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Feuerwehren Waging am See und Nirnharting im Übungseinsatz

Gut vorbereitet für den Ernstfall: Mit „Gurgui“ und „Feuerpatschen“ Waldbrände bekämpfen

Spezialübung für den Ernstfall der Freiwilligen Feuerwehren Nirnharting und Weyarn
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Einweisung in den Stop-and-go-Betrieb am Tanklöschfahrzeug

Mit einer speziellen Übung zur Waldbrandbekämpfung bereiteten sich die Freiwilligen Feuerwehren Nirnharting und Waging am See für den Ernstfall vor, um mit der richtigen Taktisch schnell reagieren zu können.

Mitteilung im Wortlaut:

Waging am See – Einen Klappspaten, die sogenannte "bayerische Sandschaufel" oder auch das Multifunktionswerkzeug Gurgui verbindet man in erster Linie nicht mit einer Brandbekämpfung bei der Feuerwehr. In Verbindung mit Feuerpatschen oder speziellen Löschrucksäcken können dies jedoch sehr effektive Werkzeuge zur Bekämpfung von Wald- oder Vegetationsbränden sein. Nicht immer sind es medienwirksame Großbrände, wenn von Waldbränden die Rede ist. Aufgrund der heißen und trockenen Sommermonate in den vergangenen Jahren nimmt die sogenannte Vegetationsbrandbekämpfung jedoch einen immer wichtigeren Rahmen ein. Auch während der immer schneeärmeren Wintermonate besteht die Gefahr von Waldbränden. Um für derartige Schadenslagen gerüstet zu sein, führten die Freiwilligen Feuerwehren Nirnharting und Waging am See eine Gemeinschaftsübung zu diesem Spezialthema durch.

"Mit dem Weitmoos haben wir in unserem Einsatzbereich ein Gebiet, bei dem eine Waldbrandgefahr gegeben ist", so Kommandant Wolfgang Sedlmayer von der Feuerwehr Nirnharting. "Um dafür vorbereitet zu sein, verfügen wir in Nirnharting über diese Spezialwerkzeuge, um Erstmaßnahmen bei einem Brand sofort einleiten zu können. Weitere Ausrüstungsgegenstände kommen dann unterstützend von der Waginger Feuerwehr". Unerlässlich sind auch Tanklöschfahrzeuge mit großen Löschwassertanks. In Ländern wie Italien, Portugal oder Frankreich verfügen die Feuerwehren über spezielle geländegängige Waldbrandtanklöschfahrzeuge. In Deutschland übernehmen diese Aufgaben in der Regel Löschfahrzeuge mit vielseitiger Ausrüstung, welche somit auch bei verschiedensten Einsatzlagen eingesetzt werden können.

Wie der Kommandant der Waginger Feuerwehr, Michael Schramke, im Theorieteil der Schulung erwähnte, unterscheidet sich die Brandbekämpfung hierbei wesentlich von "herkömmlichen" Feuerwehreinsätzen wie Zimmer- oder Pkw-Brände. Wichtig ist hierbei das Merkwort "LACES", welches wie so vieles bei der Vegetationsbrandbekämpfung aus dem "Amerikanischen" statt. Da viele dieser Erkenntnisse aus den Vereinigten Staaten stammen, wurden auch die internationalen Bezeichnungen im deutschen Sprachgebrauch übernommen. Die diesem Wort zugrunde liegenden Bedeutungen "Lookout", "Ancher point", "Communication", "Escape routes" und"Safety zones" stammen von dortigen Waldbrandspezialisten.

Stop-and-go-Löschangriff mit dem Tanklöschfahrzeug

Der Lookout (Ausguck) ist ein Sicherungsposten, der die Änderungen des Brandverhaltens wie Winddrehungen und Spotfeuer erkennen und melden soll. Mit dem "Ancher point", also dem Ankerpunkt" wird ein sicher abgelöschter und überwachter Bereich bezeichnet, von dem ein Löschangriff gestartet wird. Vor allem soll von diesem Punkt aus verhindert werden kann, dass das Feuer den Einsatzkräften in den Rücken fällt. Die "Communcation"unter den Einsatzkräften ist bedeutend um über aktuellen Befehle, Lageänderungen und Vorgehensweisen einheitlich informiert zu sein. "Escape routes (Fluchtwege) und Safety zones (Sicherheitsbereiche) werden festgelegt, bevor ein Feuer gefährlich für die Löschmannschaften werden kann.

Dabei muss es nicht zwingend eine Großlage sein, sondern auch Kleinfeuer können mit den in der Schulung erworbenen Kenntnissen effektiv gelöscht werden. Im anschließenden praktischen Teil der Ausbildung wurden Methoden erlernt, die es möglich machen diese Art von Bränden ohne, oder nur mit sehr wenig Wasser zu bekämpfen. Da es sich bei den meisten Waldbränden um Bodenfeuer handelt, kommen vorrangig Strahlrohre mit Sprühstrahl zum Einsatz. Ein Vorteil ist hier die besonders gute Manövrierfähigkeit von den kleineren und somit handlicheren D-Schläuchen, mit denen eine dynamische Strahlrohrführung möglich ist. Um eine Ausbreitung des angenommenen Feuers zu verhindern, wurden sogenannte Wundstreifen im Boden angelegt und mit den 20 Liter fassenden Löschrucksäcken und Feuerpatschen die Brandbekämpfung vorgenommen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Übung war auch das taktisch richtige Einsetzen des Waginger Tanklöschfahrzeugs im "Stop-and-go-Betrieb". An der Grenze zum in der Fachsprache genannten sicheren "Grünbereich" zum im Brand befindlichen "Schwarzbereich" wurde die Brandausbreitung von einem ersten Löschtrupp verhindert. Das 2500 Liter Löschwasser fassende Tanklöschfahrzeug fuhr in Schrittgeschwindigkeit immer an dieser imaginären Grenze entlang. Ein nachfolgender Trupp löschte die angenommen verbliebenen Brandflächen ab. Die rund 40 an der Übung beteiligten Feuerwehrfrauen und -männer konnten zum Abschluss der Übung zahlreiche neue Erkenntnisse erlangen beziehungsweis ewieder auffrischen.

„Im weitläufigen Waldgebiet hier im Weitmoos, das sich ja bis Rückstetten bei Teisendorf erstreckt, ist die Gefahr eines Vegetationsbrandes durchaus gegeben“, wie Wolfgang Sedlmayer beim Übungsende feststellte. „Die Vorbereitungen der Feuerwehren, um schnell die benötigten Mittel mit der richtigen Taktik anwenden zu können sind absolut notwendig falls ein Ernstfall eintreten würde.“ Die rund 40 Feuerwehrfrauen und -männer der beiden Feuerwehren konnten dabei zahlreiche neue Kenntnisse erlangen beziehungsweise wieder auffrischen.

Pressemitteilung der Freiwilligen Feuerwehr Waging am See

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