Feier in Waldstück bei Sprinzenberg

Waldkindergarten „Waginger Waldwichtel“offiziell eröffnet

Die Kinder währen saßen während der Fürbitten in einem Kreis um den
Kranz. Im Hintergrund Gemeindereferentin Jetz-Deser und das Betreuerteam
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Die Kinder währen saßen während der Fürbitten in einem Kreis um den Kranz. Im Hintergrund Gemeindereferentin Jetz-Deser und das Betreuerteam

Waging am See - Die „Waginger Waldwichtel“ gibt es jetzt ganz offiziell. Sie tummeln sich in einem Waldstück bei Sprinzenberg als Besucher des ersten Waginger Waldkindergartens, der jetzt im Rahmen einer schönen Feier bei herrlichstem Frühherbstwetter seiner Bestimmung als gemeindliche Kinderbetreuungseinrichtung übergeben wurde.

Das Projekt ist in nur knapp fünf Monaten umgesetzt worden und wird die Gemeinde rund 190.000 Euro kosten. „Ihr seht, wir sparen sicher nicht bei unseren Kleinsten“, so Bürgermeister Matthias Baderhuber bei dem Einweihungsfest. Die evangelische Pfarrerin Hannah von Schroeder und die katholische Gemeindereferentin Waltraud Jetz-Dreser haben dem neuen Kindergarten den kirchlichen Segen erteilt.


Der Einladung zum Einweihungsfest gefolgt waren neben den Bürgermeistern der Marktgemeinde Matthias Baderhuber (1. Bürgermeister), Martin Dandl (2. Bürgermeister) und Christine Rehrl (3. Bürgernmeisterin), Gemeinderäte, die Kindergartenkinder mit Eltern und Großeltern, die Leiterinnen der anderen Kindergärten aus Waging, Otting und Tettenhausen, Vertreter der Baufirmen und Gemeindeangestellte.

Das Betreuungsteam (v-l-n-r. ) Michael Kellner, Anett Thiering und Theresa Brandl bekamen von Bürgermeister Baderhuber zum Einstand Blumen überreicht.

„Dies ist ein Ereignis, wo ich mich besonders freue, Bürgermeister der Marktgemeinde Waging am See sein zu dürfen“, so Matthias Baderhuber in seiner Rede. Denn die Realisierung des Projektes sei ein Paradebeispiel dafür, dass es auch der öffentlichen Hand möglich sei, in kürzester Zeit Lösungen für dringende Probleme, wie die Schaffung von Kindergartenplätzen, zu finden. Zwischen der Entscheidung für den Waldkindergarten in der Gemeinderatssitzung im April und dessen Eröffnung im September würden nur knapp fünf Monate liegen.

Der Waldkindergarten der „Waginger Waldwichtel" ist ein Vorzeigeprojekt

Dennoch sei mit dem Waldkindergarten, keine Notlösung entstanden, sondern ein „Vorzeigeprojekt“, darin waren sich alle Besucher der Einweihungsfeier einig. Die auf dem gemeindlichen Gelände unmittelbar neben einem ausgedehnten Waldstück bei Sprinzenberg errichtete „Hütte“ ist eigentlich ein sehr gut gelungener, großzügiger, anschaulicher und funktionaler Holzbau, mit einer überdachten Terrasse, Umkleideraum und Aufenthaltsraum für Schlechtwetter für die bis zu 25 Kinder, die diese Einrichtung besuchen können.

Am 2. September wurde der Betrieb mit 17 Kindern aufgenommen, im Frühjahr kommt noch ein weiteres dazu, berichtete Konrad Heigermoser seitens des Betreibers, des Jugendhilfeträgers „KoniS– Konzepte individueller Sozialpädagogik“. Betreut werden die Kinder von zwei Erzieherinnen mit der Zusatzausbildung zur Waldpädagogik, Anett Thiering und Theresa Brandl sowie von Michael Kellner, einem Erzieher im Anerkennungsjahr. Die Gruppenleitung macht Anett Thiering, „Wir sind sehr glücklich und zufrieden mit unserem Arbeitsplatz“, so die Leiterin, „das Waldstück in der Umgebung ist großzügig und bestens für unsere Arbeit mit den Kindern geeignet“.

Für das Eröffnungsfest hatten die Kinder im Wald bereits Stöcke und Zapfen gesammelt, diese mit buntem Garn umwickelt und damit einen Kranz vor der Hütte gestaltet. Bei der Segnung legten sie ihre auf gelben Papierstreifen geschriebenen Bitten wie die Strahlen einer Sonne um diesen Kranz. Freude, Freunde, Vertrauen, Frieden, Wärme und Schutz war zum Beispiel darauf zu lesen. Vorher hatte Pfarrerin Hanna von Schroeders an das Evangelium von Jesus dem Kinderfreund erinnert. „Lasset die Kinder zu mir kommen“ habe er den erwachsenen gesagt, daran sollte man sich immer wieder erinnern. „Wäre Jesus heute hier, er wäre glücklich“ ergänzte Gemeindereferentin Jetz-Dreser. Dieser Platz sei wahrlich ein „Garten Gottes“, in dem die Natur wächst und gedeiht und wo die Kinder immer wieder etwas von ihrer Schönheit entdecken und begreifen können.

Gemeinsam spendeten Pfarrerin und Gemeindereferentin dann den ökumenischen Segen Gottes für diesen Ort, die Kinder, ihre Betreuer und alle Anwesenden. Bürgermeister Matthias Baderhuber nutzte die Gelegenheit um sich bei allen zu bedanken, die zu der Realisierung des Projektes beigetragen haben und lobte die „hervorragende Teamarbeit zwischen der Gemeinde, den beteiligten Baufirmen und dem Betreiber KoniS“.

Durch zahlreiche Überstunden, viel Einsatzbereitschaft und hohes handwerkliches Geschick hätten es die heimischen Baumfirmen unter der Bauleitung von Beppo Hofmann geschafft, den Waldkindergarten termingerecht fertig zu stellen. Als kleinen Dank übergab der Bürgermeister an Bauleiter Hofmann einen Gutschein für ein gemeinsames Essen der beteiligten Firmen. Ein großer Dank ging auch an die Gemeindeverwaltung und hier an den Kämmerer Bernhard Kraus und die Bauamtsleiterin Sabrina Stutz, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass alles sauber und schnell abgearbeitet werden konnte. Das Projekt habe auch die Verwaltungsangestellten viel Nerven gekostet, aber „es wurde alles richtig gemacht, sonst würden wir heute nicht das sein“, so der Rathauschef.

Konrad Heigermoser bedankte sich seitens des Betreibers für das Vertrauen, das man in KoniS gesetzt habe. Er habe von den anderen Waginger Kindergärten auf Nachfrage immer gute Ratschläge und Tipps bekommen und möchte die Zusammenarbeit auch weiterhin pflegen. „Und ja, es gibt eine Baugenehmigung für das Projekt“ ergänzte er zum Abschluß schmunzelnd und nahm damit dem einen oder anderen anderslautenden Gerücht den Wind aus den Segeln.

Als Symbol der offiziellen Eröffnung überreichte Bürgermeister Baderhuber an Konrad Heigermoser einen aus Brezenteig gebackenen Schlüssel und Dietrich und übergab damit den ersten Waginger Waldkindergarten seiner Bestimmung. Im Anschluß lud die Gemeinde die Gäste zu einem kleinen Imbiss mit Steckerlfisch und Grillfleisch. Grillmeister war der gemeindliche Bautechniker Basti Maier. Die Eltern der Kindergartenkinder hatten für reichlich Kaffee und Kuchen gesorgt, so dass es noch ein sehr gemütlicher Nachmittag wurde.

kon

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