INTERVIEW MIT GRÜNDER MICHAEL INNEBERGER

10.000 Mitglieder sind „dahoam“ – Riesenerfolg für Chiemgauer Facebook-Gruppe

Gegründet hat Michael Inneberger die Gruppe als er selbst im Urlaub „dahoam“ war.
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Gegründet hat Michael Inneberger die Gruppe als er selbst im Urlaub „dahoam“ war.

Gerade in der Corona-Zeit nutzen viele Menschen soziale Medien, um Kontakt zu halten. Ganz vorn dabei: die Facebook Gruppe „Chiemgau –Do bin i dahoam“. Wir haben mit dem Gründer gesprochen.

ChiemgauDie Facebook-Gruppe „Chiemgau - Do bin i dahoam“ hat erstmals mehr als 10.000 Mitglieder. Die Chiemgau-Zeitung hat mit Michael Inneberger aus Nußdorf im Chiemgau gesprochen, der die Gruppe gegründet hat.

Herr Inneberger, wie kamen Sie auf die Idee, eine Facebook-Gruppe für den Chiemgau zu gründen?

Michael Inneberger: Vor fünf Jahren hab ich Urlaub dahoam gemacht und hatte Zeit. So bin ich auf die Idee gekommen, Mein Grundgedanke war, dass es eine Gruppe für die Region sein sollte, in der alte Erinnerungen, neue Impressionen, Geschichten, Neuigkeiten, Gemeinsamkeiten, Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und die Liebe zur Natur geteilt werden können.

Hat sich das so bestätigt?

Inneberger: Ja, in der Tat, scheinbar hat die Gruppe einen Nerv getroffen. Im ersten Jahr waren es 800 Mitglieder, ein Jahr später 2500 und im dritten 5300 Follower. Freundschaften haben sich schon viele gefunden. Wir haben vier Gruppentreffen veranstaltet und zu diesen Ereignissen lernt man sich auch in der realen Welt kennen und schließt neue Bekanntschaften und auch Freundschaften.

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Haben sich denn auch schon Paare gefunden über die Gruppe?

Inneberger: Ein Paar hat sich vor längerer Zeit mal in dieser Gruppe gefunden. Von Verlobungen oder Hochzeiten ist mir noch nichts bekannt geworden.

Was war der beliebteste Beitrag mit wie vielen Likes?

Inneberger: Besonders schöne Landschaftsbilder aus unserer Region erhalten manchmal über 500 Likes.

Wie bewerkstelligen Sie den Aufwand?

Inneberger: Wir Administratoren sind zu viert in dieser Gruppe. Sabine de Zoysa, Sabine Gelbenegger, Volker Eschenbach und ich kümmern uns die Aufnahme neuer Mitglieder, um die Prüfung der themenbezogenen Inhalte zur Gruppe und die Kommentare mit Einhaltung der Netiquette.

Es heißt ja immer, dass sich der gesellschaftliche Ton verschärft hat – stellen Sie das auch in der Gruppe fest?

Inneberger: Die Situation, in der wir uns befinden, geht bestimmt an niemand spurlos vorüber. In einem gewissen Rahmen muss man auch Verständnis aufbringen für unsere Mitmenschen, denn der Ton ist auch geprägt von Unsicherheit über die Zukunft und von einer Lage, in der wir uns noch nie zuvor befunden haben. Wir akzeptieren Kommentare nach dem Motto, das in der GruppenInfo steht: Jeder Kommentar bitte so, wie Du auch angesprochen werden möchtest.

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Wie hat sich Corona in der Gruppe ausgewirkt, Stichwort Querdenker? Wie oft müssen Sie Beiträge löschen oder User sperren?

Inneberger: Zu Beginn der Pandemie mussten wir viele Beiträge löschen, die aus für uns nicht prüfbaren Quellen geteilt wurden und sehr schnell zu gegenseitigen beleidigenden Kommentaren führten. Daraufhin haben wir beschlossen nur noch für die Region wichtige Beiträge zu diesem Thema zuzulassen. Die zwischenmenschliche Kommunikation in der Gruppe ist dadurch viel entspannter.

Was waren für Sie der kurioseste und der bewegendste Moment in der Gruppe?

Inneberger: Die kuriosesten Momente waren für mich die Bilder mit leeren Regalen von Toilettenpapier in unseren Geschäften. Was mich sehr gefreut hat, wie ein kleines Mädchen mit ihrer Familie auf der Durchreise ein sehr geliebtes Kuscheltier an einer Raststätte verloren hat. Dieses Kuscheltier konnte mit einer Suchanfrage in der Gruppe wieder an das glückliche Kind zurückfinden. Dieser Zusammenhalt macht mich glücklich und bestätigt meine positiven Eindrücke zu dieser Gruppe.

Was macht Ihnen daran immer noch Spaß?

Inneberger: Wenn man den Zusammenhalt erkennt, weil sich viele mittlerweile schon kennen, dann sieht man, wie diese Gemeinschaft sich hilft. Viele Kommentare geben hilfreiche Antworten auf Fragen, wer, was, wann, wo, in der Region passiert. Das macht nicht nur Spaß, sondern auch stolz auf unsere Region und die Menschen, die hier leben.

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche dafür auf?

Inneberger: Da wir vier Administratoren sind, die das alles ehrenamtlich machen, teilen wir es uns so auf: Wer gerade Zeit hat, übernimmt die administrativen Aufgaben. Ein bestimmter Zeitumfang ist schwer zu benennen, weil man ja Admin und auch aktives Mitglied zusammen ist. Beides vermischt sich hier etwas.

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