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Wie man sich in Waging, Wasserburg und Piding vorbereitet

Ohne Gas kein Kas? Das sind die (teuren) Notfallpläne unserer heimischen Molkereien

Die Molkerei Bergader in Waging (Archivfoto).
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Die Molkerei Bergader in Waging (Archivfoto).

Milchwirtschaft und Molkereien prägen die gesamte Region: Wir haben mit den Milchverarbeitern Bergader, Bauer und der Molkerei BGL gesprochen, wie der drohende Gas-Stopp die Branche jetzt schon trifft und welche Notfallpläne man hat.

Waging/Wasserburg/Piding - Eine Branche im Alarmzustand. Wie lange bekommt man noch Gas? Welche Preise müssen dafür bezahlt werden? Und wie sieht Plan B aus? Die Molkereien waren bisher besonders fixiert auf den Energieträger, denn: „Der Wärmebedarf für das Erhitzen bzw. Pasteurisieren der Milch ist sehr hoch“, wie Steffi Gampert von der Molkerei Bergader in Waging gegenüber chiemgau24.de angibt. H-Milch beispielsweise muss auf 150 Grad ultrahocherhitzt werden - und dafür verwendete man bisher vor allem Gas.

Die Notfallpläne der Molkereien in Oberbayern in der Gas-Krise

Die Abnehmer der Molkereien sind verunsichert, wie uns die Molkerei Bauer aus Wasserburg bestätigt. „Etwa für den Fall, dass die Gasmengen weiter reduziert werden oder ganz ausbleiben. Hier geht es also hauptsächlich um die Versorgungssicherheit“, so Michael Janker, der die operativen Geschäfte bei Bauer leitet. „Gas ist im Moment zwar noch ausreichend verfügbar, aber sehr teuer“, heißt es von Bergader Waging. Auch Preiserhöhungen bleiben nicht aus. Für ein Stück Butter der Molkerei Berchtesgadener Land aus Piding zahlt man laut Geschäftsführer Bernhard Pointner jetzt 2,79 Euro - 30 Cent mehr als zuletzt.

Und wenn auf einen Schlag das Gas ausgeht? Der Notfallplan sieht bei allen Molkereien gleich aus. Die Lösung heißt Heizöl. Die Mengen, die eingesetzt werden müssen, klingen gigantisch: Rund 14.000 Liter Heizöl pro Tag bräuchte Bergader an den beiden Standorten in Waging und Bad Aibling. Auch bei der Molkerei Berchtesgadener Land wären es rund 600 Liter in der Stunde, um die beiden Notstrom-Aggregate anzuwerfen. In Piding wurde jetzt deshalb Tanks auf dem Gelände installiert: „Jetzt können wir selbst Öl bei Raffinerien bestellen und abholen“, so Bernhard Pointner.

Wer nicht auf Heizöl umsteigt, könne nicht mehr produzieren

Mitte Juli kaufte die Molkerei Berchtesgadener Land eine Million Liter Öl im Hamburger Hafen. Der Preis: 1,2 Millionen Euro. 45 Tage lang ließe sich der Betrieb dadurch aufrechterhalten, so Geschäftsführer Pointner. Die Energiekosten für die Produktion wären dadurch freilich höher - „massiv höher“, wie es von der Wasserburger Molkerei Bauer heißt. Doch das Problem beträfe ja nicht nur die Milchverarbeiter. „Einige unserer Lieferanten sind direkt oder indirekt von Gaslieferungen abhängig – ein längerer Gas-Stopp würde dann auch bei uns zum Stillstand führen“, so Steffi Gampert für Bergader.

Noch ist nicht entschieden, welche Branchen im absoluten Gas-Notfall bevorzugt versorgt würden. Die Bundesnetzagentur müsste im Fall der Fälle die Richtung vorgeben. Bauer und Bergader sprechen sich klar für eine Priorisierung ihrer Branche aus - denn es ginge um weit mehr, als nur um die Molkereien: „Bei den Unternehmen, die nicht auf Heizöl umstellen und somit nicht weiterproduzieren können, müsste die Milch unmittelbar von den Landwirten entsorgt werden“, macht Steffi Gampert von Bergader klar. Denn zusammengerechnet verarbeiten die drei Molkereien in Waging, Piding und Wasserburg knapp 900 Millionen Kilogramm Milch im Jahr - macht etwa 2,5 Millionen Liter am Tag.

xe

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