaffen.
Auch eventuell zu rettende Personen an Fenster oder Balkonen können sich somit besser wahrgenommen werden. Um gegebenenfalls auf Veränderungen der Lage reagieren zu können, ist eine ständige Kontrolle und weitere Erkundung von Nöten.

Neben der Personenrettung und Brandbekämpfung stand bei der Übung auch die Löschwasserentnahme durch Hydranten, sowie die Verkehrsabsicherung und das Ausleuchten der Einsatzsstelle im Vordergrund. Mittles der Drehleiter wurde eine Anleiterbereitschaft erstellt, um in Not befindliche Atemschutztrupps oder auch verletzte Personen schnell retten zu können. Bewusst wurde eine Schadenslage „tagsüber“ angenommen, bei der berufsbedingt weniger Einsatzkräfte zur Verfügung stehen.

Als Fazit der Übung konnte das erreichte Ziel, die zügige Personenrettung und die Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte, erfolgreich bewertet werden. In einem Ernstfall dieser Größenordnung müsste natürlich jedoch ein größerer Personalaufwand der Feuerwehr eingeplant werden.

Pressemitteilung der Freiwilligen Feuerwehr Waging am See.

Rubriklistenbild: © Freiwillige Feuerwehr Waging am See

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