Infoveranstaltung für Eltern

Startet der Waldkindergarten in Waging im September?

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Konrad Heigermoser und Veronika Görlich vom Träger KoniS werden sich um den Waginger Waldkindergarten kümmern.

Waging am See - Der Bedarf an Kindergartenplätzen in Waging ist ungebrochen. Um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erfüllen zu können, soll ab September 2020 auch ein Waldkindergarten in Betrieb gehen.

Diese besondere Form der Kinderbetreuung, die sich inzwischen in Deutschland mit über 1500 Einrichtungen etabliert hat, wird nun auch im Gemeindegebiet Waging das Betreuungsangebot bereichern. Fürs Erste sollen dort Plätze für zwanzig Kinder zur Verfügung stehen. Als Träger der neuen Einrichtung hatte sich der Gemeinderat vor Kurzem für den Bewerber „KoniS- Konzepte individueller Sozialpädagogik“ aus Traunstein entschieden. Vier potentielle Bewerber waren von der Gemeinde angeschrieben worden, zwei davon hatten Interesse an dieser Aufgabe gezeigt. Der Jugendhilfeträger KoniS und die Gemeinde Waging hatten alle interessierten Eltern zur Infoveranstaltung „Ein Waldkindergarten für Waging“ in die Räumlichkeiten der Offenen Ganztagsschule in Waging eingeladen. 


Das Interesse seitens der Eltern war sehr groß, der Raum bis auf den letzten Platz gefüllt. Gekommen waren auch die Bürgermeister der Marktgemeinde Matthias Baderhuber und Martin Dandl sowie einige Gemeinderäte. Die Gemeinde wird das private Waldgrundstück bei Füging, wo der Kindergarten stattfinden wird, von dem Besitzer pachten und wie bei jedem regulären Kindergarten anteilmäßig für die Kosten aufkommen. Die weitere Finanzierung kommt aus Fördermitteln und Elternbeiträgen. Diese werden in gleicher Höhe wie bei den anderen regulären Kindergärten im Gemeindegebiet sein.

Konrad Heigermoser von KoniS war zusammen mit seiner Mitarbeiterin Veronika Görlich gekommen und hatte sich als Unterstützung zwei „Profis“ in Sachen Waldkindergarten mitgebracht, nämlich Anna Bobenstetter, Kindheitspädagogin und Leiterin des Waldkindergartens „Holzwurm“ aus Siegsdorf/Eisenärzt und Erzieherin Luise Sattler, die im Waldkindergarten Traunstein bearbeitet hat. Veronika Görlich hat vor zehn Jahren den Waldkindergarten „Pusteblume“ in Palling gegründet und diesen fünf Jahre geleitet, bevor sie bei KoniS eine neue professionelle Herausforderung suchte.


„Wir haben bei Füging das perfekte Gelände für einen Waldkindergarten gefunden“ freute sich Konrad Heigermoser, „gut erreichbar, abwechslungsreiches, weites Gelände mit schönem Waldbestand, eine angrenzende Wiese mit schöner Aussicht, eine sonnige Waldlichtung, Gräben mit kleinen Wasserläufen, einfach ideal für einen Waldkindergarten“. Auf dem Gelände wird noch ein Holzbau mit Vordach errichtet. Auch ein Sandkasten soll seinen Platz finden. Ob auch eine Feuerstelle eingerichtet werden kann, muss noch geprüft werden. Man plane Öffnungszeiten täglich zwischen 7.30 Uhr und 14.30 Uhr und Buchungszeiten von sechs bis sieben Stunden. Bring- und Holzeiten wären am Morgen von 7.30 Uhr bis 8.30 und zu Mittag zwischen 13 und 14 Uhr geplant, so Heigermoser. KoniS hatte bereits Anmeldebögen dabei, die die Eltern bei Interesse ausfüllen und bei Lisa Promper im Kindergarten St. Maria in Waging für KoniS abgegeben können. Dort sind auch Anmeldungen ohne ausgefüllte Bögen möglich.

Die Eltern hatten viele Fragen zu der neuen Einrichtung, zum Beispiel wie die Auswahl der Kinder bei mehr als zwanzig Anmeldungen getroffen werde. Das sei noch nicht im Detail geklärt, weil man erst sehen müsse, wie groß das Interesse sei. Grundsätzlich werde man bei der Auswahl auf die Ausgewogenheit der Geschlechter, ein gemischtes Alter und auch die Dringlichkeit des Betreuungsbedarfs achten. Erfahrungsgemäß könne man auch nicht mit zwanzig Kindern starten, so Veronika Görlich, sondern mit einer kleinen Gruppe, die man stetig erhöht. Die Eltern müssten mit etwa zwei Wochen Eingewöhnungszeit rechnen, von denen sie eine Woche effektiv im Wald dabei seien, die zweite Woche ständig erreichbar. Jedes Kind müsse seine eigene Brotzeit mitbringen, Mittagessen gäbe es nicht. Eine Buchung für nur 2-3 Tage die Woche sie nicht möglich und für die Kinder nicht zielführend. Wichtig sei die „Bildungspartnerschaft“ mit den Eltern, so Anna Bobenstetter. Personal und Eltern müssten sich ständig austauschen, um auf die Bedürfnisse des Kindes reagieren zu können. In ihrem Kindergarten in Eisenärzt würden die Eltern auch aktiv einbezogen, zum Beispiel zum Teedienst oder Hüttenputzen.

Die Frage, ob Vorschulkinder im Waldkindergarten auch auf die Schule vorbereitet würden, konnte Görlich klar bejahen. Alles, was Kinder dort erleben sei Vorbereitung für die Schulzeit. Zudem würde man mit Vorschulkindern auch gezielte Projekte durchführen. Waldkindergartenkinder hätten keine Nachteile in der Schule. Dies konnte ein Vater aus eigener Erfahrung mit seiner Tocher bestätigen.

Die entscheidende Frage stellte eine Mutter zum Schluß. Ist die Inbetriebnahme des Waginger Waldkindergartens im September 2020 sicher? Dies konnte Konrad Heigermoser vom Träger KoniS klar zusagen.

Monika Konnert

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