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Bürgermeister legt Rechenschaftsbericht vor

Kindergarten, Feuerwehr oder Tourismus: So ist der Stand in der Gemeinde Waging

Wagings Bürgermeister Matthias Baderhuber (CSU)
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Wagings Bürgermeister Matthias Baderhuber (CSU).

Waging am See – Für die vier Bürgerversammlungen in der Marktgemeinde in Waging, Otting und Tettenhausen hat Erster Bürgermeister Matthias Baderhuber einen umfassenden Rechenschaftsbericht erstellt, mit Daten und Fakten zum aktuellen Stand in der Gemeinde. 

Nachdem die Versammlungen im Vorjahr wegen Corona ausfallen mussten, bezog sich der Bericht auf die Jahre 2020 und 2021. Um die Fülle an Informationen übersichtlich darzustellen, war er diesmal nicht nach Sachgebieten, sondern chronologisch nach Monaten aufgebaut, beginnend mit Februar 2020 bis Mai 2022. Dabei berichtete der Rathauschef unter anderem über Kindergärten und  Schulen, die Freiwillige Feuerwehr, den Tourismus, das kulturelle und soziale Leben in der Gemeinde, das Thema Corona, Strassen und Verkehr sowie die Aufnahme von Ukraineflüchtlingen in jüngster Zeit.    

Im März 2020 gab es bei den Kommunalwahlen große Änderungen im Marktgemeinderat, in den neun neue Mitglieder gewählt wurden. Mit Christine Rehrl gibt es auch eine neue 3. Bürgermeisterin. Auch viele Fachreferenten wurden neu bestellt. 

Zur Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen wurde der Waldkindergarten in Sprinzenberg und die Kinderkrippe in Tettenhausen in Betrieb genommen. Der Spielplatz am Kurpark ist mit neuen Spielgeräten ausgestattet worden. Im September 2020 waren in der Mittagsbetreuung der Grundschule  sechzig Kinder angemeldet, bei der Mittelschule waren es 29. Ein Jahr später waren es 52 Grundschulkinder und 21 in der Mittelschule. Insgesamt kümmern sich acht Betreuerinnen und ein Bufti um die Kinder. Die Ergebnisse der Sozialraumanalyse zeigen, dass es in der Mittelschule und in der Grundschule Otting-Wonneberg in den nächsten Jahren bei den  Schülerzahlen zu einer Seitwärtsbewegung kommen wird, während die Schülerzahlen der Grundschule Waging stark ansteigen werden. Dies und der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung wird die Gemeinde vor große Herausforderungen stellen, so der Bürgermeister.  

Strassensanierungen bleiben in Waging ein wichtiges Thema.  Saniert wurden die Straßen Richtung Angerpoint, die Straße im Wald von Schuster am See Richtung Wonneberg, die Gehwege Richtung Aglassing und  Buchwinkeln. Die Weixlerstrasse wurde teilweise erneuert, die Strasse am Anger auf 75 Meter vollausgebaut. Die neuen Ampelanlagen bei der  Martinsstrasse und Salzburger Strasse sowie an der Staatstrasse aus Richtung Freilassing und Petting verbessern die Verkehrssicherheit im Gemeindegebiet deutlich.    

Gute Ausstattung für Feuerwehren

Bei den fünf Feuerwehren im Gemeindegebiet wird stets auf eine gute Ausstattung geachtet, damit die Einsatzfähigkeit gegeben ist. So erhielt die Freiwillige Feuerwehr in Waging ein neues First Responder Fahrzeug und einen neuen Einsatzleitungswagen. Alle aktiven Feuerwehrfrauen und -männer der fünf Ortswehren wurden nach 25 Jahren mit neuer Kleidung ausgestattet. Im März 2021 konnte ein Großbrand in der Waginger Ortsmitte dank der guten Ausstattung und des vorbildlichen Einsatzes und Könnens des Feuerwehren rechtzeitig  eingedämmt werden. „Mein größter Respekt und Dank gilt allen Einsatzkräften“, so der Rathauschef. 

Durch  des großen Campingangebots, die Kleinvermieterstruktur, dem See und der Unabhängigkeit vom internationalen Markt ist Waging im Tourismus ein Gewinner  der Pandemie. „Im Sommer 2020 war bei uns soviel los wie noch nie“ freute sich der Bürgermeister. Erfreulich sei, dass die Aufenthaltsdauer  gestiegen ist auf jetzt stolze sieben Tage. Mit über 480.000 Gästen sei 2020 ein absolutes Rekordjahr gewesen. Die  hohe Anzahl an Tagesgästen an den Seen führt aber auch in Waging zu einer Überlastung der Parkplätze. Mit neuen Parkflächen aus der Wiese links von Tettenhausen und der Erhebung von Parkgebühren während der Badesaison wolle man die Situation etwas entschärfen, so Baderhuber. 

Auch Waging hatte mit dem Thema Corona zu kämpfen. Im Januar 2021 erreichte Corona das gemeindeeigene Seniorenheim, im April diesen Jahres gab es dort eine zweite, sehr heftige Welle. Nur durch die große Unterstützung aller zur Verfügung stehender Kräfte unter Koordination des Landratsamtes konnte die Pflege in Waging aufrechterhalten und eine Umverlegung der Bewohner vermieden werden. Der Bürgermeister dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren  enormen Einsatz. Die Versammlung spendete Applaus. 

Trotz der nicht einfachen Zeit ist es gelungen, einen Teil des sozialen und kulturellen Lebens in der Gemeinde im Berichtszeitraum aufrecht zu erhalten. So wurde das Festival Zelt’n in die Bergader Arena verlegt, was sich als Erfolg herausstellte und den Gemeinderat veranlasste einer Verlängerung  vorläufig bis 2023 zuzustimmen. Die Waginger Filmtage konnten 2020 und 2021 durchgeführt werden, der Musiksommer und die „offene Bühne“ , wo sich Künstler und Musikgruppen an elf Samstagen präsentieren konnten, trugen zur Unterhaltung der Einheimischen und Gäste bei. Sonst große Fest wie das 90jährige der Musikkapelle Otting oder das 100jährige Gründungsfest der KSK Tettenhausen wurden in kleinem Rahmen, aber genau so herzlich  gefeiert. 

Die Gemeindewerke sind im März diesen Jahres in die umgebauten Gebäude des ehemaligen Pennymarktes umgezogen. In den letzten zwei Jahren wurden die Brunnenanlagen saniert und die Pumpen erneuert. Die Brunnen wurden mit UV-Anlagen nachgerüstet. Im Hochbehälter Geppingen wurde die Zulaufsteuerung für die Notverbundleitung mit der Otting-Pallinger Gruppe modernisiert, ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Wasserversorgung bei Wartungen oder bei Wassermangel. 

Ökomodell-Region bleibt wichtige Einrichtung

Die Ökomodell-Region bleibt für Waging eine wichtige Einrichtung. Baderhuber warb für die Teilnahme an  Veranstaltungen wie die Bio-Genussradltour, die 2020 als beste Gemeinschaftsveranstaltung der Bio-Erlebnistage ausgezeichnet worden ist. Ebenso informierte er über das neue Konzept zur ökologischen Pflege kommunaler Grünflächen, das für die Bauhofmitarbeiter eine große Umstellung ist. Er warb um Verständnis bei den Bürgerinnen und Bürgern, da viele Flächen zukünftig anders aussehen werden wie bisher.  

Inzwischen sind in Waging rund 70 Flüchtlinge aus der Ukraine, meist Frauen und Kinder, untergebracht. Baderhuber lobte, dass sehr schnell im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft ein Helferkreis aktiviert werden konnte, der sich um die Bedürfnisse der Flüchtlinge kümmert. Vor Kurzem wurde für die Kinder aus der Ukraine Willkommensklassen in der Grund- und Mittelschule in Betrieb genommen. 

Abschließend bedankte sich der Bürgermeister bei allen Mitbürgern und Mitbürgerinnen, die sich für das Gemeinwohl eingesetzt haben, bei  den gemeindlichen Einrichtungen und Betrieben mit ihren Mitarbeitern, den  institutionellen Einrichtungen wie Kirche, Schulen, Kindergärten  und den Mitgliedern und Vorständen  der Vereine  für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Für 2022 wünschte er allen ein gutes Jahr trotz der unsicheren Entwicklungen in der Welt.  „Packen wirs gemeinsam an, denn nur wenn wir zamhoitn bewegen wir auch was“, so sein Appell. 

kon