Pressemitteilung Freiwillige Feuerwehr Waging

Leistungsprüfung "Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz"

1. Reihe kniend: Sebastian Kamml, Wilhelm Strobl, Stefan Maier, Michael Schramke, Adrian Kolb, Andreas Ostermann2. Reihe stehend: Herbert Brudl, Georg Fleischer, Thomas Pfeffer, Maximilian Huber, Michael Perschl, Stefan Baumgart, Janis Perschl, Michael Baumgart, Alois Maier, Martin Domann, Anton Groschack

Waging am See - Die Leistungsprüfung, welche bei den Feuerwehren in Bayern in einem regelmäßigen Abstand abgehalten wird, dient der Vertiefung und dem Erhalt der Kenntnisse.

Die Leistungsprüfung, welche bei den Feuerwehren in Bayern in einem regelmäßigen Abstand abgehalten wird, dient der Vertiefung und dem Erhalt der Kenntnisse der Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 3 "Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz". Sie wird im Rahmen von jeweils einer Gruppe mit neun Feuerwehrmitgliedern durchgeführt. Eine gründliche Ausbildung jedes einzelnen Teilnehmers ist deshalb die wichtigste Voraussetzung für die Teilnahme an der Prüfung. In der vorbereitenden Ausbildung liegt der Hauptwert der Leistungsprüfung. Ihr Ziel ist nicht eine "Rekordzeit" zu erzielen, sondern die Leistung der Gruppe, die sich aus Arbeit und Zeit zusammensetzt. Die Arbeit der Feuerwehr muss zwar schnell, aber auch geordnet und fehlerfrei ablaufen. Um diese Leistung zu erreichen, wird eine Höchstzeit von 240 Sekunden festgelegt. Insgesamt 15 Waginger Feuerwehrmitglieder unterzogen sich diesmal der Leistungsprüfung "Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz", welche erfolgreich und absolut fehlerfrei bestanden wurde.

Ausgangslage ist hierbei ein Verkehrsunfall, der sich in der Nacht ereignet hat. Der Fahrer ist im Fußbereich eingeklemmt. Außerdem wird angenommen, dass keine Betriebsstoffe wie Benzin und Öl aus dem Unfallfahrzeug austreten und der Rettungsdienst und die Polizei noch nicht vor Ort sind. Wichtig ist die Erstversorgung der verunfallten Person, das Ausleuchten der Einsatzstelle, die Verkehrsabsicherung und die Sicherstellung des Brandschutzes. Des Weiteren ist eine Ablagefläche für benötigte Einsatzmittel wie Brechwerkzeug und Unterbaumaterial zur Stabilisierung des Unfallfahrzeuges aufzubauen, sowie der hydraulische Spreizer und die Rettungsschere vorzunehmen. Der Gruppenführer meldet den jeweiligen Funkverkehr, wie er real mit einer Feuerwehr-Leitstelle geführt würde, dem zuständigen Schiedsrichter.

Die Leistungsprüfung wird in sechs verschiedenen Stufen abgelegt. Zwischen den einzelnen Stufen ist eine Wartezeit von jeweils zwei Jahren einzuhalten. Der Umfang und der Schwierigkeitsgrad werden von Stufe zu Steife gesteigert und die jeweiligen Funktionen ausgelost. So muss jeder Teilnehmer sämtliche Aufgaben innerhalb der Gruppe beherrschen. Ausgenommen sind die Funktion des Gruppenführers und des Fahrzeugmaschinisten. Der Gruppenführer, welcher als Einsatzleiter tätig ist und den fiktiven Einsatz überwachen muss, hat außerdem in einem zusätzlichen Theorieteil Testfragen zu dem Themen "Verkehrsunfall", "Hilfeleistung", "Unfallverhütung" und "ABC-Gefahren" zu beantworten. Bei Ablegen der höchsten Stufe 6 muss er außerdem das Wissen über verschiedene Gefahren an der Einsatzstelle aufgrund verschiedener Einsatzbilder (der sogenannten Gefahrenmatrix) beherrschen. Hierbei kann ein Gefahrgutunfall eines Lkw, eine Explosion und Einsturz eines Zweifamilienhauses, ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, sowie ein Unfall eines Reisebusses in Frage kommen. Der Maschinist hat eine Schutzleiterprüfung an den verwendeten Geräten durchzuführen. Die Zusatzaufgaben der Mannschaft mit Angriffstrupp, Wassertrupp und Schlauchtrupp sind die Gerätekunde. Hierbei muss unter anderem der hydraulische Rettungssatz, die Trennschleifmaschine, die Motorkettensäge und das Hebekissensystem vorgenommen und erklärt werden. Auch das ordnungsgemäße Einsätzen einer Tauchmotorpumpe, eines Mehrzweckzuges oder der Aufbau eines Flutlichtstrahlers mit Stativ hat erfolgreich zu erfolgen. Ebenso sind Kenntnisse in der Ersten Hilfe wie die ordnungsgemäße Vornahme der stabilen Seitenlage unabdingbar. Die Vornahme der Ausrüstungsgegenstände ist truppweise, also immer mit zwei Personen, vorzuführen. Der Maschinist muss außerdem über die jeweilige Fahrerlaubnisklasse des Feuerwehrfahrzeuges verfügen und der Gruppenführer sollte den Lehrgang Gruppenführer an der Staatlichen Feuerwehrschule absolviert haben.

Zahlreiche Waginger Feuerwehrmitglieder und auch Urlaubsgäste beobachteten interessiert den Ablauf der gezeigten Übung. Auch Ehrenkommandant Alois Pfeffer und Ehrenmitglied Reiner Mertens begutachteten interessiert die Abnahme der Prüfungen. Bei der anschließenden Überreichung der Leistungsabzeichen im Waginger Feuerwehrhaus bedankte sich 1. Kommandant Michael Schramke, der selber an der Prüfung teilnahm, bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement. Sein besonderer Dank galt Gruppenführer Thomas Pfeffer, welcher im Vorfeld die Ausbildung und die Übungsabende organisierte. Auch die beiden Schiedsrichter, Kreisbrandmeister Georg Fleischer und Herbert Brudl, lobten die sehr guten Leistungen und die gute Vorbereitung der Teilnehmer. Die trainierten Handgriffe und das Fachwissen, so Fleischer, seien unerlässlich für ein erfolgreiches Vorgehen im realen Einsatzfall.

Pressemitteilung Freiwillige Feuerwehr Waging

Zurück zur Übersicht: Waging am See

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT