Kinderbetreuung in Waging wird nicht fortgesetzt

Wie geht es mit dem "Flohzirkus" weiter?

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In den Räumlichkeiten der Ganztagesschule in der Schulgasse hat der Frauenbund seit 18 Jahren den „Flohzirkus“ angeboten.

Waging am See - Nach 18-jähriger Tätigkeit wird der Frauenbund Waging die Kinderbetreuung in der Spielgruppe „Flohzirkus“ beenden. Angesichts der angespannten Situation bei der Kinderbetreuung in der Marktgemeinde ist dies keine gute Nachricht.

Der Gemeinderat hat die Beendigung bedauert und sich dafür ausgesprochen, nach Lösungen zu suchen, um dieses Betreuungsangebot in der Gemeinde, wenn es irgendwie geht, weiterzuführen. Gleichzeitig haben die Gemeinderäte dem Frauenbund und vor allem den Frauen, die sich ehrenamtlich über die Jahre dafür besonders engagiert haben, ihre Wertschätzung und ihren ausdrücklichen Dank ausgesprochen. 


Der „Flohzirkus“ war ein Angebot des Frauenbundes für bis zu zweijährige Kinder. Von Oktober bis Juni jeden Jahres wurde montags, dienstags, mittwochs und freitags zwischen 8.30 Uhr und 11.30 Uhr ein Spielgruppenbetrieb für zwei Gruppen mit jeweils bis zu zehn Kindern angeboten. Der Frauenbund, kassierte für die Teilnahme an der Spielgruppe einen monatlichen Beitrag von 37,50 Euro pro Kind. Zudem musste ein jährlicher Mitgliedsbeitrag im Verein von 25 Euro entrichtet werden. Der Frauenbund wird dieses Angebot ab sofort einstellen. 

Wie Christine Kaindl, Vorstandsmitglied des Waginger Frauenbundes und Verantwortliche seitens des Vereins für den Flohzirkus auf Nachfrage mitteilte, werden sich die Gruppenleiterinnen Sabine Sieglreitmayer und Martina Warislohner beruflich verändern. Auch habe sich die Situation zur Abwicklung der Spielgruppe Corona bedingt deutlich erschwert, zum Beispiel aufgrund der Hygieneauflagen und der dazu notwendigen Konzepte sowie der Zuständigkeiten zu deren Umsetzung und Befolgung. Auch gebe es nach wie vor noch keine Klarheit, ob und wann nicht genehmigungspflichtige Betreuungsgruppen den Betrieb wieder aufnehmen können. Deshalb habe sich der Frauenbund dafür entschieden, dieses Angebot nicht fortzusetzen. 


In der Diskussion waren sich die Gemeinderäte einig, dass der „Flohzirkus“ als Betreuungsangebot für Kleinkinder fortgesetzt werden soll. Gemeinderat Walter Wimmer zum Beispiel meinte „Wir müssen es machen. Aktuell sind bereits zwölf Kinder wieder angemeldet.“ Sollte das Angebot wegfallen, so würde in der Gemeinde die Nachfrage nach Krippenplätzen weiter steigen, so Gemeinderat Georg Huber. 

Auch Bürgermeister Matthias Baderhuber hat sich klar dafür ausgesprochen, den „Flohzirkus“ zu erhalten, weil den dort angemeldeten Kindern bis dato noch kein regulärer Krippenplatz angeboten werden kann, es aber im Sinne der Gemeinde ist, den Kleinsten eine Teilnahme an einer Spielgruppe zu ermöglichen. Die Gemeinde ist deshalb bereit, die Initiative auch finanziell zu unterstützen, allerdings möchten die Gemeinderäte nicht, dass sie in kommunale Trägerschaft übergeht. In einem einstimmig gefassten Grundsatzbeschluss haben die Gemeinderäte daher ihren Willen bekundet, den „Flohzirkus“ fortzusetzen. Bürgermeister Matthias Baderhuber wird mit den Vereinen Gespräche führen, um Modalitäten der Weiterführung zu eruieren.

Monika Konnert

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