Mehrheit der Waginger will REWE und Rossmann

Bürgerentscheid: Zahlen, Reaktionen und Folgen

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So könnte es an der Ottinger Straße in Waging aussehen, wenn sich Rewe und Rossmann ansiedeln - von der Bevölkerung gab es am Sonntag Rückenwind.
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Waging - 61,5 Prozent der Waginger stimmten am Sonntag für eine Ansiedlung der Supermärkte an der Ottinger Straße. Wir haben alle Zahlen, die Reaktionen und gehen der Frage nach, wie es nun weitergeht.

Eine monatelange Auseinandersetzung ging am Sonntag zu Ende. Eine deutliche Mehrheit der Waginger sprach sich für die Ansiedlung von Rewe und Rossmann an der Ottinger Straße aus. Auch die Wahlbeteiligung war für einen Bürgerentscheid erstaunlich hoch: Mehr als jeder Zweite stimmte ab - für Bürgermeister Häusl "sagenhaft".

Von den vier Wahlbezirken stimmte am Ende nur Otting gegen die Supermärkte. Im Waginger Kern und bei den Briefwählern bekamen Rewe und Rossmann klare Mehrheiten, in Tettenhausen gaben zwei Stimmen den Ausschlag. Von den 5645 Wahlberechtigten stimmten 2872 ab, davon 1764 für die Ansiedlungspläne an der Ottinger Straße. Sechs Stimmen waren ungültig. 

Ergebnisse der Wahlbezirke und Briefwähler

Rechnete mit 400 Stimmen mehr für das Anliegen der Bürgerinitiative: Walter Wimmer.

"Das ist eine Niederlage für uns", gestand Initiator Walter Wimmer gleich nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses im Rathaus: "Das müssen wir so akzeptieren, die Demokratie ist auf alle Fälle der Sieger." Mit 1500 Stimmen gegen die Discounter habe er beim Bürgerentscheid gerechnet - letztendlich waren es nur 1102. Wimmer verspricht als Aktiver bei den "Grünen" den Ortskern weiter im Auge zu behalten.

Wie geht es weiter?

Durch ist das Thema aber noch nicht. In der vergangenen Woche wurde die Einschätzung der Regierung von Oberbayern zur Ansiedlung bekanntIn ihren Augen ist die Fläche von Rewe und Rossmann insgesamt zu groß. Nur mit 160 Quadratmetern an Verkaufsfläche für Rossmann sei das Projekt genehmigungsfähig - der Drogeriemarkt plant aber mit 800.

"Die Regierung von Oberbayern kann noch eine Rolle spielen", meint daher auch Wimmer - doch er vermutet: "Es wird jetzt wohl mit Biegen und Brechen versucht, das durchzusetzen." Auch Bürgermeister Häusl bezeichnet die Einschätzung der Regierung von Oberbayern als "sehr ernsthafte Sache". Die Grundlage dafür sind zwei Urteile des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes: "Es geht jetzt darum, ob die Urteile bindend für ganz Bayern sind und damit auch für uns." Dies soll nun juristisch geprüft werden.

Das Bauleitverfahren werde nun erstmal ganz normal fortgesetzt. Es geht um die Änderung des Flächennutzungsplanes an der Ottinger Straße, der den Weg für die Discounter frei machen könnte. Welche Bedenken auch andere Behörden außer der Regierung von Oberbayern haben könnten, wird sich in den kommenden Monaten in einer der Gemeinderatssitzungen herausstellen, wenn all die Stellungnahmen behandelt werden. 

Etwa ein Dutzend Waginger verfolgte am Sonntag gespannt die Zwischenergebnisse im Rathaus.

Zumindest aus der Bevölkerung liegt nun ein recht deutliches Votum vor. Auch interessant: Das Zustimmungsverhältnis in der Bevölkerung ist beinahe gleich mit dem im Gemeinderat, als im November 2016 dort abgestimmt wurde. 61,5 Prozent sprachen sich im Bürgerentscheid für die Supermärkte aus, im Gemeinderat waren es 63 Prozent, nämlich sieben von zwölf Räte.

xe

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