Senioren haben bei Bürgerversammlung viele Fragen

Zustand der Strassen interessiert am meisten

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Seniorenbeuaftragte Hannelore Rudolf bei der Bürgerversammlung in Waging.

Waging am See - Der Pfarrsaal war trotz des schönen Frühlingswetters gut gefüllt. Über 90 interessierte Seniorinnen und Senioren waren gekommen, um den Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters Matthias Baderhuber zu hören und anschließend ihre Fragen vorzubringen.

Unter den Anwesenden war auch Pfarrer Andreas Ager, Sozialreferent und Gemeinderat Karl-Heinz Neumann, die Seniorenbeauftragte Hannelore Rudolf, der Pflegedienstleiter des Waginger Seniorenheims Josef Frank und Hans Dandl, der Vorstand des Fördervereins Seniorenheim. Die überwiegend älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger interessierte vor allem der Zustand der Strassen, aber auch die Tagespflege im Seniorenheim, die neuen Baugebiete, der Umbau der Touristinfo oder der geplante Waldkindergarten. Der Rathauschef konnte einiges schon vor Ort klären oder versprach die Fragen an die Verantwortlichen im Rathaus weiter zu geben. Manches konnte anschließend in kurzen Zweiergesprächen mit dem Bürgermeister vertieft werden. Die Frauen des Seniorenclubs sorgten für das leibliche Wohl der Anwesenden mit Kaffee, selbstgebackenen Kuchen, Wiener Würstchen und Getränken.

Nach dem Totengedenken für die im letzten Jahr verstorbenen Mitbürger sprach der Bürgermeister in seinem Rechenschaftsbericht eine Vielfalt von Themen an (wir berichteten). Unter anderem warb er für das Bürgertaxi, das die Gemeinde für Bürger ab 65 Jahren oder Menschen mit Behinderung für Einkaufsfahrten und sonstige Erledigungen innerhalb des Gemeindegebietes anbietet. Das Taxi sei jeden Donnerstag unterwegs. Bei Interesse müsse man sich bis Mittwoch im Rathaus beim Ordnungsamt anmelden. Für Arztfahren könne man auch das Taxiunternehmen Schönsmaul buchen und müsse dann 1 Euro pro einfache Fahrt bezahlen. Die restlichen Kosten übernimmt die Gemeinde. 

Für alle Bürgerinnen und Bürger stehe zudem das neue Elektro-Bürgerauto Waging zur Verfügung. Das Auto habe mit einer Ladung eine Reichweite von 300 km. Es parkt an der Ladesäule neben der Tourist Info. Ein „bewegtes, aber insgesamt erfolgreiches Jahr“, habe, so Baderhuber, das Seniorenheim Waging hinter sich. Alle rund 125 Mitarbeiter seien rund um die Uhr bemüht, den Bewohnern einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu bieten. 40 Prozent der Bewohner komme aus Waging, 25 Prozent aus den ehemaligen Zweckverbandsgemeinden. Dank der Unterstützung durch den Förderverein könne man den Bewohnern ein abwechslunsgreiches Programm anbieten. Baderhuber dankte der Heimleitung, den Mitarbeitern des Seniorenheims und dem Förderverein für ihren großen Einsatz.

In der anschließenden Diskussion wollte die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Hannelore Rudolf wissen, ob es nicht möglich sei, im Seniorenheim mittelfristig auch Tagespflegeplätze anzubieten. Pflegedienstleiter Josef Frank erwiderte, dass die rechtlichen Vorraussetzungen dafür im Seniorenheim Waging zwar gegeben seien, es sei aber nicht einfach, die Tagespflege in den normalen Betrieb des Heims zu integrieren, weil dafür unter anderem auch noch infrastrukturelle Aspekte (zum Beispiel Hol- und Bringdienst, Ruheräume) gelöst werden müssten.

Gleich mehrere Wortmeldungen gab es zum Thema Strassenzustand. Anneliese Beer bat darum den Kiesweg am Fischerteich im Kurpark mit einem festen Belag zu versehen, damit auch Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwägen ihn nutzen können. Anneliese Gassner meinte, dass das Kirchengassl beim Bräukeller hergerichtet werden sollte. Die Strasse von Gaden nach Egg, so Resi Stachl, sei in einem sehr schlechten Zustand und müsste dringend ausgebessert werden. Zudem werde in Gaden zu schnell gefahren, was für die Anwohner eine große Gefahr bedeute. Sie bat, eine Geschwindigkeitsbeschränkung ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Desgleichen regte sie de Anbringung eines Spiegels an der Unterführung beim Aichhammer an. Dies sei für die Sicherheit der Radfahrer, unter denen auch viele Schulkinder seien, sehr wichtig. Einen Spiegel regte sie auch in der Nähe der Kirche bei Gaden an, wo es beim Zusamentreffen mehrerer Strassen, ein „sehr gefährliches Eck“ gäbe. 

Bürgermeister Baderhuber versprach die vielen Vorschläge zu prüfen. Die Anbringung von Spiegeln sei aber aus Sicht der Verkehrsbehörden nur dann möglich wenn „wirklich nichts mehr geht“. Ludwig Sedlmayer aus Nirnharting regte an, die Strassenbeleuchtung ab einer gewissen Uhrzeit abzuschalten. Die sei ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Dieses Thema habe man an mehreren Stellen in der Gemeinde, antwortete Baderhuber. Man habe aber noch keine endgültige Vorgehensweise beschlossen. Lissi Leitenbacher erwähnte, dass entlang des Weges von Mühlberg nach Hirschhalm an bestimmten Abschnitten die Stauden entlang des Weges nicht zurückgeschnitten werden. Der Eigentümer sei von der Gemeinde bereits aufgefordert worden, dies zu tun, erwiderte der Rathauschef.

Alfred Promersberger wollte nähere Informationen zum Umbau der Touristinfo. Was sei dort genau geplant und warum sei eine Modernisierung überhaupt notwendig? Der Eingangsbereich der Touristinfo sei nicht mehr zeitgemäß, so Baderhuber. Daher habe der Gemeinderat bereits 2018 beschlossen, ihn umzubauen. Unter anderem werde der Tresen neu gestaltet, eine Fussbodenheizung eingebaut, das Treppenhaus durch eine Glaswand abgetrennt, die Innenausstattung und die Beleuchtung modernisiert. Dafür seien Kosten von rund 350.000 Euro im Haushalt eingeplant. Mit den Maßnahmen werde voraussichtlich noch in diesem Jahr begonnen. Eine Frage zum neuen Baugebiet „An der Geppinger Strasse II“ hatte Franz Gramminger . Sei dort aufgrund der großen Nachfrage zu Baugrund eine dichtere Bebauung geplant?. Es würden dort mehrere Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus errichtet, so die Antwort Baderhubers. 

Dieter Waritschlager wollte wissen, wie weit man mit dem Hochwasserschutz in der Westend-Siedlung sei? Leider werde er immer wieder vertröstet und konkret passiere nichts. Bürgermeister Baderhuber kannte das Problem und versprach sich darum zu kümmern. Eine Frage zur Inbetriebnahme eines Waldkindergartens in Waging hatte Anne Meierhofer. Man sei auf der Suche nach einem Träger, so die Antwort des Bürgermeisters. Auch habe man schon mehrere Standorte, die dafür in Frage kämen besichtigt, die endgültige Festlegung hänge aber vom Träger ab. 

Zum Schluß der Veranstaltung informierte der Sozialreferent Gemeinderat Karl-Heinz Neumeier die Versammlung zu dem Sozialfond der Gemeinde, aus dem bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern schnell geholfen werden kann. Der Sozialfond werde aus Spenden gespeist. In Notsituationen könne man sich an ihn oder an die Gemeindeverwaltung wenden.

Monika Konnert

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