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Grünen-Antrag abgelehnt

Acht Luftreinigungsgeräte für 16 Klassenzimmer - Gemeinderat Waging stimmt ab

Plakate: Mit diesen Plakaten empfingen die Eltern die Waginger Gemeinderäte
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Plakate: Mit diesen Plakaten empfingen die Eltern die Waginger Gemeinderäte

Der Waginger Gemeinderat diskutiert mit vielen Zuschauern einen Antrag zur Anschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten für alle Schulen. Es wurde beschlossen acht Geräte (für 16 Kassenzimmer) zu kaufen, und den Einbau von Lüftungsanlagen durch ein Fachbüro prüfen zu lassen.

Waging am See - Das Thema saubere Luft in den Klassenzimmern in Corona-zeiten beschäftigte auch den Waginger Gemeinderat. Ausgangspunkt war ein Antrag der Grünen und Bürgerliste Waging, den Gemeinderat Walter Wimmer bereits Anfang Juli eingebracht hat und in dem gefordert wird, dass die Marktgemeinde Waging am See alle Schulen in ihrer Trägerschaft mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausstatten soll, um die Ansteckungsgefahr in den Klassenzimmern zu reduzieren.

Laut Antrag können die Luftreinigungsgeräte das Lüften sinnvoll unterstützen und damit einen wesentlichen Beitrag für einen sicheren Präsenzunterricht liefern. Unterstützt wurde der Antrag durch Schreiben des Elternbeirats der Grundschule Waging und von Andrea und Gerhard Traunspurger, die sich den Forderungen anschlossen.

Wie sehr das Thema Elternschaft und Öffentlichkeit bewegt, zeigten auch die vielen Zuhörer, die zum öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung gekommen waren. Ihre Forderung hatte sie auch auf Plakaten geäussert, wo es zum Beispiel hieß „Saubere Luft für unsere Kinder“. Stellungnahmen lagen auch seitens der Schulleitungen und der Lehrerschaft der Grundschulen aus Waging (acht Klassen) und Otting (drei Klassen) sowie der Mittelschule Waging vor.

Bei den Grundschulen wird eine Anschaffung von Luftreinigungsgeräten nicht befürwortet. Als Grund wird angeführt, dass diese Geräten ein permanentes Hintergrundgeräusch und einen Luftzug verursachen. Zudem würden sie das Ziel Präsenzunterricht nicht gewährleisten und auch für keine wärmeren Klassenzimmer im Winter sorgen, weil trotzdem regelmäßig gelüftet werden muss.

In der Mittelschule Waging wird nur die Ausstattung der fünf Klassen im Querbau mit Luftreinigungsgeräten von der Schulleitung als sinnvoll erachtet. Für das restliche Gebäude würde die bestehende Lüftungsanlage den Anforderungen entsprechen. In einem anschließenden Fachvortrag ging Bautechniker Josef Hofmann auf technische, förderrelevante und finanzielle Details bei der Anschaffung und dem Betrieb von Luftreinigungsgeräten ein.

Die Anschaffungskosten je Gerät bezifferte Hofmann auf 1.500 bis 3.600 Euro, ohne Montage und Inbetriebnahme. Dazu kämen Betriebskosten von rund 3,5 Euro/Tag ohne Wartungskosten. Die staatliche Förderung liege bei fünfzig Prozent, höchstens aber bei 1.750 Euro je Gerät. Stationäre Lüftungsanlagen würden mit achtzig Prozent gefördert, der Förderantrag müsse aber bis zum 31. Dezember bei der Förderstelle eingegangen sein.

Für die Umsetzung habe man ein Jahr Zeit. Mobile Luftreiningungsgeräte könnten nach Einschätzung des Bundesumweltamtes bei Räumlichkeiten, die nicht ausreichend belüftet werden können, sinnvoll sein, da bei richtiger Positionierung durch sie die Wahrscheinlichkeit indirekter Infektionen minimiert werden kann. Wenn ein Luftaustausch durch Stoß- und Querlüftung möglich ist, wären sie nicht notwendig.

Dem widersprach Rat Walter Wimmer. Nach ihm reiche das Lüften nicht aus, weil nur sehr selten richtig gelüftet werde. Bürgermeister Matthias Baderhuber war der Meinung, dass stationäre Lüftungsanlagen, zentral oder dezentral, die bessere Lösung seien, als mobile Luftreinigungsgeräte. Er sei prinzipiell nicht gegen Lüftungsanlagen, so Walter Wimmer dazu, diese seien aber nur mittelfristig zu realisieren.

Man müsse jetzt aber kurzfristig handeln, denn die Zeit drängt. Gemeinderätin Stefanie Schmeiduch (Grüne) unterstützte den Antrag von Wimmer. Mobile Lüftungsgeräte seien ein wichtiger Baustein in der Reduzierung des Ansteckungsrisikos. Auch wenn sie keine hundertprozentige Sicherheit bringen, müsse man jede Chance nutzen, die ein Plus an Sicherheit verspreche. Dieser Meinung war auch Gemeinderat Karl-Heinz Neumann (CSU). „Wir nehmen jetzt das Geld in die Hand, wieviel es hilft werden wir dann sehen“.

Er werde für die Ausstattung aller Klassenzimmer mit Luftreinigungsgeräten stimmen. Rat Markus Schneckenpointner (FW) wies nochmal darauf hin, dass es nicht ums Geld gehe. „Wir möchten das Richtige für unsere Kinder tun, und das ist schwierig“. Damit sprach Schneckenpointner auch den anderen Räten aus dem Herzen.

Dennoch blieben Zweifel, denn wie die Gemeinderäte Georg Seehuber, Marcus Kleißl und Josef Egger (alle FW) betonten, werden Luftreinigungsgeräte weder Schulschließungen verhindern, noch das Lüften ersetzen. Auch deshalb waren die beiden Stellvertretenden Bürgermeister Martin Dandl (FW) und Christine Rehrl (ÖDP/PFW) der Meinung, dass man langfristige Lösungen brauche, indem man Lüftungsanlagen einbaut. Als Zwischenlösung könne man, so Dandl, wo unbedingt notwendig, jetzt mobile Geräte beschaffen.

In der anschließenden Abstimmung wurde der Beschluss zur Beschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten für alle sechzehn weiter oben genannten Klassenzimmer mit Stimmengleichheit (9:9) abgewiesen. In einem zweiten Anlauf wurde dann beschlossen, acht mobile Luftreinigungsgeräte zu kaufen und für alle Klassenzimmer den Einbau einer Lüftungsanlage durch ein Fachbüro prüfen zu lassen. Die Verteilung der acht Geräte soll durch die Schulen organisiert werden. Für diese Vorgehensweise stimmten elf Gemeinderäte, sieben waren dagegen.

Monika Konnert

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