„Zeltln Festival“ in Waging

Heimatliebe, Tradition und fliegende Büstenhalter

Sebastian „Basti“ Hackl mit der Steirischen Harmonika und Thomas „Tom“ Graf mit der Gitarre
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Links mit der Steirischen Harmonika, Sebastian „Basti“ Hackl, rechts mit der Gitarre, Thomas „Tom“ Graf.

Waging am See - Mit Tom und Basti gastierten zwei weitere hochkarätige Künstler beim Waginger „Zeltln Festival“. Die beiden Vollblutmusiker zogen alle Register ihres Könnens und unterhielten ihr Publikum in der „Bergader Arena“ mit traditioneller Wirtshausmusik und charmant- witzigen Anekdoten.

„I möcht mi jetzt ned beschweren, aber den Begrüßungsapplaus sama von dahoam her besser gwohnt.“ Somit musste auf Geheiß von Basti der Applaus kräftiger, nein viel kräftiger wiederholt werden und die humoristischen Weichen für den Abend waren gestellt. Was danach folgte war ihr gut zwei stündiges Programm „bae:mwind“, humorvolle Wirtshausmusik, angereichert mit viel Wortwitz, bei dem die Beiden sich immer wieder selbst „auf die Schippe“ nahmen. Und das so manche witzige Pointe aus ihrem Leben stammt, zum Beispiel aus dem Stück „ Zwoa dumme Deifen“, könnte man ihnen fast abnehmen, wenn da nicht ihre blitzgescheite Art wäre, mit der im Handumdrehen der ganze Saal lacht. Aber auch ruhige Stücke, wie das Lied „Verliabt, verlobt, verheiratet“ bereicherten ihr Repertoire.


In der 2000 Seelengemeinde Mauth bei Freyung ist das Duo beheimatet. Ein kleiner Ort im Bayerischen Wald von dem aber Basti sagt , er sei so groß, wir haben sogar zwei Pfarrer. Einen evangelischen und einen „richtigen.“ Thomas „Tom“ Graf spielt bei ihren Auftritten Gitarre ,ein netter, sympathischer Grantler, der immer einen schlagfertigen Witz im Hinterkopf hat.

Sebastian „Basti“ Hackl ist derjenige, der auch schon mal die Bühne rockt und mit der Steirischen Harmonika über die Tische läuft. Wenn nicht gerade Corona- Zeiten wären. 15 Jahre ziehen Tom und Basti wie Vagabunden mit ihren Instrumenten und in alte Gewänder gekleidet mittlerweile durch die Wirtshäuser. Fernsehauftritte, wie bei „Brettl- Spitzen“ machten die Volksmusiker weit über die Grenzen des Bayerischen Waldes hinaus bekannt. Ihre Musik verkörpert Heimatliebe und Tradition. Sie steht in erster Linie für Spaß und Gaudi, zeigt aber auch, das Dialekt keinesfalls ein alter Hut ist.


Immer wieder wurde auch das Publikum in den Auftritt mit einbezogen, sei es durch Dialoge oder der Aufforderung zum Mitklatschen. Wagings Bürgermeister Matthias Baderhuber sollte die Getränkeversorgung übernehmen und auch der Ablauf der Zugabe wurde von Basti detailliert erklärt. Lang und laut sollten die Rufe „Zuugabee“ sein, die BHs der Frauen sollten auf die Bühne fliegen, am Ende kramte Tom seine selbst mitgebrachten Büstenhalter aus dem Gitarrenkoffer hervor.

Lang anhaltender Applaus zeigte den Musikern, dass sie mit diesem unterhaltsamen und humorvollen Konzert beim Publikum genau richtig lagen.

Ein ganz herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung sprachen Tom und Basti der Gemeinde Waging und dem TSV Waging aus. Corona bedingt konnte das „Zeltln Festival“ nicht wie ursprünglich geplant im Festzelt stattfinden sondern es wurde in die „Bergader Arena“ verlegt.

„ Es ist wichtig das so etwas stattfindet, auch wenn nicht soviel Leute da sind, weil ihr sollt sehen das auch in Coronazeiten das geht“, so Sebastian Hackl , „sagt es bitte weiter, denn die ganzen Veranstalter, Techniker und Künstler würden sich darüber freuen.“

Thomas Schwiede

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