Gebühren werden neu kalkuliert

Gemeinderat beschließt höhere Wassergebühren für Waging

Gemeinderat beschließt höhere Wassergebühren für Waging
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Die Brunnen im Hägfeld liefern wertvolles Wasser für die Marktgemeinde.

Waging am See - Rückwirkend zum 1. Januar 2020 wird die Verbrauchsgebühr für Wasser in der Marktgemeinde erhöht. 

Die Verbrauchsgebühr wird dann einen Euro pro Kubikmeter, statt wie bisher fünfzig Cent betragen. Der Gemeinderat hat die Anhebung einstimmig beschlossen und auch den neuen Grundgebührensätzen zugestimmt. Auch für die Abwasser- und Fäkalschlammentsorgung sollen die Gebühren neu berechnet und rückwirkend angepasst werden. Hier stehen die endgültigen Berechnungen noch aus, mit einer Erhöhung ist aber zu rechnen. Die Erhebung von Gebühren für Wasser und Abwasser ist im Kommunalabgabengesetz festgelegt. Demnach können die Gemeinden für ihre öffentlichen Einrichtungen Benutzungsgebühren erheben. 

Grundlage der Erhöhung der Wassergebühren ist eine detaillierte Gebührenkalkulation, die Patricia Hund, Leiterin der Gemeindewerke, dem Gemeinderat vorgestellt hat. Laut Kommunalabgabengesetz soll das Gebührenaufkommen die für die Bereitstellung notwendigen Kosten decken. Diese setzen sich zusammen aus Material- und Personalkosten, den übrigen betrieblichen Kosten, den Abschreibungen für Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie einer angemessenen Verzinsung des Anlagekapitals. 

Bei der Gebührenbemessung können die Kosten für einen mehrjährigen Zeitraum berücksichtigt werden, der jedoch höchstens vier Jahre umfassen soll. Nachdem der Kalkulationszeitraum 2016 bis 2019 abgelaufen ist, musste für den Zeitraum 2020 – 2023 eine neue Kalkulation erstellt werden, die gemäß Gemeinderatsbeschluss vom November 2019 rückwirkend in Kraft treten kann. Beschlossen wurde damals auch eine Nachkalkulation für die Jahre 2015-2019. Diese hat, so Hund, zu einer Unterdeckung von rund 260.000 Euro für diesen Zeitraum geführt, eine Summe die jetzt mit jeweils rund 54.000 Euro pro Jahr bei der Vorauskalkulation für die Jahre 2020 bis 2023 mitberücksichtigt werden muss. 

Die Wasserverbrauchsgebühr setzt sich zusammen aus einer Grundgebühr und einer Verbrauchsgebühr. Die Grundgebühr darf maximal 40 bis 60 Prozent der Vorhaltungskosten decken. Sie ist gestaffelt nach dem Dauerdurchfluss der Wasserzähler. Ab diesem Jahr beträgt sie 78 Euro für Wasserzähler bis vier Kubikmeter pro Stunde (vorher 55 Euro), 196 Euro für Wasserzähler bis zehn Kubikmeter pro Stunde (vorher 90 Euro), 314 Euro für Wasserzähler bis sechzehn Kubikmeter pro Stunde (vorher 95 Euro) und 590 Euro für Wasserzähler über sechzehn Kubikmeter pro Stunde (vorher 105 Euro).

Von den insgesamt derzeit 1.101 in der Marktgemeinde eingesetzten Wasserzähler fallen 1.021 in die erste Kategorie. Insgesamt wurde für die kommenden vier Jahre ein Grundgebührenaufkommen von rund 402.000 Euro berechnet, im Mittel sind das rund 100.000 Euro pro Jahr. Demgegenüber wurde der mittlere jährliche Gebührenbedarf mit rund 650.000 Euro ermittelt. Zieht man von diesem Gesamtbedarf die mittlere Grundgebühr ab, verbleiben rund 550.000 Euro, die jährlich über die Verbrauchsgebühr für das verbrauchte Wasser abgedeckt werden müssen.

In Waging lag der Verbrauch im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2015 bis 2019) bei rund 567.000 Kubikmeter, für den neuen Kalkulationszeitraum (2020 bis 2023) werden 550.000 Kubikmeter prognostiziert. Davon entfallen 250.000 Kubikmeter auf die Privathaushalte, 300.000 Kubikmeter auf einen Großverbraucher. Bei einem Finanzbedarf von 550.000 und einem geschätzten Verbrauch von 550.000 Kubikmeter ergibt sich eine Mengengebühr von einem Euro je Kubikmeter oder 1.000 Liter Wasser.

Um die Auswirkungen der Gebührenerhöhung auf einen 4-Personen-Haushalt zu bewerten, hat die Leiterin der Gemeindewerke eine Vergleichsrechnung mit den derzeitigen Gebühren und den neuen Gebühren angestellt. Ausgehend von einem Wasserverbrauch von 140 Kubikmeter pro Jahr und den bis 2019 geltenden Grundgebühren, würden die Nettoausgaben pro Person und Monat für Frischwasser 2,61 Euro betragen. Mit den neuen Gebühren würden sie sich auf 4,54 Euro pro Monat und Person erhöhen. 

M. Konnert

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