Seebäder ziehen an einem Strang

Wegen Corona: Badeplätze in Waging und Taching ohne Aufsicht und Eintrittsgebühr

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Waging am See - Rund um den Waginger und Tachinger See kann man in diesem Sommer weitgehend kostenlos baden. Das ist bei einem Treffen am Mittwoch, 3. Juni, entschieden worden, an dem die meisten Strandbadbetreiber teilgenommen haben. Ziel war es, um beide Seen herum eine allgemeingültige Lösung auszuarbeiten. Denn ab dem 8. Juni dürfen die Bäder wieder öffnen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Bei dem Treffen wurden auch einheitliche Regeln besprochen und schließlich auch beschlossen. So wird in keinem Strandbad Eintritt verlangt, aber es gibt auch keinen Bademeister und keine Badeaufsicht.

Die Stege werdennicht zugänglich sein, und auch der beliebte Eisberg beim „Seeteufel“ wird nicht ins Wasser gelassen. Dagegen sind viele Infrastruktureinrichtungen offen: die Spielplätze, die Kioske sowie die WCs, Umkleiden und Duschen, soweit sie sich außen befinden.


Ausgangspunkt der von Bürgermeister Matthias Baderhuber und Bürgermeisterin Steffi Lang initiierten Sitzung war die Frage, ob und in welchem Umfang man den See nutzen darf, ein Thema, das Gäste wie Einheimische gleichermaßen interessiert. „Seit zehn Tagen habe jeder dritte Anrufer in der Tourist-Info diese Frage gestellt“, so die Leiterin Eva Bernauer.

Aus der Corona-Pandemie heraus würden sich gemäß der Fünften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung folgende Pflichten ergeben: Es darf nicht mehr als ein Besucher je 20 Quadratmeter zugänglicher Fläche zugelassen werden, ein Mindestabstands von 1,5 Metern ist zueinander einzuhalten, und Warteschlagen beim Zutritt zu oder Verlassen von Anlagen ist zu vermeiden. Angesichts dieser Vorschriften einigten sich die Betreiber von Strandkurhaus, „Seeteufel“ und Tettenhausen sowie die Gemeinde Taching für die Bäder Taching und Tengling, diesen Weg nicht zu gehen und daher ihre Bäder als sogenannte „Badestelle“ auszuweisen.

Das heißt, der Gast betritt den Platz eigenverantwortlich, womit keine spezielle Überwachungspflicht durch den Betreiber besteht. Es gibt lediglich eine Verkehrssicherungspflicht von Gefahren, die vom Grundstück ausgehen können (zum Beispiel Rasenmähen, Baumsicherung, plötzliche Untiefen).

Die Überwachung der infektionsrechtlichen Vorschriften obliegt der Gesundheitsverwaltung. Folglich ist also der Eintritt frei, und es gibt keine Badeaufsicht. Wasserspielgeräte wie Sprungturm, Eisberg oder Badestege stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Spielplatz, Kiosk, Außenduschen, gesonderte WC-Anlagen und Außen-Umkleidekabinen stehen – sofern vorhanden – allerdings schon.

Eine Einschränkung gilt für die Gemeinde Taching. Wie Bürgermeisterin Lang mitteilen ließ, muss erst noch der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15. Juni über diese Thermatik beschließen; bis dahin gibt es noch keinen Strandbadbetrieb.

Separate Regelungen gelten beim Strandcamping Waging und beim Binderhäusl in Petting. Der Betreiber von Strandcamping und Kurhaus stellt in Absprache mit der Gemeinde und der Tourist-Info den Waginger Bürgern und deren Gästen die gesamte rechte Hälfte der Liegewiese (rund 14500 Quadratmeter vom Biergarten bis zum Bootsverleih) kostenlos als Badestelle zur Verfügung.

Auch der Zugang zu den Toiletten, Umkleiden, Außenduschen, Imbiss und allen weiteren Einrichtungen steht weiterhin zur Verfügung. Beim Binderhäusl in Petting hat man sich dafür entschieden, heuer der Gemeinde Petting das Grundstück als öffentliche Parkanlage zur Verfügung zu stellen. Daher wird es keine Badeaufsicht oder ähnliches geben, auch der Steg wird gesperrt.

Geöffnet haben lediglich der Kiosk, der Biergarten und die Toiletten unter Einhaltung der Vorschriften für die Gastronomie (der Biergarten wird eingezäunt). Im Übrigen werden am Ufer Hinweisschilder mit Aufschrift „Baden auf eigene Gefahr“ und „Abstandhalten“ aufgestellt.

Pressemitteilung Tourist-Info Waginger See

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