Großer Ansturm zur Podiumsdiskussion

Offener Schlagabtausch: Wer wird Waginger Bürgermeister?

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Auf dem Podium von links: Beppo Hofmann, Matthias Baderhuber, Walter Wimmer. 

Waging - Es war das erste Aufeinandertreffen der drei Kandidaten: In Otting wurde der Bürgermeister-Wahlkampf zwischen Beppo Hofmann, Matthias Baderhuber und Walter Wimmer jetzt so richtig eröffnet.

Das Interesse war riesig: An die 200 Leute kamen am Sonntagabend zum Oberwirt nach Otting um sich die Bürgermeisterkandidaten im direkten Vergleich anzuschauen. Am 17. Februar wählen die Waginger einen neuen Bürgermeister. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde klopfte Manfred Stöger, Vorsitzender des Ottinger Pfarrgemeinderates, die jeweiligen Standpunkte zu verschiedenen Themen ab. 


Rund 200 Interessierte kamen am Sonntagabend zum Oberwirt in Otting. 

Konkret mussten sich Hofmann, Baderhuber und Wimmer zu Entwicklungsmöglichkeiten in Otting, Baulandausweisung für junge Familien, Infrastruktur, Straßenbau, Vereinsförderung, der Jugend oder einer Belebung des Waginger Ortskerns äußern. Wir geben die Diskussion und die Standpunkte der Kandidaten gekürzt wider.


Matthias Baderhuber (CSU)

Baderhuber leitet schon seit dem Ausscheiden von Herbert Häusl die Geschicke im Rathaus. Für Otting schlägt er ein Vereinsheim mit Parkplatz und einen Neubau des Feuerwehrhauses vor ("So geht's nimmer weiter") - für die Feuerwehr sei man bereits auf Grundstückssuche. Der Roßstall in Otting solle erhalten werden, doch man bräuchte auch eine Nutzung. 

Matthias Baderhuber: "Der Waginger Ortskern ist im grünen Bereich"

Bei Baulandausweisungen sollten sich Familien künftig auch zu Bauherrengemeinschaften zusammentun, um gemeinsam Mehrfamilienhäuser zu bauen. Baderhuber zeigte sich sehr optimistisch, dass ein Kreisverkehr bei der Aral-Tankstelle gebaut werden kann, der die Abzweigung Richtung Petting miteinschließt. "Sollte es an den Grundstücksverhandlungen scheitern könnte bei der Tankstelle eine Ampel kommen und der Kreisverkehr direkt bei der Abzweigung nach Petting gebaut werden." 

"Der Waginger Ortskern ist im grünen Bereich, die Gemeinde muss da erstmal nichts regeln. Wir brauchen auch keine Vorschriften, wer wo was verkaufen darf", positionierte sich der CSU-Kandidat klar. Um die Parkplätze im Ortskern zu erhalten, solle man sich möglichst mit den privaten Grundstückseigentümern weiterhin einigen. Eine Tiefgarage an der Schule würde prognostiziert 1,7 Millionen Euro kosten: "Das muss man sich erstmal leisten können." 

Den Vereinen stellte Baderhuber Zuschüsse für Bauprojekte und für die Jugendarbeit in Aussicht. Für die Jugend sei Waging nach wie vor attraktiv, viel spiele sich in den Hütten ab: "Hier sollten wir die Haftung so regeln, dass die Inhaber keine Probleme bekommen und von der Verantwortung entlastet werden." Bei einer möglichen Verbesserung des Mobilfunks sollte sich die Gemeinde aber heraushalten.

Beppo Hofmann (Unabhängige Gruppierung)

"Ich bin gegen ein Vereinsheim am Raiffeisengebäude, das braucht keiner", positionierte sich Hofmann bei den Ottinger Themen klar. Er sprach sich dort stattdessen für einen Abriss und eine Baulandausweisung aus. Die Vereine sollten stattdessen in einem neuen Feuerwehrhaus neben dem Sportplatz unterkommen. Der Wohnbau solle auch in Zukunft über Investoren abgewickelt werden und nicht über eine kommunale Wohnbaugesellschaft. 

Beppo Hofmann will mehr Wanderwege direkt am See.

Hofmann wünscht sich allgemein mehr Geld für den Unterhalt der Gemeindestraßen. Konkret will er eine Verbesserung der Verkehrssituation in Holzhausen. Neue Parkplätze, 65 an der Zahl, sieht Hofmann künftig vor allem an der alten Turnhalle an der Scharnow-Straße. In Hinblick auf den Waginger Ortskern will der UGW-Kandidat den Geschäften "keine Steine in den Weg legen, wenn es mal wieder um einen Baum oder um einen Parkplatz geht."

Für die Vereine stellt Beppo Hofmann konkret eine eigene Stelle im Rathaus "mit einigen Wochenstunden" in Aussicht, die bzgl. Auflagen oder Förderungen weiterhelfen soll. "Die Bürokratie darf den Vorstandschaften nicht das Kraut ausschütten", so Hofmann. Er will sich außerdem für mehr Wanderwege direkt am See einsetzen und dass beispielsweise der Mühlberger Weg "besser präsentiert" wird. 

"Ich will die Jugendlichen nicht aus den Bauwägen rausjagen", stellte Hofmann klar. Die Bauwägen und Hütten würden beweisen, dass die Jugend auch Eigenverantwortung übernehmen kann.

Walter Wimmer (Grüne)

Wie Baderhuber spricht sich auch Wimmer für ein neues Vereinsheim in Otting aus: "Aber es darf keine Konkurrenz zum Wirt werden. Auch neue Parkplätze bräuchte es in Otting, "aber die sollen auch nach was ausschauen und nicht einfach hinbetoniert werden." Beim Verkehr sprach sich Wimmer dafür aus Auto, Bus und Fahrrad "zusammen zu denken" und auch ein Carsharing-Konzept umzusetzen. Eine Ampel bei der Aral-Tankstelle lehnt er ab, eine weitere Abbiegespur reiche. 

Walter Wimmer: "Neues Vereinsheim in Otting darf keine Konkurrenz für den Wirt werden."

"Ich bin kein Freund von neuen Baulandausweisungen", so Walter Wimmer - man müsse wegen des Flächenverbrauchs neue Wege gehen: Leerstände nutzen, neue Wohnformen für Senioren um Wohnraum neu zu nutzen. Auch alte Gewerbeflächen sollten für Wohnraum in Frage kommen. Wenn neuer Grund für Gewerbe ausgewiesen wird, solle der möglichst nur einheimischen Firmen zur Verfügung stehen. 

Wimmer sprach sich für neue öffentliche Parkplätze an der Scharnow-Straße aus, auch denkt er, dass eine Tiefgarage dort günstiger als für die veranschlagten 1,7 Millionen Euro zu haben wäre. "Wir sollten den Waginger Ortskern so attraktiv machen, dass man die Leute so zur Eröffnung neuer Geschäfte bewegen kann", so Wimmer. 

Für die Unterstützung der Vereine schlägt Walter Wimmer zum Beispiel ein Geschirrmobil vor, die Gemeinde solle sich außerdem dafür einsetzen, dass alle Veranstaltungen auch wirklich stattfinden können. Wimmer spricht sich gegen einen Abriss der alten Turnhalle aus. Hinsichtlich der Umwelt will der Grünen-Kandidat künftig keine Bebauung im Landschaftsschutzgebiet mehr, "wie jetzt in Tettenhausen". Am See schlägt er durch zusammenhängenden Biotopverbunde einen Gewässerschutzstreifen vor. 

Nächste Podiumsdiskussion am 11. Februar

Applaus gab es durchweg für alle Kandidaten, die Stimmungsmehrheit hatte ganz leicht Matthias Baderhuber auf seiner Seite, der aber auch aus der direkten Ottinger Umgebung, aus Großscherzhausen, stammt. Eine weitere Podiumsdikussion wird es am Montag, 11. Februar beim Badwirt in Tettenhausen geben. 

xe

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