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Geänderter Entwurf wird erneut ausgelegt 

Viel Kritik an dem Bebauungsplan „Seestraße“ in Waging am See

Der Bauausschuss hat den Bebauungsplanentwurf
„Seestrasse“ geändert.
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Der Bauausschuss hat den Bebauungsplanentwurf „Seestrasse“ geändert.

Bereits im März 2021 hat der Waginger Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet „Seestrasse“ beschlossen. Ziel war die Ausweisung von zentrumsnahem Bauland. Einem Flächenverbrauch durch Ausweisung von Baugebieten am Ortsrand sollte damit  entgegengewirkt und gleichzeitig ein ortsverträglicher Übergang zwischen Innen- und Außenbereich hergestellt werden.

Waging am See: Konkret vorgesehen ist die Errichtung von drei jeweils zweigeschossigen Wohngebäuden mit Garagen auf einem jetzt nochn unbebauten Grundstück westlich der Seestraße. Für eine der drei ausgewiesenen Parzellen wurde ein größeres Baufenster festgesetzt, um auch einen Geschosswohnungsbau mit kleineren Wohnungen realisieren zu können. Der Bebauungsplan bezieht sich auf eine Fläche von 0,32 Hektar. Im Flächennutzungsplan ist der Bereich überwiegend als Wohnbaufläche dargestellt.

Zahlreiche Stellungnahmen

Im Zuge der öffentlichen Auslegung und Behördenbeteiligung, die im März/April 2021 stattgefunden hat, sind zahlreiche Stellungnahmen eingegangen, die der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung einzeln behandelt hat. Die Weiterbearbeitung des Verfahrens habe sich wegen eines gewissen Abstimmungsbedarfs bezüglich der weiteren Planngsinhalte etwas verzögert, so Bauamtsleiterin Sabrina Stutz im Ausschuss, deshalb wäre das Thema erst jetzt auf der Tagesordnung. Zu den Bebauungspläanen haben sich mehrere Bürgerinnen und Bürger schriftlich geäussert. Sie wohnen unweit des zur Bebauung vorgesehenen Gebietes und zwar in der Seestrasse, der Kastanienallee, im Sonnblick und in der Römerstrasse.

Die Schreiben seien inhaltlich weitestgehend ähnlich, so Bauamtsleiterin Stutz. So wird dafür plädiert, den vorhandenen Baumbestand zu erhalten, vor allem auch die Platane am nördlichen Eck. Zudem wird darauf hingewiesen, dass mehrere Bäume im Bebauungsplan fehlerhaft dargestellt sind oder gänzlich fehlen. Auch die zwei zusätzlich geplanten Zufahrten werden kritisch gesehen und als nicht notwendig erachtet. Denn die Bauparzellen können auch von den zwei bereits  vorhandenen Zufahrten erreicht werden. Einspruch kam auch gegen das auf der nordöstlichen Parzelle geplante große Mehrfamilienhaus.

Fläche größer als angegeben

Die Bebauung dieser Parzelle wird von der Baummasse her als überproportioniert im Vergleich zu den beiden anderen Parzellen, zu dem Grundstück aber auch zu der umliegenden Bebauung angesehen. Von einer „maßvollen Bebauung“ könne hier nicht mehr die Rede sein, heißt es beispielsweise in einer Stellungnahme. In einem weiteren Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die Fläche, auf die sich der Bebauungsplan bezieht, circa 3.200 Quadratmeter und nicht wie angegeben nur 3.000 Quadratmeter groß sei.  

Nach Abwägung der vorgebrachten Einwände hat der Bauausschuss  mehrere Beschlüsse zur Änderung der Planung gefasst. Diese wurde so überarbeitet, dass die Erschließung der drei neuen Bauparzellen über die zwei bestehenden Zufahrten sichergestellt ist. Neue, zusätzliche Zufahrten sind nicht mehr erforderlich. Für die nordöstliche Parzelle erfolgte eine wesentliche Umplanung, was die Baugröße und die Anzahl der Wohneinheiten betrifft. Ursprünglich war dort ein Mehrfamilienwohnhaus mit bis zu sechs Wohneinheiten angedacht.

Baudichte wird reduziert

Nun wird im Bebauungsplan festgesetzt, dass auf jeder Parzelle nur zwei Wohneinheiten je Baukörper geschaffen werden dürfen.  Die Baudichte auf dieser Parzelle wird um 28 Prozent reduziert und das Baufenster nach Süden gerückt. So entsteht für den Nachbarn keine Beeinträchtigung der Lichtverhältnisse durch die Bebauung. Der Ausschuss wies darauf hin, dass auf die Beeinträchtigung der Lichtverhältnisse für Nachbarn kein Rechtsanspruch bestehe. Alle von dem Vorhaben betroffenen  Bäume wurden jetzt vermessungstechnisch genau erfasst und in den Plan eingetragen.  Auch die wiederholt angesprochene Platane ist nun im Bebauungsplan dargestellt und wird erhalten. 

Die Baumreihe entlang der Seestrasse ist, soweit sie sich im Geltungsbereich befindet, als erhaltenswert dargestellt.  Gefällt werden sollen nur zwei Bäume, die sich mitten im Geltungsbereich  befinden und nicht an der Straße. Es handelt sich um eine kleine Kirsche, mit nur geringer ökologischer Bedeutung, und um eine bruchgefährdete Weide, deren Fällung aus Sicherheitsgründen notwendig ist. Alle anderen Bäume und das Buschwerk nördlich der Zufahrt können erhalten bleiben. In den Stellungnahmen  einiger Behörden wurden teilweise dieselben Punkte angesprochen, die auch die Öffentlichkeit vorgebracht hat und die zu den bereits geschilderten Änderungen im Bebauungsplan geführt haben.

Das Amt für ländliche Entwicklung hat des Weiteren empfohlen, darauf zu achten, dass bei den Festsetzungen bezüglich der Kubatur und der baulichen Gestaltung störende und nicht regionaltypische Neubauentwicklungen vermieden werden. In den Bebauungsplanentwurf eingearbeitet wurden auch weitere ergänzende Feststellungen hinsichtlich der  Nebengebäude, Terassen und Vordächer sowie der Geländeanpassungen.  So ist beispielsweise je Bauparzelle eine Nebenanlage mit einer Grundfläche von fünfzehn Quadratmetern auch außerhalb des Baufensters zulässig. 

Regelungen zu den Sichtdreiecken und den zulässigen Einfriedungen müssen in den Planentwurf noch eingearbeitet werden. Bei den Sichtdreiecken war sich der Bauausschuss einig, dass die alten Bäume von den Regelungen nicht betroffen sein dürfen.  Bei den  Einfriedungen wurde noch kein abschließender Beschluss gefasst. Die Überlegungen gingen in Richtung einer Einfriedung durch natürlichen Bewuchs, zumindest entlang der öffentlichen Strasse.  Die Verwaltung wurde beauftragt, die überarbeitete Fassung erneut öffentlich auszulegen und die Behörden zu beteiligen. 

kon