So stehen inzwischen die Aussichten

Scheitern Rewe und Rossmann trotz Bürgerentscheid doch noch?

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So könnte es an der Ottinger Straße in Waging aussehen, wenn sich Rewe und Rossmann ansiedeln.
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Waging - Der Bürgerentscheid war klar für die Supermärkte, doch jetzt wurden auch die Meinungen der Fachbehörden ausgewertet: Vor allem die Regierung von Oberbayern lehnt das Projekt bisher ab - doch bleibt's dabei auch?

Einige Tage vor dem Bürgerentscheid Anfang Juli war es nochmal ein Aufreger: Die Regierung von Oberbayern lehnt die Ansiedlung der Discounter an der Ottinger Straße ab. Ihre Einschätzung hat so viel Gewicht, dass damit das ganze Projekt gestorben wäre. Auf der Bauausschusssitzung am Mittwoch wurden die Bedenken noch einmal behandelt.

Regierung von Oberbayern noch immer dagegen - noch...

Die Regierung von Oberbayern (ROB) ist der Meinung, dass Rewe und Rossmann zusammen an der Ottinger Straße zu groß für einen kleinen Ort wie Waging sind. "Für den Drogeriemarkt wäre die Verkaufsfläche auf maximal 160 Quadratmeter festzusetzen", so die ROB. Damit wäre das Projekt gestorben, denn eigentlich wollte Rossmann 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Hintergrund ist der derzeitige Entwurf für ein neues Landesentwicklungsprogramm.

Bürgermeister Herbert Häusl zeigte sich auf der Bauausschusssitzung aber zuversichtlich: "Wir gehen davon aus, dass das Landesentwicklungsprogramm an dieser Stelle noch geändert wird." Vor allem die CSU-Fraktion im Landtag würde eine Änderung "massiv unterstützen", so Häusl. Bis spätestens Februar 2018 ist das neue Landesentwicklungsprogramm verabschiedet. 

Zur Not Rewe und Rossmann in einem Gebäude?

Bleibt es bei der bisherigen Version des Landesentwicklungsprogramms, nach der größere "Handelsagglomerationen" an Ortsrändern von Unterzentren wie Waging unzulässig sind, "wäre das Projekt nicht durchführbar", gestand aber auch der Bürgermeister. Eine denkbare Alternative wäre dann, Rewe und Rossmann vielleicht in einem Gebäude gemeinsam unterzubringen. 

Auch die anderen Stellungnahmen und Bedenken aus der Bevölkerung und von den Fachbehörden wurden behandelt. Sechs Stellungnahmen gingen von der Waginger Bevölkerung ein - vor allem von Nachbarn rund um die Ottinger Straße. Die Argumente sind vielfältig und inzwischen allseits bekannt: Mehr Lärm, mehr Verkehr, Schaden für den Ortskern und das Image von Waging, aber auch Existenzängste von benachbarten Bauern.

14 Fachbehörden haben Bedenken

Darüber hinaus meldeten auch viele Fachbehörden Bedenken an - neben der Regierung von Oberbayern 13 weitere. Mal sind es kleinere Anmerkungen, wie von der "Unteren Naturschutzbehörde" im Landratsamt, dass die Supermärkte von mehr Bäumen umpflanzt werden sollten - oder von der Nachbargemeinde Teisendorf, die einen Kaufkraftabfluss befürchtet. Mal sind es aber auch größere Bedenken, wie von der Handwerkskammer ("weitreichende Folgen für innerörtliche Geschäfte") oder vom Bund Naturschutz ("unnötiger Flächenverbrauch, mehr Verkehr"). 

Viele kleinere Anmerkungen werden von der Gemeinde berücksichtigt, aber wenn es ums große Ganze geht, beruft sich die Verwaltung unter anderem auch auf den Bürgerentscheid vom 2. Juli, bei dem sichüber 61 Prozent der Waginger für die beiden Discounter aussprachen. Christine Rehrl und Matthias Schneider waren die einzigen Bauaussschussmitglieder, die am Mittwoch gegen die Absicht der Gemeindeverwaltung stimmten, das Discounter-Projekt fortzuführen.

Ein Stolperstein bliebe also noch: Das künftige Landesentwicklungsprogramm und das Votum der Regierung von Oberbayern, die sich darauf beruft. Doch hier fällt die Entscheidung nicht in Waging, sondern in München. Im Laufe der kommenden Monate wird dann auch in diesem Punkt Klarheit herrschen.

xe

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