Digitalfunk: Darum ging alles so schnell

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Zwischen den Bäumen versteckt wurde der umstrittene Digitalfunkmasten am Faschingsdienstag in einem Waldstück bei Otting aufgestellt.
  • schließen

Waging - Seit dem Faschingsdienstag steht der 45-Meter-Funkmasten bei Otting! Doch wieso ging das Aufstellen so schnell vonstatten? In einer Stellungnahme erklärt das die Staatsregierung:

Zwei Lkw arbeiteten sich am Faschingsdienstag in das Waldstück bei Otting vor - auf ihren Anhängern: Der lange umstrittene Digitalfunkmasten. Seitdem steht die 45-Meter-Station versteckt zwischen den Bäumen. Viel wurde dagegen unternommen, doch es half alles nichts. Der Freistaat hat sich durchgesetzt.

Doch bekanntlich mahlen die Mühlen der deutschen Behörden ja eher langsam - nicht so im Falle des Digitalfunkmastens. Nicht einmal zwei Wochen, nachdem das Bayerische Verwaltungsgericht München die Klage der Marktgemeinde Waging abgewiesen hatte, wurde nun der Masten von der Bayerischen Staatsregierung aufgestellt. Doch wieso ging nun alles so schnell? In einer Stellungnahme erklärt die Staatsregierung:

Klagen gegen die Erteilung von Baugenehmigungen haben grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung. Konkret wurde mit den Bauarbeiten für die Sendeanlage am 13.01.2015 planmäßig begonnen. Die Aufstellung des Mastens erfolgte am 17.02.2015, nachdem die erforderlichen Vorarbeiten abgeschlossen und das erforderliche Personal wie Material verfügbar waren. Abhängig von der Witterung rechnen wir mit einer Fertigstellung der Sendeanlage bis Mitte April 2015.

Klage und Bürgerinitiative gegen Tetrafunkmasten

Eine Bürgerinitiative "Tetrafunkfreies Waging/Otting" gründete sich bereits vor Jahren und sammelte rund 1500 Unterschriften gegen die geplante Errichtung des Mastens. Auch die Gemeinde sprang ihr zur Seite, sprach sich gegen die Funkstation aus und klagte, obwohl die Regierung von Oberbayern keine "objektiven Gründe" gegen den Bau erkennen konnte. Doch als auch die Klage vor dem Verwaltungsgericht in München vor etwa zwei Wochen abgewiesen wurde, zeichnete sich ab: Der Funkmasten kommt.

Im Waldstück oberhalb des Weilers Oberleiten laufen nun die Bauarbeiten. Zum Vergrößern bitte hier klicken.

"Das war jetzt kein großes Geheimnis mehr für uns, wir wussten ja, dass das Vorhaben läuft", so Wagings Geschäftsleiter Franz Röckenwagner im Gespräch mit chiemgau24.de. Auch die Bürgerinitiative und die Anwohner rechneten wohl schon mit dem Bau, sie waren in die Arbeit des Gemeinderats immer "voll eingebunden", so Röckenwagner.

Geht Waging nochmal gegen den Masten vor? 

Theoretisch könnte die Gemeinde noch einmal Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts einlegen, doch die Erfolgsaussichten stehen äußerst schlecht, meint der Gemeindevertreter: "Das mit der Strahlenbelastung ist ein schwieriges Thema, aber solang geltende rechtliche Vorschriften eingehalten werden, kann man nichts dagegen unternehmen."

Der Gemeinderat wird darüber entscheiden, ob Waging noch einmal was gegen den Masten unternimmt. Ungefähr zehn Meter, meint Röckenwagner, müssten Digitalfunkmasten mindestens von Wohnhäusern entfernt errichtet werden. Doch im Falle des nun aufgestellten bei Otting sind es etwa 200 Meter, die den Masten vom Weiler Oberleiten trennen.

Die Arbeiten laufen derweil munter weiter

Die Bauarbeiten am Funkmasten laufen derweil weiter. Am Mittwochvormittag wurde weiterer Beton in den Boden um den Masten gegossen. "Das wird alles noch einige Wochen dauern", so ein Arbeiter vor Ort: "Wir heben hier noch einige Fundamente aus, in die schließlich weitere Technik gelegt wird. Bis da was funkt, dauert's noch eine Weile."

Fotos: Digitalfunkmasten bei Otting errichtet

xe

Zurück zur Übersicht: Waging am See

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser