Unwetter-Einsätze im Rupertiwinkel

So handelt die Waginger Feuerwehr bei Hochwasser

Der 1. Kommandant Michael Schramke kniet mit dem Spannungsprüfer vor dem Einsatzleitwagen ELW 1.
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1. Kommandant Michael Schramke mit dem Spannungsprüfer vor dem Einsatzleitwagen

Waging - Falls bei Dauerregen wie diese Woche in vielen Kellern das Wasser steht, ist die Feuerwehr Waging auf ihre Einsätze vorbereitet. Hierbei gibt es einiges zu beachten. Hausbesitzer können sich zum Teil aber auch selbst behelfen.

Die Meldung im Wortlaut


Der Dauerregen und die starken Regenfälle in den letzten Tagen beschäftigte viele Hausbesitzer und Bewohner. Beim Feststellen von Wasser im Keller muss zunächst überprüft werden, ob der Strom abgestellt ist. Ein Kurzschluss im Keller kann zur tödlichen Gefahr werden. Auch Heizöl oder andere gefährliche Substanzen können bei einem überschwemmten Keller freigesetzt worden sein.

Da bei einem Hochwasserereignis innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Einsatzmeldungen gleichzeitig bei den Feuerwehren eingehen, ist hier eine strukturierte Organisation notwendig. Bei überfluteten Kellerräumen können durch Einspeisungen von Hausanschlüssen oder Industrieanlagen bereits viele Meter von der Abschlussstelle entfernt lebensbedrohliche Spannungen im Wasser auftreten. Werden die Sicherungselemente überflutet, können diese keinen Schutz mehr bieten.

Für derartige Fälle verfügt die Waginger Feuerwehr über einen sogenannten Spannungsprüfer. Dies ist ein spezielles Prüfwerkzeug zur Warnung vor gefährlichen Spannungen in überfluteten Kellerräumen, Schächten oder Elektroanlagen. Ein Sichtungsteam aus Führungskräften der Feuerwehr Waging fährt mit dem Einsatzleitwagen die bereits bekannten Einsatzstellen an und kann somit eine eventuelle Gefahr vor Ort bereits feststellen sowie die Schadenslagen priorisieren. Das Personal in der Funkzentrale im Waginger Feuerwehrhaus kann dann die Einsatzfahrzeuge mit der jeweils benötigten Ausrüstung den Einsatzörtlichkeiten zugeteilt werden.

Neben verschiedenen Tauchpumpen, speziellen Hochwasserschutzpumpen und mobilen Wassersaugern können bei größeren Überflutungen auch die leistungsstarken Pumpen der Löschfahrzeuge eingesetzt werden. Auch darf das Wasser unter Umständen nicht sofort abgepumpt werden. Bei hohen Pegelständen sogar erst, wenn der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Mit dem Abpumpen kann dann erst begonnen werden, wenn der Außenwasserstand niedriger ist als der Wasserstand im Haus. Grundsätzlich zählt bei überschwemmten Kellern auch die „Selbsthilfe“ der Bewohner. Bei geringen Mengen Wasser reicht der hauseigene Wischmopp und Putzkübel. Hierbei muss nicht sofort die Feuerwehr als „Hausmeisterservice“ verständigt werden. Eingesetzte Fahrzeuge und Geräte fehlen dann gegebenenfalls bei ernsthafteren Schadenslagen. Im Ernstfall kann natürlich jederzeit die Feuerwehr unter Notruf 112 verständigt werden.

Pressemitteilung der Freiwilligen Feuerwehr Waging am See/Thomas Pfeffer

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