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Vom 3. Juli bis 7. August

Von Barock bis Pop: Musikfestival in Waging am See startet

Das Eröffnungskonzert der Waginger Musiktage findet in der Kirche Mariä Heimsuchung auf dem Mühlberg statt.
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Das Eröffnungskonzert der Waginger Musiktage findet in der Kirche Mariä Heimsuchung auf dem Mühlberg statt.

Beim Eröffnungskonzert wird der künstlerische Leiter Michael Müller selbst an der Orgel sitzen: Am 3. Juli starten die Musiktage in Waging am See.

Waging am See - Im Jahr 2021 war die Orgel das „Instrument des Jahres“. Würdigend hervorheben konnten die Kirchenmusiker in Waging die Orgel coronabedingt aber noch nicht. Deshalb soll diese Königin unter den Instrumenten in den Mittelpunkt des sommerlichen Konzertgeschehens bei den Musiktagen in Waging am See rücken. Verschiedene Organisten präsentieren die einzigartigen Orgeln der Kirchen in bewährten wie auch ungewöhnlichen Kombinationen und zeigen, welch wunderbare Weggefährten sie sind, wenn sie in spannende Dialoge mit anderen wohlklingenden Instrumenten eintreten. Zu erleben ist dieses genussvolle Aufeinandertreffen in den Kirchen Mariä Heimsuchung auf dem Mühlberg, in St. Stephanus in Otting und in der evangelischen Kirche, der Simeonkirche.

Musiktage in Waging am See: 3. Juli bis 7. August

„Ihr Klang hat etwas Erhabenes, sie kann aufbrausen, den gesamten Kirchenraum erfüllen, aber auch mit ganz leisen Tönen begeistern. Die Orgel hat das größte Klangvolumen und Tonspektrum aller Instrumente. „Jedes Instrument ist ein Unikat, das für das jeweilige Gotteshaus gebaut, für diesen Raum intoniert wurde“, erklärt der künstlerische Leiter, der Waginger Musiktage, Kirchenmusiker Michael Müller, bei der Ankündigung des Musikfestivals, von dem ein Teil unter dem Motto „OrgelPlus“ läuft. Die Konzertreihe mit insgesamt sieben öffentlichen Veranstaltungen findet in der Zeit vom 3. Juli bis zum 7. August statt.

Open-Air-Konzert mit Big-Bad Leobendorf

Ein ungewöhnliches Hörerlebnis verspricht während dieser Zeit auch eine Gitarristin bei ihrem Konzert in der St. Rupert Kirche in Gaden und ein Kammermusik-Abend im Pfarrsaal. Zudem bildet das Ufer des Waginger Sees (am Segelhafen) und der Sonnenuntergang die fast perfekte Kulisse eines Open-Air-Konzerts der Big-Band Leobendorf. So gehen traditioneller Swing, Tanzmusik, moderner Pop und Jazz bei den Waginger Musiktagen wieder Hand in Hand mit klassischer und geistlicher Musik und ergänzen sich auf wunderbare Weise.

In den prominent besetzten Konzerten in den Gotteshäusern entführen herausragende Organisten, größere und kleinere Instrumentalensembles sowie Chöre und Solisten in die klangliche Welt großartiger Kirchenmusiker und unter anderem in die Zeit des Barocks. Die Künstler bescheren bezaubernde Kirchenklangfeste, in deren Mittelpunkt oft die Orgel als Solo- und Begleitinstrument steht.

Die Konzertreihe ist als traditionelle Marke für anspruchsvolle Musik in sakraler Umgebung oder weltlicher Atmosphäre über die Grenzen der Seengemeinde hinaus bereits seit 28 Jahren fest etabliert und zu einem Glanzpunkt in der regionalen Kulturlandschaft geworden. Michael Müller übernahm vor ein paar Jahre die künstlerische Leitung der Reihe und stellt heuer wie in den Vorjahren mit seinem enormen Fachwissen und seinem weitgreifenden Kontakten zu Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland ein ebenso anspruchsvolles wie abwechslungsreiches Programm gemeinsam mit dem Organisator, dem Verein für Heimatpflege und Kultur Waginger See e.V., zusammen.

Dieses Mal greift er auch auf Werke zurück, die aus Archiven von süddeutschen Klöstern und Stiften stammen, in denen viele musikalische, auch viele unentdeckte Schätze ruhen. Diese zu neuem Leben zu erwecken, bedarf kenntnisreicher Musiker und fleißigen Spezies. Aktiv danach suchte auch Michael Müller und fand sie in einem kleinen Notenverlag. So bringt er beim ersten Konzertabend in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Mühlberg die musikalische Pracht des Hochbarocks in Werken von zwei wenig bekannten Komponisten zu Gehör, die perfekt in die ebenfalls barocke Kirche passen. Die Musik dieser Epoche zeichnet sich durch ihre Komplexität und Emotionalität sowie ihre technische Zurückhaltung aus. Berühmte Komponisten jener Epoche sind Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und Johann Pachelbel.

Auftaktkonzert mit dem Martinsorchester und Orgel

Das Auftaktkonzert widmet sich dem sehr bekannten Komponisten Johann Pachelbel und den deutlich weniger bekannten Tonkünstlern Ignaz Mayr und Marianus Königsperger. Ihre Werke zählen zu den Neuentdeckungen aus den Süddeutschen Klöstern und haben entsprechenden Seltenheitswert. Inszeniert werden einige ihrer Tonschöpfungen von den Instrumentalisten des Martinsorchesters, das Müller an der Orgel begleitet. Karin Elina Wagner und Sabine Eglseer spielen dabei die erste Geige. Andrea Egger, Rudi Heiß und das junge Nachwuchstalent Johannes Gaube übernehmen die zweite Geige. Am Violoncello sind Franziska und Regina Gaube zu hören, während Maximilian Spann den Kontrabass streicht und zupft.

Der künstlerische Leiter ist überzeugt, dass die neue Kaps-Orgel der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt besonders gut gelungen ist. Sie habe nicht nur solistische Kompetenz, sondern auch die Fähigkeit, im Ensemble mit Chören und Orchestern ihren begleitenden Platz einzunehmen. Am 23. und 24. Juni 2012, also vor zehn Jahren wurde sie geweiht.

Zu deren Besonderheiten zählt das neue vollmechanische Orgelwerk, das damals in das restaurierte historische Gehäuse eingebaut worden ist. Die Windladen sind in klassischer Bauweise ausschließlich aus massivem Eichenholz hergestellt. Die Register sind in Bass und Diskant geteilt, was die Vielseitigkeit der Orgel maßgeblich erhöht. Der Wind wird von einem gezinkten Faltenbalg geliefert, der im Unterbau der Orgel eingebaut ist. Insgesamt hat die Orgel 501 Pfeifen, davon 159 aus Holz. Die größte ist 2,60 Meter lang, die kleinste nur wenige Millimeter. Für den Bau der Orgel wurden rund 1.800 Arbeitsstunden aufgewandt. Orgelbauer waren Christoph Kaps (Orgelbaumeister und Intonateur), sowie Matthias Kaps (Schreiner und Orgelbauer).

Musik als Teil klösterlichen Lebens

„Natürlich möchten wir mit unserem Eröffnungskonzert am Sonntag, den 3. Juli um 18 Uhr auch an dieses Jubiläum erinnern. Zudem möchten wir auf den mit einer neuen Orgel verbundenen, finanziellen Aufwand aufmerksam machen. „An diesem ersten Konzertabend wird auch für den Orgelbau in der Pfarrkirche St. Martin musiziert, daher freuen wir uns über Spenden.“

Überdies soll deutlich werden, dass Musik unabdingbarer Teil klösterlichen Lebens war. „Dies galt nicht nur für die Liturgie, sondern auch für klösterliche Repräsentation und das private Musizieren gleichsam zu Rekreation der Mönche und Chorherren.“ Um eine angemessene musikalische Gestaltung ihrer Gottesdienste zu sichern, waren Mönche selbst Musiker, Sänger und Komponisten – und gaben Unterricht. Mit der Aufhebung der Klöster ging das zu Ende. Mit der Säkularisation erstarb die musikalische Blüte. Daher ruhen wohl noch viele Notenschätze auf den Dachböden der süddeutschen und bayerischen Klöster“, sind sich Michael Müller und sein Vorgänger, der frühere Leiter der Musiktage, Alfons Schmuck einig. „Sie warten nur darauf entdeckt zu werden.“

caruso

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