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„Es muss was passieren“

Passende Lösung für die Ganztagsbetreuung von Grund- und Mittelschülern in Waging gesucht

Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Diskussionen zur Ganztagsbetreuung.
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Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Diskussionen zur Ganztagsbetreuung.

Eine passende Lösung für die Ganztagsbetreuung von Grund- und Mittelschülern war Thema im Waginger Gemeinderat.

Waging - An der Grundschule Waging besuchen in diesem Schuljahr 62 von 164 Grundschülern der Klassen 1 bis 4 die Mittagsbetreuung. Das sind 37 Prozent aller Schüler. Sie werden täglich in drei Gruppen zwischen 11 und 15 Uhr betreut. Wer früher nachhause gehen will, kann die sogenannte „kurze“ Gruppe bis 14 Uhr besuchen. Von den 208 Schülern der Klassen 5 bis 9 an der Mittelschule besuchen derzeit 33 Schüler, also 18 Prozent, die offene Ganztagsschule.

Viel Arbeit und viele Fragen

Sie erhalten dort eine tägliche Betreuung von 12.30 bis 16 Uhr. Derzeit gehören dem Team der Ganztagsbetreuung drei Fachkräfte und neun pädagogische Hilfskräfte an. Hinter diesen Zahlen, die Samuel Bienzle, Leiter der Mittagsbetreuung und der offenen Ganztagschule, im Gemeinderat vorgestellt hat, verbirgt sich viel Arbeit und viele Fragen. Denn das Team arbeitet zurzeit an der Grenze seiner Kapazität. Immer mehr berufstätige Eltern benötigen für ihre Kinder eine Mittagsbetreuung, sodass bereits jetzt die Plätze der langen Gruppe bis 15.30 Uhr nicht mehr ausreichen. Ab Herbst 2023 gibt es eine lange Warteliste, Bienzle geht davon aus, dass nicht alle Kinder, die eine Mittagsbetreuung wünschen, aufgenommen werden können. Dazu kommt, dass ab 2029 alle Grundschüler einen Rechtsanspruch auf Mittagsbetreuung haben, bei schrittweiser Einführung ab 2026.

Das wären dann in Waging nach derzeitigen Prognosen an die 250 Kinder. Auch für die Mittelschule wird mit steigenden Schülerzahlen gerechnet. Ab 2029 bis 2035 könnten es jährlich 250 Schüler sein. Bei der Gemeinderatssitzung waren auch die Schulleiter der Grundschule Joachim Müller und der Mittelschule Christian Staniczek anwesend sowie Vertreter des Kindergartens, der Elternbeiräte sowie des Teams der Ganztagsbetreuung.  

Damit stellen sich für Bienzle und sein Team, viele Fragen, für die eine gemeinsame Suche nach Lösungen mit dem Gemeinderat und der Gemeinde dringend notwendig erscheinen. Wo sollen die Schüler in Zukunft betreut werden? Welche Ziele werden verfolgt? Wie kann man eine sichere Mittagsverpflegung sicherstellen? Derzeit werden täglich bis zu 60 Essen aus Ainring angeliefert, das Essen ist schmackhaft, regional und saisonal. Leider gibt es keinen ortsansässigen Wirt, der Essen liefern könnte. „Wir sind Ökomodellregion und haben Genusswochen. Warum klappt es bei der Verpflegung unserer Kinder nicht?“, so Bienzle im Gemeinderat.

Das Thema sei seit gut zwei Jahren auf der Tagesordnung, ohne eine Lösung gefunden zu haben. Bei den Planungen für einen eventuellen Neubau für die Ganztagsbetreuung müsse man daher an eine Küche denken, die auch den Kindergarten oder die Mittagsbetreuung in St. Leonhard, Taching und so weiter mitbedienen könnte. Noch größer ist das Platzproblem. Von den drei Gruppen der Mittagsbetreuung ist eine mit bis zu 25 Kindern in der Hausmeisterwohnung an der alten Turnhalle untergebracht, die zwei anderen im Gebäude der ehemaligen Montessorischule. Die Räume werden teilweise dreifach genutzt, auch durch das zusätzliche Betreuungsangebot der Spielegruppe „Flohzirkus“, die auch dort untergebracht ist.

Die Kinder essen in den Hausaufgabenräumen zu drei unterschiedlichen Zeiten, weil nicht genügend Essensplätze vorhanden sind. Angesichts der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen verlangte Bienzle schnellstmöglich einen runden Tisch mit allen Beteiligten wie Mittagsbetreuung, offene Ganztagsschule, Grundschule, Mittelschule, Bürgermeister, Planer, die sich regelmäßig treffen und zeitnah die Planung für den Neubau mit Räumen zur Ganztagsbetreuung angehen. „Wir müssen gemeinsam nach Lösungen suchen, die für uns alle als Gemeinde, Schulen und Ganztagsbetreuung passend sind“, so Bienzle. Das Thema sie nicht neu, sondern werde schon seit 2017 diskutiert. Jetzt bestehe aber dringender Handlungsbedarf bei Planung und Umsetzung eines Gesamtkonzeptes.

Jetzt muss was passieren

Der Vorschlag eines Arbeitskreises Jugend wurde von den Gemeinderäten positiv aufgenommen. Man müsse sich zusammensetzen, besprechen und entscheiden, meinte Gemeinderat Konrad Heigermoser. „Wir sind uns einig, dass wir etwas tun müssen, es stehen aber noch viele Fragen offen“ so Rat Karl Heinz Neumann. Ähnlich äußerte sich auch Gemeinderat Walter Wimmer. Da es noch keine Richtlinien, Raumgrößen oder Förderprogramme für die Mittagsbetreuung gibt, werde es schwierig, mit den Planungen zu beginnen, meinten Bürgermeister Matthias Baderhuber und Rat Alois Vordermayer. Samuel Bienzle, der Leiter der Ganztagesschule und Mittagsbetreuung hoffte, dass sein dringender Appell  „Jetzt muss was passieren“ bei den richtigen Stellen angekommen ist.

kon

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