Kläranlage in Waging durch Milch oder Fett verunreinigt

Gemeindewerke schalten Polizei ein, um Verursacher zu finden

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Milch oder Fettstoffe landen über die Kanalisation seit Wochen in der Kläranlage Waging. Sie müssen abgesaugt werden.
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Waging - Milch oder Fettstoffe, die verbotenerweise und vermutlich unwissentlich seit Wochen in die Kanalisation geschüttet werden, fordern die Kläranlage der Gemeindewerke. Um den Verursacher zu finden, wurden jetzt einige Maßnahmen ergriffen.

"Wir haben die Polizei eingeschaltet und selbst umfangreiche Ermittlungen gestartet, um den Verursacher zu finden", erklärt Werkleiterin Patricia Hund. Ein akkreditiertes Labor untersucht die Schmutzfrachten täglich. Auch das Kanalnetz wird täglich durch den Einsatz mobiler Probenehmer umfangreich geprüft. Noch dazu wird das Kanalnetz Video überwacht. "So können wir den Verursacherkreis vielleicht einschränken", hofft Hund.

"Es muss aufhören", fordert die Werkleiterin. "Spätestens wenn es zu Frosttemperaturen kommt, wird auch die Biologie in unseren Becken anfälliger, dann könnten die Ablaufwerte nicht mehr passen", befürchtet sie. Bisher bestehe für die Ablaufwerte keine Gefahr. "Wir haben die Kläranlage von Ingenieuren und einem Professor der Universität München überprüfen lassen. Es ist alles in Ordnung."

Dennoch wird täglich die Unmenge an Fettstoffen abgesaugt und an umliegende Biogas- und Kläranlagen verteilt. "Wenn die Kläranlagen das Fett dosiert einleiten, ist das für keine Anlage ein Problem." Nur die Menge macht den Wagingern zu schaffen. Darum hat Hund den Weg über die Presse und die Polizei gesucht. "Wir gehen davon aus, dass der Verursacher die Milch oder Fettstoffe unwissentlich in die Kanalisation leitet. Wenn er jetzt einfach damit aufhört, wären wir schon froh."

Verunreinigung von Gewässern und/oder Sachbeschädigung?

Trotzdem hat die Werkleiterin die Polizei eingeschaltet, die bei den Ermittlungen helfen soll. Die Beamten müssen erst einmal klären, was genau in die Kanalisation eingeleitet wird und woher es kommt, um wirklich Strafanzeige wegen Verunreinigung von Gewässern und Sachbeschädigung stellen zu können.

Unterdessen bieten die Gemeindewerke Waging auch ihre Hilfe an, falls Verbraucher nicht genau wissen, wie sie bestimmte Stoffe entsorgen sollen: "Milch, die nicht ausgeliefert wird, gehört in die Güllegrube oder muss in dafür zugelassene Biogasanlagen abgefahren werden. Ebenso handelt es sich bei der Entsorgung von Fettstoffen um Abfall und gehört nicht ins Abwasser. Speisefette und -öle sowie entsprechende Inhalte von Fettabscheidern unterliegen den Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und sind als Abfall einzustufen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Noch kann das gereinigte Wasser mit den nötigen Ablaufwerten in die Götzinger Ache eingeleitet werden. Damit das so bleibt, hoffen die Gemeindewerke auf das schnelle Finden des Verursachers oder keine weiteren Fettstoffe mehr in der Kläranlage.

cz

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