Sitzung im Marktgemeinderat

Anbau und Trägerschaft: Kindergärten bleiben weiter im Fokus

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Kindergarten Tettenhausen : Auf der linken Bildseite soll der Anbau erfolgen

Waging am See - Das Thema Kindergärten beschäftigt den Marktgemeinderat auch weiterhin. In seiner jüngsten Sitzung hat er sich mit der Trägerschaft des geplanten Waldkindergartens befasst sowie mit Beschlüssen zur Bauausführung der neuen Kinderkrippe in Tettenhausen.

Aufgrund des nun vorliegenden Bodengutachtens musste die Planung für das Kellergeschoss des Kindergartenanbaus in Tettenhausen geändert werden. Die Untergrundverhältnisse mit nahezu dichten, stauenden Böden würden dort die Ausführung eines wasserdichten Kellers als weiße Wanne verlangen, so ein Schreiben des Planungsbüros an die Gemeindeverwaltung. Zur Standsicherheit des nicht unterkellerten Bestandsgebäudes zum geplanten Keller wäre ein komplexer Baugrubenverbau unter dem Bestandsgebäude erforderlich. 


Das Planungsbüro hat jetzt dem Gemeinderat eine alternative Lösung vorgeschlagen ohne erforderlichen Baugrubenverbau durch eine andere Positionierung des Kellerraums. Bei dieser Lösung könnte das Kellergeschoss laut Planer mit einem zusätzlichen Abstellraum vergrößert werden. Die Mehrkosten für den zusätzlichen Kellerraum wurden mit 25.000 Euro brutto angegeben. Der Gemeinderat hat dieser Lösung und der entsprechenden Änderung der Bauplanung zugestimmt.

Kontrovers diskutiert wurde die Ausführungsweise des Krippenbaus als Massiv- oder Holzbau. Das Thema war aufgrund eines Antrags von Gemeinderat Georg Huber (ÖDP/PFW) auf die Tagesordnung gekommen. Die Ausführung Holz- oder Massivbau wurde bereits im Juni 2019 diskutiert worden. Gemeinde Huber hatte damals einen Kostenvergleich der beiden Bauweisen angeregt. Im Dezember wurde ein solcher Vergleich dem Bauauschuss durch das Planungsbüro vorgelegt. Demnach würde Holzbau um ungefähr 160.000 Euro teurer werden, als ein Massivbau. Diese Zahl wurde damals von Gemeinderat Josef Hofmann (UGW) bezweifelt, dessen eigene Berechnung Mehrkosten von 60.000 bis 70.000 Euro für einen Holzbau ergaben. 


In der Diskussion im Bauauschuss zeigte sich, dass das für einen Holzbau benötigte Holz wohl nicht aus heimischen Wäldern sondern von weither stammen würde, so dass auch kein ökologischer Vorteil gesehen wurde. Von mehreren Ausschussmitgliedern wurde deshalb angeregt, die eventuellen Mehrkosten eines Holzbaus in eine bessere Beschattung und Belüftung zu investieren. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder sprach sich unter diesen Vorraussetzungen für einen Massivbau aus. Nachdem die Bewilligung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn vorlag und die Zeit drängte wurde die Maßnahme so ausgeschrieben. 

Dagegen richtete sich nun der oben angeführte Antrag von Georg Huber. Darin wurde verlangt, die Bauarbeiten zur Errichtung der Kinderkrippe Tettenhausen ergebnisoffen auszuschreiben und auch Ausführungen in Holzbauweise zuzulassen. Wichtig sei nur die Einhaltung des vorgeschriebenen u-Wertes, eine wichtige Größe im Wärmeschutz, und eine möglichst zeitnahe Fertigstellung des Bauwerks. Eine ergebnisoffene Ausschreibung sei, so die Verwaltung als Antwort darauf, nicht möglich. Eine Ausschreibung müsse immer klar definiert sein, mit genauen Vorgaben und maßgeblichen Kriterien für die Auftragsvergabe. Die klar auf Massivbauweise ausgerichtete Ausschreibung wieder aufzuheben sei sehr kompliziert, bedeute eine hohe Mehrbelastung für die Verwaltung und gefährde die rechtzeitige dringend notwendige Fertigstellung der Maßnahme. 

Dieser Auffassung konnte sich Gemeinderat Huber nicht anschließen. Er sei nach wie vor der Meinung, dass eine Holzbauweise die beste Lösung gewesen wäre. Er hoffe sehr, dass bei zukünftigen Projekten die Gemeinde auf den nachwachsenden Rohstoff Holz setzen werde. Bei der anschließenden Abstimmung hat der Gemeinderat mit drei Gegenstimmen beschlossen, den Erweiterungsbaus am Kindergarten Tettenhausen in Massivbauweise auszuführen.

Als Träger eines neuen Waldkindergarten hat sich der Gemeinderat mit einer Gegenstimme für den Bewerber „Konis Konzepte individuelle Sozialpädagogik“ aus Traunstein entschieden. Vier potentielle Bewerber waren von der Gemeinde angeschrieben worden, zwei davon hatten Interesse an dieser Aufgabe gezeigt. Vorab hatte sich der Arbeitskreis „Kinderbetreuung“ intensiv mit der künftigen Trägerschaft des Waldkindergartens beschäftigt.

M. Konnert

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