Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach über 38 Jahren

Waginger Mittelschulturnhalle soll saniert werden – aber Gemeinderäte sind uneinig

Mittelschulturnhalle Waging am See
+
Die Mittelschulturnhalle in Waging am See gibt es schon seit über 38 Jahren.

Die 1984/1985 erbaute Mittelschulturnhalle in Waging am See ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Im Auftrag der Verwaltung hat ein Architektenbüro aus Freilassing eine Machbarkeitstudie mit Kostenschätzung erstellt und diese dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt.

Waging am See – Dabei wurden zwei Varianten in Erwägung gezogen, und zwar die Verwendung als reine Turnhalle (Variante 1) und die zusätzliche Verwendung als Versammlungsstätte (Variante 2). Für die Variante 1 liegt die Kostenschätzung bei rund 4,8 Millionen, für Variante 2 kämen noch rund 300.000 Euro hinzu. Die höheren Kosten erklären sich durch höhere Anforderungen an den Brandschutz und an die Lüftungsvorrichtungen wegen der höheren Anzahl anwesender Personen. Die Versammlungsstätte könnte aufgrund der möglichen Fluchtwege auf maximal 400 Personen ausgelegt sei. Für einen Neubau wurden die Kosten auf rund 5,8 Millionen Euro geschätzt.

Turnhalle zwar „funktional gut geplant“ – aber stark in Mitleidenschaft gezogen

Die 18 mal 36 Meter große und sieben Meter hohe Halle ist laut dem Architekten funktional gut geplant. Sie hat fünf Umkleiden, sieben Geräteräume und zwölf Nebenräume. Die Halle ist nicht barrierefrei, die Sanitärbereiche sind in die Jahre gekommen. Stark in Mitleidenschaft gezogen sind die Holzfenster vor allem auf der Westseite. Der Dachstuhl ist zwar gut, die Anforderungen zur Schneelast haben sich aber verschärft. Der Hallenboden weißt Schadstellen auf, weil das eingeplante Glasfasergewebe brüchig wird. Der Boden reißt auf, eingebaute Deckel heben sich ab. Bei der Prallwand ist das Spaltmaß nach den neuesten Richtlinien mit zehn bis zwölf Millimeter zu weit. Zulässig sind maximal acht Millimeter, wegen der Verletzungsgefahr durch Scher- und Quetschstellen.

Zudem ist die Vlieskaschierung zerstört, sodass die Dämmwolle frei liegt. So können beim Aufprall Staubpartikel in die Luft gelangen. Nicht mehr zeitgemäß sind auch die Geräteraumtore, vor allem fehlen die Fangsicherungen, die beim Versagen der Tragmittel ein Abstürzen der Flügel verhindern. Einbau-Sportgeräte wie Sprossenwänder oder Gitterleitern sind vor der Wand, was nicht mehr erlaubt ist. Denn die Wände in Sporthallen müssen ballwurfsicher und bis zwei Meter Höhe ebenflächig, geschlossen und splitterfrei sein. In einigen Räumlichkeiten wurden zudem Gebrauchsspuren und beginnende Bauschäden wie Oberflächenveränderungen oder Putzabplattungen festgestellt. 

Was ist alles geplant?

Die Vorschläge zur Sanierung umfassen unter anderem die Herstellung der Barrierefreiheit durch den Einbau eines Aufzugs und Umbau des Eingangsbereichs, den Einbau einer neuen Lüftungsanlage, die Modernisierung der Umkleidebereiche, die Neueindeckung mit einem Blechdach, den Austausch der Fenster und Außentüren, die Dämmung der Gebäudehülle, einen neuen Sportboden inklusiv neuen Heizesstrich, neue Bodenbeläge in allen Bereichen, die Erneuerung der Grundleitungen, die Erneuerung der Wasser-, Abwasser und Gasanlagen sowie die Sanierung des Flachdachs beim Verbindungsbau Halle-Schule. Auch die neue Ausstattung der Turnhalle ist in der Summe mit gut 150.000 Euro enthalten.

Waginger Mittelschulturnhalle soll saniert werden – „aber brauchen wir alles?“

Gemeinderat Walter Wimmer sprach sich aufgrund des Kostenvergleichs für einen Neubau aus. Falls man saniere, müsse man sehen, ob es noch Einsparpotenzial gibt. „Wir müssen was tun, aber brauchen wir alles?“ so auch die Frage von Rat Georg Huber. Gemeinderätin Stefanie Schmeiduch wollte wissen, ob dringender Handlungsbedarf bestehe oder ob man noch abwarten könne. Man sollte es nicht zu lange schieben, so Bautechniker Tobias Mayer, denn wenn etwas passiert, sei es zu spät.

Gemeinderäte sind sich uneinig

Bei der Frage, ob nur eine Schulturnhalle oder eine Versammlungstätte entstehen sollte, waren sich die Gemeinderäte nicht einig. Für eine Versammlungsstätte brauche man auch Bewirtungsmöglichkeiten, meinte Rat Karl Heinz Neumann. Rat Georg Seehuber sprach sich für eine reine Turnhalle für den Schul- und Vereinssport aus. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept“ war die Meinung von Gemeinderat Alois Vordermayer.

Dieses müsse die geplante Schulaula, die Mittelschulturnhalle, den Umgang mit der Alten Turnhalle, Räumlichkeiten für Mittagsbetreuung und Ganztagesschule betrachten. Nachdem nun die Fakten auf dem Tisch liegen, will der Gemeinderat über das weitere Vorgehen bei der Mittelschulturnhalle in einer der nächsten Sitzungen beraten und dann einen Beschluss fassen.

kon 

Kommentare