Rettet endlich den Waginger See!

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Waging am See - Nach Ansicht der „Initiative Waginger See“ von attac-Rupertiwinkel reicht das vom Landwirtschaftsministerium vorgelegte Konzept zur Reduktion der Nährstoffbelastung des Waginger Sees nicht aus.

Deshalb initiiert die Gruppe eine Petition mit der Forderung nach einem nachhaltigen Sonder-Sofort-Programm, das in erster Linie der Staat finanzieren soll.

„Der Staat müsse vor allem deshalb für ein solches Programm aufkommen, weil der Staat den Landwirten in den vergangenen Jahrzehnten empfohlen und auch subventioniert hat, immer intensiver zu wirtschaften - was der See allerdings nicht verträgt“, fordert Sprecher Ulrich Kühn von der „Initiative Waginger See“ (IWS).

Was passiert mit der Gülle?

Bei dieser intensiven Bewirtschaftung seien Nährstoffüberschüsse nach Aussage des Landwirtschaftsministeriums unvermeidlich. Im vorgelegten Konzept des Landwirtschaftsministeriums vom März 2013 wird vorgeschlagen, weniger zu düngen und derjenige Landwirt, der seinen Nährstoffeintrag durch aufwendige Berechnungen (Hof-Tor-Bilanz) nachweislich senken kann, bekommt kleine Prämien - befristet auf drei Jahre. „Wer da wohl mitmacht?“ fragte sich ein Teilnehmer der IWS. Und was geschieht mit dem Überfluss an Gülle? Die soll der Bauer weit wegfahren und anderen abgeben. Dafür stellt der Staat 35.000 Euro zur Verfügung, wenn die Gemeinden den gleichen Betrag bereitstellen.

Gemeinden sollen 500.000 Euro berappen

Überhaupt werden die Gemeinden um den Waginger See zur Hälfte bei diesem Konzept zur Kasse gebeten. Demnach sollen die Gemeinden beim veranschlagten Ein-Millionen-Konzept 500.000 Euro berappen. Leider ist das ganze Projekt nur für drei Jahre geplant, „was ein Indiz dafür ist, dass man sich nicht sicher sei“, meinte Kühn. Daneben werden den Landwirten allgemeine Förderungen empfohlen, die sowieso jeder Landwirt bekommen kann und nicht spezifisch für den Waginger See ausgerichtet sind.

Über dieses kleine Konzept sind nicht nur die „Initiative Waginger See“ und viele Bürger unzufrieden, auch die Bürgermeister zeigten sich nicht glücklich darüber. „Es muss was beim Landwirt ankommen“ erklärte Bürgermeister Häusl. „Bei diesem Konzept wurde viel zu wenig auf die Erkenntnisse der EuRegio-Untersuchung eingegangen“, betont der Waginger Gemeindechef.

Weg von der Massenproduktion

Die „Initiative Waginger See“ ist der Meinung, dass mit dem jetzigen dreijährigen Konzept der Nährstoffeintrag nicht wesentlich und schon gar nicht nachhaltig verringert wird, weil es vollkommen unterfinanziert ist. Alles Gründe für die Initiative im Verbund mit den Bürgerinnen und Bürgern eine Petition zu starten. Mit der Forderung, endlich ein staatlich finanziertes Sonder-Sofort-Programm aufzulegen, das in einem längeren Zeitrahmen die Landwirtschaft derart umstrukturiert, dass sie nachhaltig und ohne zusätzliche See-Förderung bestehen kann - zum Schutz des Sees. „Der Weg sollte dabei weggehen von der Massenproduktion, hin zur Produktion höherwertiger Qualität und Vielfalt. Die bekannten effektiven Sofortmaßnahmen sollten ungeachtet einer Doppelförderung ermöglicht werden. Der Verbraucher, der Gastronom und der Tourist sollten in dieses Konzept zum Wohl der Region eingebunden werden. Solch eine Umstrukturierung verlangt ein professionelles Management unter Einbeziehung aller Beteiligten. Und man muss dafür richtig Geld in die Hand nehmen, um den angerichteten Schaden wirksam und langfristig zu beseitigen“, so die Forderungen der Initiative.

Um politischen Druck auszuüben, sollen in einem dreimonatigen Zeitraum mindestens 5.000 Unterschriften oder mehr auf Listen und im Internet gesammelt werden, um diese Ministerpräsidenten Horst Seehofer noch vor der Wahl im August persönlich zu überreichen. Außerdem werden die Unterschriften dem Petitionsausschuss des Landtages geschickt, damit sich auch der Landtag damit beschäftigen kann.

Auftaktveranstaltung am 21. Mai

In einem Einladungsschreiben bittet Pfarrer Siegfried Fleiner von Kirchstein darum, die Petition zu unterschreiben und mitzuhelfen, Unterschriften zu sammeln. Zur Auftaktveranstaltung am Dienstag, 21. Mai, ergeht Einladung an alle engagierten Bürger und Bürgerinnen. Sie beginnt um 19.30 Uhr in der Alten Schule in Kirchstein. Dort wird der endgültige Wortlaut der Petition bekannt gegeben und besprochen, mit welchen Maßnahmen man erfolgreich Unterschriften sammeln will.

Bereits im Vorfeld haben sich bekannte Persönlichkeiten und ein Campingplatzbesitzer für diese Petition ausgesprochen. Die Internetplattform Gradraus bietet nach Pfingsten vertiefende Informationen. Man kann von dort zur Online-Petition gelangen und hat die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, indem man die Unterschriftenliste herunterlädt.

Pressemeldung "Initiative Waginger See"

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