Wärmebild-Kameras sollen helfen

Rehkitz-Rettung mit Drohnen: So schützen Helfer die Tiere vor dem Mähtod

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Waging - Der Einsatz von mittlerweile sehr effizienten und dennoch bezahlbaren Drohnen mit Wärmebild-Kamera eröffnet auch im Tierschutz ganz neue Möglichkeiten: Unter dem Stichwort „Rehkitz-Rettung“ organisieren sich auch in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein Ehrenamtliche und bieten Landwirten in der Region kostenfrei ihre Dienste an.

Sie fliegen meist frühmorgens die Felder mit der Drohne ab und orten die Tiere mit der Wärmebild-Kamera, die dann weitere Helfer vor schweren und oft sogar tödlichen Verletzungen durch das Mähwerk retten. „In der Früh zeichnen sich die Tiere mit ihrer Körperwärme am Monitor des Drohnen-Piloten viel besser ab, da die Umgebung noch kühl von der Nacht ist“, erklärt Jagdleiter Robert Portenkirchner vom Jagdrevier Waging Süd, der begeistert ist, wie effizient Landwirte, Jäger und die ehrenamtlichen Tierschützer in seinem Revier zusammenarbeiten.


„Alle Beteiligten haben ein gemeinsames Interesse, da auch die Bauern bei ihrer Arbeit keine Tiere verletzen wollen und deshalb das vielerorts leider noch nicht so bekannte Angebot dankbar annehmen!“ Im Revier Waging Süd koordiniert Portenkirchner die Unterstützung durch die ehrenamtlichen Drohnen-Piloten. Die aufgeschlossenen Landwirte melden sich oft wetterbedingt sehr kurzfristig bei ihm und teilen mit, wann sie welches Feld mähen wollen; dann bespricht und koordiniert er, wann und wo die Suche stattfinden soll – zuletzt Ende Juni, wobei auffällig war, dass so spät noch offenbar vor wenigen Tagen frisch gesetzte Kitze in den Feldern waren, die selbst noch nicht flüchteten. 


Kleinere Flächen konnten Jäger und Landwirte meist zu Fuß abgehen. Bei großen Flächen mit teilweise hohen Getreide-Feldern, die schlecht einsehbar sind, bietet der Einsatz der Drohne ganz neue Möglichkeiten. Sabrina Augenstein (Bildmitte mit Drohnen- Fernsteuerung) und ihr Team flogen am 24. und 25. Juni die Flächen von Landwirt Hans Heigermoser (rechts im Bild, weißes T-Shirt; links daneben Robert Portenkirchner) in Wolfsberg südlich von Waging ab und konnten dabei einige Rehkitze orten und weitere Tiere wie Feldhasen aufschrecken und unmittelbar vor den Ernte-Arbeiten in sichere Zonen vertreiben. 

„Wichtig ist, dass das Mähen zeitnah nach der Suche stattfindet, damit wir die Kitze schnellstmöglich wieder in die Freiheit entlassen können. Die Geiß und das Kitz finden dann fast immer sehr schnell wieder zusammen“, erklärt Portenkirchner. Im Revier Waging Süd sind Landwirte, Jäger und Tierschützer mittlerweile so gut aufeinander eingespielt, dass die Suche sehr zeiteffizient und ohne Nachteile für die Bauern über die Bühne geht. „Wir haben alle das gemeinsame Ziel, dass die Wildtiere nicht dem Mähwerk zum Opfer fallen“, sagt Portenkirchner.

ml

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