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Am Mittwoch in Waging

Corona-Maßnahmen belasten Pflegeeinrichtungen - Viel Solidarität bei Protestaktion am Seniorenheim 

Heimbewohnerinnen und -bewohner mit Pflegekräften bei der geimeinsamen Protestaktion.
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Heimbewohnerinnen und -bewohner mit Pflegekräften bei der gemeinsamen Protestaktion.

Bürokratie und fehlende Refinanzierung gesetzlich verordneter Corona-Schutzmaßnahmen belasten Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Darum will das Seniorenheim St. Martin Zeichen setzen.

Update, 9. September, 7.23 Uhr - Viel Solidarität bei Protestaktion am Seniorenheim 

Am Donnerstag, den 8. September hat der Bundestag  das geänderte Infektionsschutzgesetz praktisch „durchgewunken“. Es sieht unter anderem vor,  dass Einrichtungen der Langzeitpflege weiterhin zeitintensive Maßnahmen zum Infektionsschutz, wie Einlasskontrollen, Zertifikatskontrollen und Dokumentation der Vorgänge umsetzen müssen.

Für das Pflegepersonal in den Heimen bedeutet dies eine zusätzliche Belastung, die nach derzeitigem Stand nicht mehr refinanziert wird. Um darauf hinzuweisen hatte das Seniorenheim St. Martin zu einer Protestaktion aufgerufen (wir berichteten). Wie Hubert Sailer, der Leiter der Einrichtung  gegenüber der Heimatzeitung mitteilte, kann die  einstündige Aktion am Mittwoch  zwischen 13 und 14 Uhr durchaus als Erfolg gewertet werden.

Vor dem Seniorenheim versammelten sich die fitteren Heimbewohnerinnen und Heimbewohner und viele Angehörige. Auf hochgehaltenen Tafeln waren in knappen Worten die Sorgen der Bewohner und Pflegekräfte skizziert „Bürokratie gefährdet die Versorgung von Menschen“ oder „Pflege versus Bürokratie“ konnte man lesen. „Wir haben ein Recht auf Schutz und Besuch“ war wohl das was den Bewohnern am meisten am Herzen lag. Auch die Pflegemitarbeiterinnen und-Mitarbeiter haben sich, je nachdem wie es der Dienstplan erlaubte, an der Aktion beteiligt und auch an dem Rundmarsch um das Seniorenheim teilgenommen

Vorbericht

Am Donnerstag (8. September 2022) stimmt der Bundestag über das geänderte Infektionsschutzgesetz ab. Es sieht vor, dass Einrichtungen der Langzeitpflege weiterhin zeitintensive Maßnahmen zum Infektionsschutz, wie Einlasskontrollen, Zertifikatskontrollen und Dokumentation der Vorgänge umsetzen müssen.

Bis Juni 2022 konnten Pflegeeinrichtungen die Aufwendungen, die durch die Umsetzung der Coronamaßnahmen entstanden, sowie coronabedingte Mindereinnahmen über den Pflegerettungsschirm geltend machen. Das ist durch das Auslaufen des Rettungsschirms nicht mehr möglich. Träger von Pflegeeinrichtungen, wie der Markt Waging am See befürchten, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Zusatzaufgaben dauerhaft vom Einrichtungspersonal gestemmt werden müssen. Die ohnehin prekäre Personalsituation wird dadurch noch verschärft. Auf mehr Bürokratie folgt weniger Personal und damit weniger Zeit für die Versorgung von Pflegebedürftigen. 

„Fordern eine Entlastung der Pflege“

 „Während Corona in der Mitte der Gesellschaft keine Rolle mehr zu spielen scheint, ist die Pandemie in der Pflege noch lange nicht vorbei“, so Hubert Sailer, Heimleiter des Seniorenheims St. Martin, gegenüber chiemgau24.de. „Unsere Mitarbeitenden arbeiten seit zweieinhalb Jahren über ihr Limit hinaus. Die Vorgaben durch das ab Oktober geltende geänderte Infektionsschutzgesetz erzeugen einmal mehr Bürokratie und belasten unsere Beschäftigten. Wir fordern eine Entlastung der Pflege durch die dauerhafte und sichere Refinanzierung von Corona-Schutzmaßnahmen. Es braucht eine gesamtgesellschaftliche und politisch geförderte Solidarität. Der notwendige Schutz vulnerabler Personen ist nicht allein Aufgabe der Langzeitpflege.“

Als Zeichen gegen die Überlastung der Langzeitpflege lässt das Seniorenheim St. Martin am Mittwoch (7. September) zwischen 13 und 14 Uhr Besuche nur draußen vor der Tür stattfinden, wenn für die Beteiligten möglich und zumutbar. Damit möchte die Einrichtung gemeinsam mit den Angehörigen auf die prekäre Personalsituation hinweisen. 

Auch fordert das Seniorenheim St. Martin in einem offenen Brief vom Bund eine Verringerung der Bürokratie und eine dauerhafte und sichere Refinanzierung der coronabedingten Mehraufwendungen.

kon

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