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Leer stehende Gebäude beschäftigen Bürgerversammlung

Otting diskutiert über „Dauerbrenner“ Rossstall und „Schandfleck“ Lagerhaus

Bürgerversammlung Otting Waging am See
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Bewegt die Gemüter: Der alte Rossstall in Otting.

Ob Rossstall, Bezirksmusikfest oder das alte Lagerhaus - Otting diskutierte über vielfältige Themen bei der Bürgerversammlung.

Waging am See/Otting - Nachdem Bürgermeister Matthias Baderhuber in seinem Rechenschaftsbericht über die zahlreichen abgeschlossenen, laufenden und anstehenden Projekte in der Marktgemeinde Waging berichtet hatte, ergriffen zahlreiche Bürger das Wort in der Bürgerversammlung in Otting. Sie erkundigten sich im Besonderen nach den Vorhaben in ihrem Ortsteil. So ging es mal wieder um den „Dauerbrenner“ im Ort, den alten Rossstall, der schon seit Jahrzehnten ein Thema ist.

Bürgerversammlung in Otting: „Dauerbrenner“ Rossstall - Kommt jetzt die Kinderkrippe?

Das Rossstall-Grundstück mit seinen 620 Quadratmetern und ein danebengelegenes Grundstück mit 860 Quadratmetern – auf dem einst der Kuhstall der Pfarrökonomie stand – wurden der Gemeinde Waging zu einem günstigen Erbpachtpreis angeboten. Angedacht war, darin eine Kinderkrippe einzurichten.

Das entsprechende Angebot der Finanzkammer des Erzbischöflichen Ordinariats, das Pfarrer Andreas Ager und Kirchenpfleger Heinrich Thaler an die Gemeinde weitergereicht haben, konnte aber erst vor ein paar Wochen und damit erst nach 15-monatiger Verhandlungszeit in trockene Tücher gebracht werden.

Das Grundstück gehört also erst seit ein paar Wochen der Marktgemeinde. Im Hinblick auf ihr künftiges Eigentumsrecht hat die Gemeinde aber schon vor eineinhalb Jahren eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um prüfen zu lassen, wie sie das Anwesen sinnvoll nutzen kann und wie hoch die entsprechenden Umbaukosten, Sanierungskosten wären“, informierte Baderhuber. Eine mögliche Verwendung für den denkmalgeschützten Rossstall habe das Planungsbüro Blüml aus Tittmoning skizziert. Die errechneten Kosten lagen bei rund einer Million Euro. „Obwohl die Immobilie bis vor kurzem noch nicht rechtmäßig der Gemeinde gehörte, stellte sie die Standsicherheit des Gebäudes her.“ Da die entsprechenden Arbeiten noch laufen, sei auch der große Bauzaun noch da, der die Baustelle sichert.

Dass der Zaun noch vor dem Bezirksmusikfest wegkommt, sorgte unter den Teilnehmern der Bürgerversammlung nicht nur aus ästhetischen Gründen für große Erleichterung, die in einem spontanen Applaus zum Ausdruck kam, sondern auch, weil man so die Route des Festzugs nicht ändern muss, die über das Rossstall-Gelände führt.

Bezirksmusikfest ab 30. Juni

Erleichtert nahm dies auch Alfons Thaler, der Vorstand der Blaskapelle „Jung-Otting“, in einer ersten Wortmeldung zur Kenntnis. Zudem lud er alle zum 52. Bezirksmusikfest ein, das in der Zeit vom 30. Juni bis 3. Juli 2022 in Otting über die Bühne geht. Im Rahmen dieses Festes feiere die Blaskapelle Jung-Otting ihr 50-jähriges Gründungsfest. Zu diesem Gründungsfest erwarte man sämtliche Musikkapellen des Bezirks „Chiem- und Rupertigau“. Hinzu kommen die zahlreichen Vereine der Marktgemeinde Waging am See.

Der Höhepunkt der verschiedensten Veranstaltungen werde der große und farbenprächtige Festumzug durch die Straßen von Otting am Sonntag, den 3. Juli sein, sagte Thaler und verwies auf das Festprogramm, bei dem es gegenüber den bisherigen Ankündigungen einige Änderungen gibt. Laut Thaler geht das Fest nun schon einen Tag früher los. Es beginne am Mittwoch, den 29. Juni, mit dem Kreisbauerntag des BBV-Kreisverbands Traunstein. Als Redner erwarte man den Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands, Walter Heidl.

Darüber hinaus findet nun vor dem Weinfest (2. Juli) um 18 Uhr eine Gedenkveranstaltung an der Kirche statt, um der verstorbenen Vereinsmitglieder zu gedenken. Thaler bat die Vereine, sich mit ihren Fahnenabordnungen zu beteiligen, um der Zeremonie einen würdigen Rahmen zu verleihen. „Wir brauchen euch auch alle zum Mithelfen und zum Mitfeiern“, rief er seine Mitbürger auf, sich aktiv zu beteiligen. Es gebe viel zu tun, nicht nur beim Aufbau des Festzelts, der eine Woche vor Festbeginn erfolgt. Das Zelt biete Platz für 1.400 Personen.

„Schandfleck“ in Otting: Früheres Lagerhaus wird wohl kein Haus der Vereine

In Otting gibt es aber nicht nur die Rossstall-Baustelle. Mitten im Ort, neben dem Gasthof Oberwirt liegt auch noch eine Immobilie, das frühere Raiffeisen-Lagerhaus. Das ist längst selbst zum Ladenhüter geworden. Man sieht dem Gebäude auch an, dass es seine beste Zeit hinter sich hat. Dabei handelt es sich um eine rund 1500 Quadratmeter große, verlassen wirkende Liegenschaft, die nur noch von wenigen, wie etwa vom Theaterverein Otting zur Lagerung von Requisiten benutzt wird. Diese offensichtlich als unattraktiv empfundene Stelle, ist „ein Schandfleck“. Jedenfalls bezeichnete sie Simon Mayerhofer als solchen.

Laut Mayerhofer war dort vor einigen Jahren ein Gebäude geplant, das viele Ottinger Vereine gemeinschaftlich hätten nutzen können. Aufgrund der sehr angespannten finanziellen Lage der Marktgemeinde und der Befürchtung, dass diese sich coronabedingt, eher noch mehr verschlechtert, lehnte der Marktgemeinderat die entsprechenden Pläne nach deren Vorstellung im Frühjahr 2020 aber mehrheitlich ab, obwohl hohe staatliche Zuschüsse winkten.

„Leider Gottes ist seitdem gar nichts mehr passiert“, rief Mayerhofer die Gemeinde auf, endlich zu handeln. Er regte an, das Areal auch aus optischen Gründen städtebaulich neu zu überplanen. „Die Gebäude sollte man einfach über den Haufen schieben und die Fläche einer sinnvollen Nutzung zuführen“

Baderhuber hingegen bestätigte, dass es bereits eine Planung dafür gebe. „Die liegt nur auf Eis.“ Das Haus der Vereine sei leider nicht umgesetzt worden, bedauerte Baderhuber.

Josef Frisch kam ebenfalls auf die beiden „Problemflächen“ zu sprechen. Er schlug vor: „Wenn man einen Raum zur Nutzung für die örtlichen Vereine schaffen wolle, wäre das Areal des alten Lagerhauses am besten.“ Es liege zentral und in der Nähe des Gasthauses, das dann wohl auch vom gemeinsamen Vereinsraum profitieren würde, weil er die Ortsmitte belebe. „Der Rossstall liegt dafür einfach zu abgelegen.“

Spielfläche für Kinder bis Schneeräumen: Zahlreiche Fragen bei Bürgerversammlung

Zu Wort meldete sich dann auch die Vorsitzende des Elternbeirates im Kindergarten, Ramona Poschner. Sie wollte wissen, wann der zusätzliche Grünstreifen zum Fußballspielen endlich kommt, der zwischen dem Hartplatz an der Schule und dem Kindergarten angelegt werden soll und längst versprochen sei. „Der Elternbeirat ist bereit, bei der Platzgestaltung tatkräftig mitanzupacken.“

Wie das Gemeindeoberhaupt darlegte, klärt die Gemeinde die Sache mit der Kirche. Die Kirchenverwaltung befasse sich aktuell mit diesem Grünstreifen. Sobald die grünes Licht gebe, könne man mit dem Anlegen der Grünfläche beginnen.

Ramona Poschner erklärte auch, warum ein anderer Raum für die Treffen der Eltern-Kind-Gruppe notwendig ist. Das ehemalige Bischofszimmer im Pfarrhof, in dem sich die Gruppe bislang trifft, sei so stark renovierungsbedürftig, dass man dort nicht mehr lange bleiben könne.

„Ich bin sicher, dass wir eine geeignete Bleibe für die Mutter-Kind-Gruppe finden“, versprach Baderhuber seine Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Treffpunkt.

Um die Sicherheit von Kindern auf dem Spielplatz ging es Andrea Daffeh. Sie sagte, sie würde es sehr begrüßen, wenn die Gemeinden einen Zaun rund um den Kinderspielplatz anbringen ließe, um die Zufahrt zum Sportplatz, die direkt neben dem Spielplatz verläuft, deutlicher abzugrenzen. Das trage zum Wohl der Kinder und zu deren Schutz bei. „Denn zu bestimmten Zeiten fahren doch sehr viele Fahrzeuge zum Sportplatz, was nicht ungefährlich ist für die spielenden Kinder. Verdeckt von Sträuchern kann sie der Fahrer wohl oft gar nicht wahrnehmen.“

Wenig Verständnis wurde für die Art des Schneeräumens in Holzhausen aufgebracht. Während früher der große Schneepflug der Firma Perschl im Einsatz war, fuhr im Winter 2021/ 2022 in Holzhausen nur ein kleineres, aber deutlich lauteres Räumfahrzeug vom Bauhof, das den Schnee auf den Straßen und Wegen offensichtlich auch nicht so entfernte, wie es allgemein erwartet worden wäre. „Dieses Fahrzeug der Gemeinde ist ungeeignet“, sagte Harry Gaube aus Holzhausen und fragte nach, warum die Firma Perschl in Holzhausen nicht mehr räumt. Das Kommunalfahrzeug sei viel zu leicht und habe ein viel zu schmales Räumschild für die Straße, daher müsse es mehrmals fahren. Trotzdem bleibe immer wieder ein bis zu einem Meter breiter Schnee-Streifen liegen, sodass die Fahrbahn oft nur noch einspurig befahrbar sei.

Bürgermeister Baderhuber sicherte Gaube zu, sich zu informieren, wer mit welchem Fahrzeug räumt. „Genaueres kann ich im Augenblick nicht dazu sagen.“

Abschließend bedankte sich Matthias Baderhuber für das große Interesse an den kommunalpolitischen Themen und für die vielen Diskussionsbeiträge. „Es war wirklich eine sehr nette und angenehme Runde, die hier zusammengekommen ist. Ein Dank galt auch dem Gastwirt vom Gasthaus Oberwirt, Henrich Thaler, der sein Salettl eigens für diese Bürgerversammlung aufgesperrt hatte, obwohl eigentlich Ruhetag war.

caruso