Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Von A wie Apfel bis Z wie Zypresse

Eichen bei Wertholzsubmission in Waging wieder unschlagbar 

Baumstämme
+
Auf dem Submissionsplatz lagen waren die Stämme dicht an dicht gereiht.

Die sogenannte Braut, der teuerste Stamm bei der Wertholzsubmission in Waging, war wieder mal eine Eiche. Der Eichenstamm wurde von einem privaten Waldbesitzer durch die Waldbesitzervereinigung Laufen-Berchtesgaden bereitgestellt und erzielte den stolzen Preis von insgesamt 4240 Euro.

Waging am See – Den Zuschlag für dieses Prachtexemplar von 5,20 Metern Länge und 115 Zentimeter Durchmesser erhielt ein Käufer aus Schwaben. Die Braut, zwar nicht der qualitativ hochwertigste Stamm, hat dies aber durch ihre Masse wettgemacht. Denn für die höchstbebotenste Eiche betrug der Festmeterpreis sogar 922 Euro. Insgesamt erzielte dieser Stamm mit nur 1,58 Festmeter aber nur einen Gesamtpreis von 1456 Euro

Die 25. Wertholzsubmission in Waging war nicht nur eine Jubiläumsveranstaltung sondern auch eine Submission der Rekorde. Mit 43 Geboten wurde ein neuer Rekord verzeichnet. Die Bieter kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Frankreich und aus Österreich. Die 475 angebotenen Stämme mit insgesamt 481 Festmetern bedeuteten bis dato die größte Menge.

In den beiden Vorjahren beispielsweise waren es 294 Festmeter in 2020 und 430 Festmeter in 2021. Insgesamt waren Stämme von dreiundzwanzig verschiedenen Baumarten, von A wie Apfel bis Z wie Zypresse vertreten. So wurden erstmals auch Stämme von Thujen und Lebensbaum zum Verkauf angeboten, allerdings erzielten sie nur Preise um die gut 100 Euro pro Festmeter. Der Durchschnittspreis der Gesamtsubmission lag bei rund 371 Euro pro Festmeter und war damit deutlich höher als im Vorjahr (339 Euro pro Festmeter). Auch der Gesamterlös von rund 178.000 Euro netto kann sich sehen lassen. 

Baumartenübergreifend wurde das höchste Gebot pro Festmeter mit 1.689 Euro für eine Eibe abgegeben. In Relation gesetzt mit der sehr geringen Masse des Stammes von 0,02 Festmeter erscheint dann der Erlös von gut 50 Euro für den Stamm schon gar nicht mehr so hoch. Eiben als Raritäten wurden insgesamt gut beboten und erzielten einen durchschnittlichen Festmeterpreis von 934 Euro. Wildlebende Exemplare der Eibe stehen unter besonderem Schutz und dürfen nicht gefällt werden.

Entnommen werden dürfen die Bäume dieser seltenen Art nur in besonderen Fällen wie beispielsweise bei Verkehrssicherungsmaßnahmen oder Bebauungserweiterungen. Für Eibe wurden fünfzehn Lose angeboten, von denen vierzehn verkauft wurden. Sie kamen bis auf zwei Ausnahmen alle von der Waldbesitzervereinigung (WBV) Traunstein. Wegen seiner enormen Elastizität bei großer Härte und Dichte wird Eibenholz im Langbogenbau verwendet, aber auch für Funierarbeiten und Holzschnitzereien. 

Sehr begehrt war der Nussbaum (Walnuss) mit bis zu 1.509 Euro pro Festmeter und einem Durchschnittspreis von 630 Euro. Ein Nussbaum war auch der zweitteuerste Stamm der Submission mit einem Wert von 2.182 Euro. Der vom Forstbetrieb Ruhpolding gelieferte Stamm war im Zuge einer Verkehrssicherung geerntet worden. Gekauft hat ihn eine Firma aus Oberösterreich.  

Eibe und Nussbaum : zwei gefragte Holzarten friedlich nebeneinander

Eichenholz liegt nach wie vor stark im Trend. Mit durchschnittlich 488 Euro pro Festmeter wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Auch mit einer Angebotsmenge von insgesamt 185 Festmetern und 145 Losen war die Eiche wieder mit Abstand am häufigsten vertreten und setzt damit den Trend als bedeutendste Baumart der Südostbayern-Submission konsequent fort.

Bei Esche gibt es wegen des Eschentriebsterbens nach wie vor ein Überangebot. Trotzdem lag der Preis mit durchschnittlich 258 Euro pro Festmeter deutlich höher als im Vorjahr (176 Euro pro Festmeter). Bergahorn wurde mit durchschnittlich 281 Euro pro Festmeter verkauft, wobei die Preisspanne zwischen 105 und 779 Euro pro Festmeter lag.  

Rund ein Drittel des Angebots war Nadelholz, wobei mengenanteilig Tanne mit 56 Festmetern (34 Lose) und Lärche mit 40 Festmetern (33 Lose) am häufigsten waren. Spitzenreiter mit durchschnittlich 339 Euro pro Festmeter war die Lärche. Damit war sie um fast ein Drittel teurer als im Vorjahr. Etwas teurer war auch die Douglasie mit 258 Euro pro Festmeter (Vorjahr 192 Euro). Die Fichte verteuerte sich von 212 Euro pro Festmeter im letzten Jahr auf jetzt 246, die Tanne von 232 Euro pro Festmeter auf jetzt 244. Nicht verkauft wurden nur fünf Festmeter darunter sehr schwache Zwetschgen, einzelne schwache Ulmen und zwei Linden.

Die angebotenen Stämme kamen zu 42 Prozent aus den Forstbetrieben Ruhpolding, Berchtesgadner Land, Wasserburg und Freising und zu 58 Prozent von den WBV Laufen-Berchtesgaden, Altötting-Burghausen, Traunstein, Wasserburg-Haag und Mühldorf sowie von der Stadt Traunstein. Die größten Anbieter waren der Forstbetrieb Ruhpolding und die WBV Laufen/Berchtesgaden mit je 102 Festmetern.

Die Wertholzsubmission Südostbayern wurde in bewährter Weise vom Forstbetrieb Ruhpolding der Bayrischen Staatsforsten und von den Waldbesitzervereinigungen Traunstein und Laufen-Berchtesgaden zusammen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein organisiert. Wegen Corona musste die öffentliche Gebotseröffnung beim Oberwirt in Otting abgesagt werden ebenso wie die Führungen über den Submissionsplatz am Waginger Kurhaus.

Alle Ergebnisse werden kommende Woche auf der Homepage des AELF Traunstein und des Forstbetriebs Ruhpolding eingestellt. Zudem werden ab Mitte nächster Woche die jeweils bestbebotensten Stämme einer Baumart mit Gesamtpreis, Preis pro Festmeter und Käufer beschildert. Ab dem 14. Februar werden die Stämme abgefahren. 

kon

Kommentare