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Gleich mehrere Vorgaben nicht eingehalten

Keine Zustimmung für neue Gewerbehalle in Waging am See

Sommer in Bayern
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Waging am See

Der Bauausschuss hat einem Vorhaben zum Bau einer neuen Gewerbehalle mit Büro und Betriebsleiterwohnung das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt. Das Vorhaben hat mehrere Festsetzungen des Bebauungsplanes „Scharling“, in dessen Bereich das Vorhaben liegt, nicht eingehalten. Die Abweichungen konnten nicht mehr als geringfügig angesehen werden, sondern haben die Planung in ihren  Grundzügen betroffen.

Waging am See - Der geplante Baukörper soll rund 51 Meter lang und 16 Meter breit werden. Vorgesehen sind ein Erdgeschoss und zwei Obergeschosse, wobei das zweite Obergeschoss zurückgesetzt ist. In dem zurückgesetzten Teil soll eine Betriebsleiterwohnung mit Dachterasse entstehen. Der westliche Gebäudeteil soll als Halle genutzt werden, im östlichen Teil sollen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Büroräume sowie Sozial- und Schulungsräume untergebracht werden. Im Büroteil soll ein Zeltdach aufgesetzt werden, die seitliche Wandhöhe soll dort rund 9,80 Meter betragen. Im Bereich der Halle soll ein flach geneigtes Satteldach mit einer seitlichen Wandhöhe von rund 6,5 Meter errichtet werden.

Zeltdach entspricht Vorgaben nicht

Das zurückgesetzte zweite Obergeschoss steht denn Festsetzungen des Bebauungsplanes entgegen. Dieser sieht nur einfache Baukörper ohne Einschnitte oder Auskragungen vor. Zudem erlaubt der Bebauungsplan nur Satteldächer, das Zeltdach entspricht somit nicht den Vorgaben. Die größte Abweichung ergibt sich aber bei der Höhe des Gebäudes. Mit 9,80 Meter wird die laut Bebauungsplan zulässige Höhe von maximal 7,50 Metern um mehr als zwei Meter überschritten. Diese Abweichung könne nicht mehr als geringfügige Abweichung angesehen werden, waren sowohl der Gemeinderat als auch die Bauverwaltung überzeugt. Die Ausschussmitglieder haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Zum einen wurde betont, dass ein Bau in die Höhe im Zuge des Flächensparens durchaus sinnvoll sein könnte. Auch die etwas ungewöhnliche Form könnte durchaus Abwechslung in das Gewerbegebiet bringen, wo es viele einförmige Halle gibt. Andererseits gab es Verwunderung, dass der Planer die Vorgaben des Bebauungsplanes hätte kennen müssen und dennoch viele Abweichungen davon in Kauf genommen hat. Das Fazit war klar: Baurechtlich kann diesem Antrag zurzeit nicht zugestimmt werden. Bevor ein solches Vorhaben realisiert werden könnte, müsste der Bebauungsplan geändert werden. 

Große Zweifel für den Ortsteil Holzhausen

Große Zweifel hatten die Ausschussmitglieder auch bei einem Vorhaben im Ortsteil Holzhausen. Dort hatte ein Ehepaar einen Antrag auf Aufstellung einer Einbeziehungssatzung für ihr Grundstück in der Steiner Strasse gestellt, um einen barrierefreien Alterswohnsitz bauen zu können. Bauamtsleiterin Sabrina Stutz informierte, dass im Januar ein gemeinsamer Ortstermin des Bauamtes mit dem Landratsamt Traunstein zur Abklärung der baurechtlich nicht einfachen Situation stattgefunden habe. Im Bestand befinden sich zwei Wohneinheiten in einem Bauernhaus, dessen Heuboden ausgebaut wurde. Auch ein Garagennebengebäude ist errichtet worden. Der alte Teil des Bauernhauses ist circa hundert Jahre alt. Eine Landwirtschaft besteht nicht mehr.

Die Bauamtsleiterin wies darauf hin, dass die im Außenbereich zulässigen zwei Wohneinheiten  bereits vorhanden und wahrscheinlich auch die zulässigen 260 Quadratmeter Wohnfläche bereits ausgeschöpft sind. Deshalb wäre vor der Errichtung eines weiteren Gebäudes eine Klarstellungs- und Einbeziehungssatzung erforderlich. Die von den Behörden beim Ortstermin vorgeschlagenen Varianten für die Positionierung eines neuen Wohnhauses auf dem Grundstück wurden von den Antragstellern abgelehnt. Bei der von diesen bevorzugten Variante gab es für den Ausschuss aber noch viele offene Fragen. Deshalb wurde die Entscheidung vertagt und beschlossen, vor der Ausschusssitzung im März einen Ortstermin durchzuführen, um die Situation besser beurteilen zu können.

kon 

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