Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Lehrer, DJ, Segler, Maler: 70 aufregende Jahre

Elmar Schwarz aus Waging feiert spezielles Jubiläum: An einem Tag, den es gar nicht gibt

Ehemaliger Volkschullehrer Elmar Schwarz
+
Elmar Schwarz feiert am 28. Februar seinen 70. Geburtstag vor.

Für Elmar Schwarz, bis 2017 Leiter und Seele der Volkshochschule Waging, wäre morgen ein großer Tag, sein 70. Geburtstag. Leider gibt es in diesem Jahr den Tag im Kalender nicht, der in seiner Geburtsurkunde steht: der 29. Februar. Schwarz ist nämlich ein „Schaltjahrkind“

Waging am See - Je nach Betrachtungsweise vergeht für ihn die Zeit schneller als bei anderen Menschen, weil seine Lebensjahre zwischen zwei Schaltjahren um jeweils drei Tage kürzer sind. Oder sie vergeht langsamer. Denn wenn man die Anzahl seiner „genauen Geburtstage“ bis heute zählt, hätte er seinen „siebzehnten“ und nicht seinen „siebzigsten“ zu feiern. 

Und wie sieht der Jubilar selbst sein Geburtstagsdatum? „Man wird von jedem darauf angesprochen“, meint Schwarz lachend. „Für mich ist es Routine. Wenn kein Schaltjahr ist, wird am 28. Februar gefeiert, das haben schon meine Eltern so eingeführt“. 

Geboren ist Elmar Schwarz am 29. Februar 1952 in Waging, wo seine Eltern eine Bäckerei betrieben haben. Der Sohn hat schon früh und mit Begeisterung im Geschäft mitgeholfen, vor allem als der Vater mit nur 51 Jahren verstarb. Leider haben sich seine Pläne, Bäcker zu werden und das Geschäft zu übernehmen zerschlagen, so dass Elmar nach dem Abitur zum Lehramtsstudium für Volkschulen nach München ging. Es war das erste Mal, dass er aus Waging weg mußte, für einen sesshaften und heimatverbundenen Menschen wie ihn nicht einfach. „Ich bin während des Studiums jedes Wochenende, ohne Ausnahme, nachhause gekommen“. In Waging war die Familie, die Freunde und der See, auf dem Elmar Schwarz 1966 mit dem Segeln begann. Dazu aber später. 

Karriere als Lehrer und an der VHS

1976 kam der frischgebackene Volkschullehrer an seine erste Arbeitsstelle „natürlich nach Waging“ an die Mittelschule. Mit einer Unterbrechung von drei Jahren als Aushilfe an der Schule in Tittmoning blieb er dort bis zum Eintritt in den Ruhestand 2016. „Für mich war klar, dass ich nur in meinem Heimatort lehren will. Hier kannte ich als Einheimischer das persönliche Umfeld meiner Schüler und konnte je nach Situation entsprechend reagieren“. Eine Klasse vier Jahre lang zu begleiten, die Entwicklung der Kinder zu Jugendlichen mitzuerleben, sei für ihn das Schönste am Lehrerberuf gewesen.

Nur war es dem aktiven, vielinteressierten Lehrer wohl nicht genug, denn ab 1996 hat er zusammen mit seiner Frau Anneliese die Volkshochschule (VHS) in Waging gemanaget. Die beiden wurden das Gesicht und die Seele der VHS, erstellten das Programm, kümmerten sich um Referenten, Plakate, Finanzen, Raumgestaltung oder hielten selbst erfolgreich Kurse. Als die VHS 2017 an Traunstein angegliedert wurde, hatte Schwarz endlich wieder mehr Zeit für seine vielen Hobbies und Ehrenämter wie Segeln, Malen, Marathonlaufen, Radlfahren, Diskjockey oder den Virginia Club.

Was macht Elmar Schwarz wenn er nicht unterrichtet?

Ruhestand geht eigentlich anders! Der passionierte Regatta Segler Schwarz hat lange Jahre mit Dr. Hans Rösch aus Waging ein erfolgreiches Team gebildet. Sie gewannen die Deutsche Meisterschaft, belegten Platz 4 bei der Weltmeisterschaft, segelten Regatten europaweit. Nach einer Pause hat Elmar Schwarz sich jetzt mit Anton Steinberger und dem sechsmaligen Weltmeister Max Reichert zu einem neuen Team zum Drachensegeln zusammengefunden. Dass auch seine zwei Kinder und drei Enkel die Begeisterung am Segeln teilen, ist für ihn eine besondere Freude. 

In acht Städten ist der Jubilar Marathon gelaufen. „Mit 70 muss man das aber nicht mehr;“ so seine nüchterne Feststellung. Was Schwarz aber auch mit 70 noch kann und will ist mit dem Radl („Nicht E-Bike!“) im Sommer auf den Großglockner zu fahren, „gerade wegen der 70“. Seine schönste Radltour mit Freund Franz Fischbacher liegt schon lange zurück und führte ihn von Hamburg nach Venedig.  

Viel ruhiger gehts bei seinem für ihn wichtigsten Hobby zu, der Malerei. Die Bilder in seinem Wohnzimmer beeindrucken durch Komposition, Farbabstimmung und -vielfalt. Er habe bei Sabine Gerstacker und Walter Angerer gelernt, erzählt Schwarz, in Berlin, Nürnberg, Traunstein ausgestellt. Seinen Schülern hat er die Liebe zur Malerei weitergegeben, mit ihnen Heime und Unterführungen in Waging bemalt. „Sobald mir langweilig ist, gehe ich in mein Atelier im Keller malen“, erzählt er und zeigt einen liebevoll mit Originalaquarellen gestalteten Wandkalender für dieses Jahr. 

Und wer jetzt denkt, das wars, mehr kanns nicht sein, liegt falsch. Es gibt noch zwei ganz andere, leicht frivol anmutende Passionen im Leben des Neusiebzigers. Die Virginiazigarre und das Discjockey-Dasein. Seit 24 Jahren ist Schwarz Vorstand des Virginia Clubs in Waging. Bei der Jahresfeier in geschlossener Gesellschaft dürfen die Clubmitglieder im Lokal sogar rauchen, mit Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes. 

Seit 35 Jahren legt Elmar Schwarz als Discjockey Platten auf, Elvis, Beatles, Stones, Wolfgang Ambros, Eric Clapton und so weiter, die großen, stimmungsmachenden Songs, die unabhängig vom Alter begeistern. „Am Unsinnigen Donnerstag zum Beispiel habe ich immer von acht Uhr Abends bis sechs Uhr früh im Pils-Pub Waging aufgelegt. Dann gings ab in die Schule. Manchmal wars ganz schön stressig“, erzählt das Geburtstagskind. Bis zu 40 Auftritte im Jahr waren es bei Feierlichkeiten, Hochzeiten, Geburtstagen. Wie und ob er als 70jähriger weitermacht, lässt Schwarz offen. 

Das ein Mann wie Elmar Schwarz auch kommunalpolitisch nicht schweigt ist selbstredend. Schwarz war Gemeinderat, ist heute Pressewart bei den Freien Wählern und an vielem interessiert, was in seiner Heimatgemeinde passiert. 

Das Fazit des Jubilars zu seinen siebzig mit Lebensfreude prall gefüllten Jahre ist eindeutig: „Langweilig wars nie!“ Langweilig wird es für Elmar Schwarz auch am heutigen Tag bestimmt nicht werden, auch wenn sein Geburtstag eigentlich erst morgen sein sollte. Die Heimatzeitung schließt sich allen guten Wünschen für noch viele aktive und gesunde Jahr für Elmar Schwarz an. 

kon