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"Technische Hilfeleistung"

Übung zur Personenrettung bei Verkehrsunfällen der Feuerwehr Waging

Erstellung einer seitlichen Öffnung am Unfallfahrzeug mittels Rettungsschere.
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Erstellung einer seitlichen Öffnung am Unfallfahrzeug mittels Rettungsschere.

In Einsatzberichten in der Presse ist oftmals der Begriff "Technische Hilfeleistung" zu lesen. Darunter werden "Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für Leben, Gesundheit oder Sachen" bezeichnet. Diese Technischen Hilfeleistungen umfassen also in der Praxis all jene Einsätze, bei denen Aggregate, Maschinen oder technisches Wissen bereitgestellt werden müssen. Soweit zur Begriffsdefinition.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Waging am See - Darunter fallen unter anderem Tierrettungen, Beseitigung von Sturmschäden, Hilfeleistungen bei Überschwemmungen oder im Katastrophenfall, Gefahrguteinsätze oder Tätigkeiten im Rahmen der Amtshilfe für die Polizei oder andere Rettungsorganisationen. Die bekannteste Art dieser Hilfeleistungen ist jedoch die Rettung von Personen bei schweren Verkehrsunfällen auf Straße und Schiene. Je nach Situation können bei den Feuerwehren für diese Tätigkeiten Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge oder Sonderfahrzeuge wie Geräte- und Rüstwägen vorgehalten werden.

Der technische Hilfsdienst war in Deutschland ursprünglich keine Aufgabe der Feuerwehr. Aufgrund des stark zunehmenden Straßenverkehrs seit den 1960-er Jahren stieg jedoch die Zahl der Verkehrsunfälle stark an. Den Feuerwehren wurde damit die Aufgabe der Unfallrettung übertragen, welche über lange Jahre hinweg mit Geräten wie Trennschleifern und Brechwerkzeugen durchgeführt wurden. Erst die Verbreitung hydraulischer Rettungsgeräte wie Rettungsschere, Rettungsspreizer und Rettungszylinder ab den 1970-er Jahren ermöglichte eine schonende und vor allem lärmarme Personenrettung.

Da dieses Thema derzeit bei der Waginger Feuerwehr im Ausbildungsmittelpunkt steht, wurde von 1. Kommandanten Michael Schramke und Gruppenführer Stefan Maier speziell das Unfallszenario "Verkehrsunfall mit zwei PKW" für diese Schulungen ausgewählt. Ausgangslage war ein Zusammenstoß zweier Autos, wobei ein PKW auf dem Fahrzeugdach liegen bleibend verunglückt sei. In beiden Fahrzeugen waren noch Personen eingeklemmt. Ein besonderer Augenmerk liegt daher bereits nach Eintreffen an der Einsatzstelle auf der Erkundung durch den Einsatzleiter, um die bis zu diesem Zeitpunkt größte feststellbare Gefahr zu beseitigen. Die Personenrettung hat hierbei immer absoluten Vorrang. Parallel zur Erkundung kann auch gleich eine Patientenbetreuung und die Sicherung der Unfallfahrzeuge mit Unterbaumaterial erfolgen.

„Ordnung des Raumes“

Mit dem Begriff "Ordnung des Raumes" wird dann die zentrale Übersicht über die vom Einsatzleiter gebildeten Einsatzabschnitte bezeichnet. Neben dem Bereich der technischen Rettung direkt an den Unfallfahrzeugen wurde in dieser Übung somit auch eine gekennzeichnete Ablagefläche für die verwendeten Einsatzgeräte und eine Fläche für die Schrottablage der zu entfernenden Fahrzeugteile definiert. Ebenso wichtig war das Absichern der Unfallstelle gegen den fließenden Straßenverkehr und der Brandschutz mittels Schnellangriffsschlauch und tragbaren Feuerlöscher. Aus diesem Grund werden nicht nur Feuerwehrfahrzeuge mit ausschließlich technischer Ausrüstung, sondern auch Löschfahrzeuge eingesetzt.

Nachdem Arbeitsöffnungen mittels des Spreizers an den Fahrzeugen erstellt werden konnten, war das nächste Ziel die patientenschonende Rettung. Hierbei kann schon oftmals das Zurückziehen der Sitze eine Möglichkeit sein, eingeklemmte Beine frei zu bekommen. Bei dieser Übung wurde jedoch das Autodach mit der Rettungsschere entfernt. Die darin befindlichen Übungspuppen konnten von den Einsatzkräften mit einem Spineboard aus der misslichen Lage befreit werden. Mit diesem Rettungsbrett können Verunfallte fixiert und anschließend achsgerecht befreit werden.

Im Ernstfall ist natürlich rasches Handeln in Absprache mit dem Rettungsdienst notwendig. Aus ausbildungstechnischen Gründen wurden bei dieser Übung jedoch immer wieder Pausen eingelegt, um ein weiteres Vorgehen gemeinsam diskutieren zu können.

Pressemitteilung Freiwillige Feuerwehr Waging am See

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