Nachgefragt in Waging und Ampfing

„Bis Mitte September ausgebucht" - Ansturm auf Campingplätze wegen Corona

Waging am See/Ampfing: Ist der Camping-Boom durch Corona auch bei uns angekommen?
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Camping hat durch die Coronakrise einen erheblichen Schub bei der Beliebtheit erfahren. (Symbolbild) Beispielsweise das Strandcamping in Waging am See profitiert von der verstärkten Nachfrage.

Waging am See/Ampfing - Durch Corona ist die Nachfrage nach Camping-Angeboten stark gestiegen. Auch in der Region wird auf verschiedene Weise davon profitiert.

„Wir sind bis Mitte September komplett ausgebucht“, berichtet Nikolaus Jebinger vom Strandcamping Waging am See gegenüber chiemgau24.de. „Das ist schon gigantisch.“ Auch Eva Bernauer von der „Ferienregion Waginger See“ kann nur gutes berichten: „Die Auslastung ist allgemein sehr, sehr hoch. Dabei gehen die Leute hier vermehrt campen, statt in Hotels oder private Mietangebote.“


Campingplatz-Betreiber aus Waging: „Trend war schon da, Corona hat ihn nur verstärkt“

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Die Corona-Pandemie hat auch das Reisen mit verändert. Viele der mehr als 1000 Campingplätze in Deutschland seien schon gut gebucht. Der Bundesverband der Campingwirtschaft warnt bereits, nicht spontan anzureisen sondern erst nach freien Plätzen zu erkudnigen, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Außerdem haben laut Kraftfahrt-Bundesamt die Neuzulassungen bei Wohnmobilen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 65 Prozent zugelegt. Weil die Urlauber im Wohnmobil mit Toilette, Dusche und Frischwasser autark seien, müssten sie nicht so viele Corona-Einschränkungen hinnehmen, erklärte ein Vertreter eines Wohnmobil-Herstellers gegenüber der dpa.

Auch in anderen Regionen Oberbayerns ist der Camping-Boom angekommen. In Fischbachau greift beispielsweise Landwirt Werner Haase den Trend auf, wie unser Partnerportal merkur.de* berichtet. Stellplätze sind dort rar gesäht, doch er baut nun welche auf seinem Grund.

„Der Trend war aber auch schon vor der Corona-Krise da, meiner Ansicht nach hat sie das nur noch verstärkt“, meint Nikolaus Jebinger vom Strandcamping. „Wobei Wohnmobile und -wägen meiner Erfahrung nach nicht die Lösung für die meisten Leute sind. Das mag für Leute in Vorstädten und auf dem Land eine gute Sache sein, die dann auch ausreichend große Stellplätze dafür haben. Großstadtbewohner, aus München beispielsweise, kommen vielfach mit umgebauten Kleinbussen und Transportern angereist.“

Trend zum umgebauten Bus und Transporter hilft Unternehmern aus Ampfing

Das ist eine Marktlücke, die Gerd Thiede und Sepp Klement aus Ampfing mit ihrer Firma „CoMo Mobile Küchen“ bedienen. Zusammen fast 150 Jahre alt beschloss das Duo aus Erfinder und Kaufmann vor kurzem, in Ampfing ein Unternehmen aufzuziehen, das Thiedes Erfindung verkauft: Camping-Einsätze für eben solche Kleinbusse und Transporter. „Als wir gestartet sind, hatten wir nach der Freizeitmesse ‚FREE‘ in München zuerst volle Auftragsbücher. Dann gab es wegen Corona kurz einen Knick und Stornierungen. Inzwischen läuft es aber wieder gut“, berichtet Sepp Klement.

Auch in Waging am See blickt man optimistisch in die Zukunft. „Wir sind aber mit unserer momentanen Größe von 24 Hektar beziehungsweise 750 bis 800 Stellplätzen beim Maximum angelangt“, erklärt Jebinger. Erweitern wolle er also nicht. "Stattdessen wollen wir eher kleinere Stellplätze nach und nach zu größeren zusammenlegen. Die Nachfrage ist zunehmend nach größeren Plätzen, die nicht dicht an dicht sind."

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

hs

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