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DNA-Spuren liefern Mann aus

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Mordprozess: Tatverdächtiger geständig!

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In Traunstein begann heute der Prozess gegen einen 22-jährigen Mühldorfer, der seine Freundin erstochen haben soll.

Traunstein - Vor dem Landgericht hat am Dienstag der Mordprozess gegen einen 22-jährigen Mühldorfer begonnen. Er soll im Januar seine Freundin (35) mit einem Messer erstochen haben.

Der ledige Angeklagte gesteht die Tat, widerspricht in etlichen Punkten jedoch seinen Aussagen aus erster und zweiter Vernehmung bei der Polizei. Er räumt ein, unmittelbar nach der Tat nicht die Wahrheit gesagt zu haben, um möglichst rasch seine Ruhe zu haben und keinen weiteren Befragungen ausgesetzt zu sein. "Ich habe damals bewusst gelogen", so der vermeintliche Täter.

Angeklagter lange emotionslos

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Der wegen Mordes Angeklagte wirkt im Gerichtssaal lange Zeit kühl, emotions- und teilnahmslos. Nur einmal, bei der Schilderung der Tat, gibt es ein kurzes Stocken. Und als schließlich Richter Erich Fischer die Kühle des 22-Jährigen offen anspricht, brechen die Gefühle aus ihm heraus. Er wirft die Hände vors Gesicht und fängt an zu weinen, ein paar Minuten lang. 

Kaum Reue

Auf ein Wort des Bedauerns wartet die Gerichtsbarkeit jedoch vergeblich. Stattdessen spricht der Angeklagte, der bis zum Tatzeitpunkt seine zuvor abgebrochene Ausbildung zum Landschaftsgärtner fortgesetzt hatte, von einem Blackout. Erst als er in der gemeinsamen Mühldorfer Wohnung zugestochen habe, sei ihm die Tragweite seines Tuns bewusst geworden. In jenem Schockzustand seien die widersprüchlichen Aussagen zustande gekommen. Er habe danach einen Filmriss gehabt und könne sich heute nur noch an drei von sechs Stichen gegen das Opfer erinnern. Zwei der Messerattacken waren letztlich tödlich, jener in den Hals (Luftröhre) und jener in die rechte Rumpfwand. Den Stichen war ein heftiger Wurf mit einer Eierlikör-Flasche an den Kopf des Opfers vorausgegangen.

Detaillierte Schilderungen

Nach einigen Fragen von Rechtsanwalt Dr. Andreas Knoll (Nebenklage) aus Waldkraiburg zu seinen Widersprüchen, zeigte sich der Angeklagte beleidigt, antwortete patzig und in der Folge nur noch abgehakt mit "ja", "nein" oder "weiß ich nicht".

Vor der Schilderung des Tathergangs präzisierte der Verdächtige detailliert seine Beziehung zum Opfer. Er habe sie im September 2011 kennengelernt. Ein Paar seien die beiden seit Anfang Dezember gewesen, Mitte des Monats bezogen sie die gemeinsame Wohnung, die seine Freundin besorgt habe. Während der gesamten Beziehung habe es permanent starke Auf- und Ab's gegeben. Auslöser der Tat seien eher die vielen heftigen verbalen Auseinandersetzungen gewesen, bei denen es offenbar auch die eine oder andere Handgreiflichkeit gab. Eifersüchtig sei der Angeklagte, laut seinen Angaben, nie gewesen.

Permanent seien obendrein nicht unerhebliche Mengen an Alkohol im Spiel gewesen: Beim Angeklagten wurde unmittelbar nach der Tat eine Blutalkoholkonzentration von 0,4 Promille festgestellt, beim Opfer über zwei. Womöglich wurden auch Drogen konsumiert, der Verdächtige räumte die gelegentliche Einnahme von Betäubungsmitteln ein - unter anderem von Cannabis, Koks, LSD-Trips und sogar Speed. "Um bei den Freunden gut dazustehen, um dazuzugehören", so der Mühldorfer.

Rasches Urteil?

Der Prozess wird am kommenden Donnerstag, 11. Oktober, in Traunstein fortgesetzt. Weitere mögliche Verhandlungstage sind für den 15. und den 16. Oktober anberaumt. Da sich der Angeklagte jedoch geständig gezeigt hat, könnte bereits am Donnerstag ein Urteil fallen.

bit

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